Hospiz- und Palliativverein: Angehörige Sterbender können in neuem Haus übernachten Rückzugsort in schweren Zeiten

Gütersloh (WB). Ein neuer Vorstand und eine erweiterte Infrastruktur: In den vergangenen Wochen hat sich einiges im Hospiz- und Palliativverein Gütersloh getan. Arnold Bergmann löst Prof. Dr. Claus Gropp nach 25 Jahren als Vorsitzender ab. Jetzt stellte Bergmann sich sowie das neue Gremium vor und eröffnete zugleich zwei Häuser auf der Anlage. Der Westflügel im Garten ist nun eine Rückzugsmöglichkeit für Angehörige von Sterbenden.

Von Hendrik Christ
Der Hospiz- und Palliativverein Gütersloh hat einen neuen Vorstand (von links): Arnold Bergmann (Vorsitzender), Dr. Herbert Kaiser, Eckhard Wissmann und Bernd Plaßmann. Bei der Eröffnung von zwei neuen Häusern auf der Anlage waren Monika Paskarbies (stellvertretende Bürgermeisterin), Brigitte Gehle (Leiterin stationäres Hospiz), Architekt Thomas Spooren und Kristina Kalchert.
Der Hospiz- und Palliativverein Gütersloh hat einen neuen Vorstand (von links): Arnold Bergmann (Vorsitzender), Dr. Herbert Kaiser, Eckhard Wissmann und Bernd Plaßmann. Bei der Eröffnung von zwei neuen Häusern auf der Anlage waren Monika Paskarbies (stellvertretende Bürgermeisterin), Brigitte Gehle (Leiterin stationäres Hospiz), Architekt Thomas Spooren und Kristina Kalchert. Foto: Hendrik Christ

»Die neuen Leute sind die alten Leute«, fasste Arnold Bergmann zusammen. Der neue Vorsitzende des Hospiz- und Palliativvereins Gütersloh nahm zusammen mit Dr. Herbert Kaiser sowie Eckhard Wissmann Ende Oktober die Arbeit auf. Alle drei wirkten in der Vergangenheit bereits im Vorstand mit. Dafür scheidet Prof. Dr. Claus Gropp nach 25 Jahren als Vorsitzender aus.

Rückblick auf die Eröffnung

Gropp stieß in seiner Amtszeit einige wichtige Meilensteine für den Verein an, wie Arnold Bergmann betonte: »Professor Gropp hat etwa dafür gesorgt, dass das stationäre Hospiz 2009 hier eingerichtet werden konnte.« Denn wo der Verein heute niedergelassen ist, befand sich vor neun Jahren noch das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Pilz.

Architekt Thomas Spooren und sein Team schafften aus dem Wohnhaus mit Anwaltskanzlei das stationäre Hospiz. Am 1. Juli 2009 fand die Eröffnung statt. Vier Jahre später konnte dank einer großzügigen Spende ein großer Anbau mit dem achten Zimmer sowie für Büroraum realisiert werden. »Die Altbausanierung für die Bedürfnisse von Menschen am Lebensende war eine große Herausforderung«, blickte Thomas Spooren zurück.

Angehörige bekommen einen stillen Ort zum Rückzug

Mit dem Westflügel sowie einem Lagerhaus sind die baulichen Maßnahmen seit Kurzen abgeschlossen. Im Garten der Anlage befindet sich jetzt ein Haus, in dem Angehörige von Bewohnern übernachten können, wenn sie von weit her anreisen. »Zudem bietet das Wohnhaus Platz zum Rückzug in schweren Zeiten«, sagte Brigitte Gehle, die Leiterin des stationären Hospizes.

Der Westflügel verfügt über ein Bett und Sanitäreinrichtungen. Ein paar Meter weiter wurde gleichzeitig ein Lagerhaus gebaut. Die Arbeiten hierzu begannen im Sommer. Insgesamt fielen dafür gut 280 000 Euro Kosten an, die der Verein aus Eigenmitteln stemmte.

Weihnachtströdel bringt Geld für den Verein ein

Jedes Jahr benötigt der Hospiz- und Palliativverein Gütersloh etwa 140 000 Euro, um seine Arbeit leisten zu können. In der ambulanten Sterbebegleitung wirken mehrere Personen ehrenamtlich mit. »Wir sind immer auf Spenden angewiesen«, appellierte Arnold Bergmann.

Am Wochenende stellten die Helferinnen der »Strickgruppe« außerdem wieder ihren traditionellen Weihnachtströdel auf die Beine. Sie sammeln Dekoration und andere Artikel bei Güterslohern ein und verkaufen sie für die Vereinskasse. »Da kommt immer ein guter Betrag für unseren Verein zusammen«, freute sich Brigitte Gehle.

Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Paskarbies würdigte die unverzichtbare Arbeit: »Dadurch werden die Themen Sterben und Tod aus dem Tabu herausgeholt.«

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