Gütersloh: Städtisches Gymnasium strebt moderne und innovative Variante an Gymnasien kehren zu G9 zurück

Gütersloh (WB). Die beiden Gütersloher Gymnasien werden vom Schuljahr 2019/2020 an wieder zum Abitur nach neun Jahren zurückkehren. Das Städtische Gymnasium hat sich diesen Schritt nicht leicht gemacht.

Von Stephan Rechlin
Britta Jünemann und Axel Rotthaus organisieren im Städtischen Gymnasium die Rückkehr zum Abi nach neun Jahren.
Britta Jünemann und Axel Rotthaus organisieren im Städtischen Gymnasium die Rückkehr zum Abi nach neun Jahren.

Bevor die Schulkonferenz die Rückkehr zum »G9« am Donnerstag mit »großer Mehrheit« beschlossen hat, durchlief diese Frage einen groß angelegten, demokratischen Prozess. Die Eltern wurden online um Stellungnahme gebeten, die Schüler zum einen in ihrer Vertretung, zum anderen in einer generellen Umfrage. Selbstverständlich wurde auch im Lehrerzimmer gefragt, ob die Kollegen lieber beim »G8« bleiben oder zum »G9« zurückkehren möchten. Schulleiter Axel Rotthaus: »In allen diesen Umfragen hatte die Rückkehr zum »G9« die Mehrheit, wenn auch in verschiedenen Größenanteilen.«

Schüler, Eltern und Gremien stimmten über eine Weichenstellung ab, die sie im Grunde nichts mehr angeht. Sie betrifft die Schüler, die zum kommenden Schuljahr angemeldet werden und die Eingangsklassen im Jahre 2019. Die Landesregierung hatte die Gymnasien aufgefordert, schon jetzt ein Signal zu setzen, damit die Eltern bei der Anmeldung wissen, woran sie sind. Gleichzeitig wurde eine Beibehaltung des »G8« vor enorme Hürden gestellt.

Große Mehrheit in Schulkonferenz

In der Schulkonferenz hätte solch ein Beschluss eine Zweidrittel-Mehrheit plus eine Stimme erfordert. Rotthaus: »Bei der zur Landtagswahl feststellbaren Stimmungslage eine nahezu aussichtslose Perspektive.« Darüber hinaus hätten zwei unterschiedliche Abitur-Geschwindigkeiten an den Gymnasien in einer Stadt zu unerwünschten Nebeneffekten geführt. Die Anmeldezahlen am G9-Gymnasium wären aller Voraussicht nach explodiert, die am G8-Gymnasium dramatisch geschrumpft. Ein dann erforderlicher Ausgleich der Schülerzahl hätte zu Elternprotesten geführt. Außerdem kooperieren beide Gymnasien in der Oberstufe miteinander, unter anderem um bestimmte Leistungskurse zu ermöglichen. Auch das ist bei einem gemeinsamen G9-Abitur leichter aufeinander abzustimmen.

Keine Rückkehr zum »alten G9«

Spannender als die Abstimmung über die Rückkehr zum »G9« dürfte die tatsächliche Umsetzung werden. Britta Jünemann, stellvertretende Schulleiterin, möchte nicht zum »alten G9« zurückkehren, sondern alle Chancen nutzen, die ein »modernes und innovatives G9« eröffne: »Kernpunkte dabei sind Digitalisierung, die Individualisierung des Lernens, Schulzeitverkürzungen, zusätzliche Qualifikationen und Erfahrungen im Ausland.« Es werde weniger Nachmittagsunterricht geben. Doch die freiwilligen Betreuungsangebote bis 16 Uhr blieben erhalten. Am 8. Februar bietet das Gymnasium einen Info-Tag an.

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