Fachwerkhaus in Gütersloh-Isselhorst komplett zerstört – Eigentümer im Urlaub Einsturzgefahr nach Brand

Gütersloh-Isselhorst (WB). Bei einem Brand am Postdamm im Gütersloher Stadtteil Isselhorst ist in der Nacht zu Sonntag ein Fachwerkhaus vernichtet worden. Da die zwei Bewohner – es handelt sich um ein pensioniertes Lehrer-Ehepaar – derzeit im Urlaub sind, wurde niemand verletzt. Nach ersten Schätzungen der Polizei entstand ein Schaden in Höhe von 400 000 Euro.

Von Gabriele Grund
Die Brandstelle am Morgen danach: Erst jetzt wird der Grad der Zerstörung richtig deutlich. Der gesamte Bereich ist mit Flatterband abgesperrt, das Gebäude ist einsturzgefährdet.
Die Brandstelle am Morgen danach: Erst jetzt wird der Grad der Zerstörung richtig deutlich. Der gesamte Bereich ist mit Flatterband abgesperrt, das Gebäude ist einsturzgefährdet. Foto: Stefan Lind

Ein Passant hatte gegen 3.20 Uhr bemerkt, dass Flammen aus dem Dachgebälk loderten, und sofort Polizei und Feuerwehr alarmiert. Beim Eintreffen der ersten von insgesamt 100 Einsatzkräften aus den Löschzügen Gütersloh, Isselhorst und Avenwedde der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Berufsfeuerwehr Gütersloh brannte das Wohnhaus im Dachbereich bereits in voller Ausdehnung, wie Einsatzleiter Joachim Achtert von der Feuerwehr Gütersloh berichtete.

Problematische Wasserversorgung

Weil sich an dem Grundstück, das übrigens schräg gegenüber der Dampf-Kleinbahn Mühlen­stroth liegt, keinerlei Hydranten befanden, nutzten die Feuerwehrleute zunächst etwa 9000 Liter Wasser aus den eigenen Tanklöschfahrzeugen.

Eine zweite Gruppe baute in der Zwischenzeit an der Straße Postdamm entlang, in Richtung Gütersloh und Isselhorst, jeweils über einen Kilometer Schlauchleitungen zum nächsten Hydranten auf, um den Löschtrupps eine stabile Wasserversorgung zu gewähren.

Während unter Einsatz der Drehleiter der brennende Dachbereich abgelöscht wurde, gingen andere Feuerwehrleute gleich von mehreren Seiten mit vereinten Kräften gegen die Flammen vor. Aufgrund der zeitweise extrem starken Rauchentwicklung rüsteten sich einige Einsatzkräfte mit Atemschutz aus.

Instabile Gebäudesubstanz

Da sich aufgrund der von viel Holz und Isoliermaterial geprägten Bauweise recht schnell abzeichnete, dass das Fachwerkhaus nicht mehr zu retten war, konzentrierten sich die Blauröcke erfolgreich darauf, ein Übergreifen der Flammen auf ein angrenzendes Gebäude zu verhindern.

In dem umgebauten früheren Stall sind Garage, Werkstatt und ein Lagerraum untergebracht. Weil sich schnell herausgestellt hatte, dass keine Menschen im Haus waren, verzichteten die Feuerwehrleute auf eine Brandbekämpfung im Inneren des Objektes – aufgrund der äußerst instabilen Gebäudesubstanz herrschte akute Einsturzgefahr.

Brandstifung nicht ausgeschlossen

Zum Schutz der Einsatzkräfte kümmerten sich Mitarbeiter eines Abbruchunternehmens später darum, den Dachbereich abzutragen. Der Postdamm war während des gesamten Einsatzes weiträumig gesperrt.

Um die Brandursache zu klären, nahmen Beamte des Fachkommissariates bei der Gütersloher Kripo ihre Ermittlungen auf. Nach derzeitigem Ermittlungsstand könne eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden, hieß es am Sonntag von Seiten der Polizei. Wer in der Nacht Beobachtungen gemacht hat oder weitere Angaben machen kann, sollte sich bei den ermittelnden Beamten unter Tel. 0 52 41/86 90 melden.

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