Gütersloh: Mit einer Million Euro baut FH Zentrum für angewandte Datenwissenschaft Europa und Land fördern Hochschule

Gütersloh (WB). Gütersloh wird vom Hochschul- zum Forschungsstandort. Die Europäische Union und das Land fördern den Aufbau eines Zen­trums für angewandte Daten-Wissenschaft an der Fachhochschule in Gütersloh mit einer Million Euro.

Von Stephan Rechlin
Freude über die Förderbescheide: (stehend, v. l.) Prof. Dr. Pascal Reusch, Prof. Dr. Wolfram Schenck, Dr. Nicole Giard, Anne-Catrin Schürer, Dr. Armin Peter, Prof. Dr. Martin Kohlhase. (Sitzend, v. l.): Prof. Dr. Lothar Budde, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Marianne Thomann-Stahl.
Freude über die Förderbescheide: (stehend, v. l.) Prof. Dr. Pascal Reusch, Prof. Dr. Wolfram Schenck, Dr. Nicole Giard, Anne-Catrin Schürer, Dr. Armin Peter, Prof. Dr. Martin Kohlhase. (Sitzend, v. l.): Prof. Dr. Lothar Budde, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Marianne Thomann-Stahl. Foto: Stephan Rechlin

Von dem Geld wird zuerst die Rechenleistung angeschafft, die es ermöglicht, auch gigantische Datenmengen zu erfassen, zu analysieren und über gezielte Fragestellungen aufzubereiten. Prof. Dr. Wolfram Schenck vom Fachbereich Ingenieurwissenschaft und Mathematik hat das Projekt vorangetrieben und die Förderanträge gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr. Pascal Reusch und Prof. Dr. Martin Kohlhase gestellt: »Damit gewinnt der FH-Standort Gütersloh mächtig Profil. Solch eine Rechenleistung können nicht viele Hochschulen bieten.«

Miele rüstet Gießerei auf

Kein Projekt ohne Partner. Der Gütersloher Hausgerätehersteller Miele wird mit Hilfe der neuen Rechenleistung seine Gießerei aus dem vergangenen Jahrhundert für die Ansprüche der Industrie 4.0 umrüsten. Dr. Armin Peter begleitet das Projekt bei Miele: »In einem ersten Schritt werden wir die alten Maschinen mit Sensoren ausrüsten, in einem zweiten Schritt streben wir deren Automatisierung an.« Über Arbeitsstunden, Ressourcen und Materialeinkauf steuert Miele 134 700 Euro zu dem Projekt bei: »Die Erkenntnisse aus diesem Projekt wollen wir anschließend für die Umrüstung weiterer Altgeräte nutzen.«

Partner Nummer zwei, die Bio-Circle Surface Technology GmbH, entwickelt mit Hilfe der FH ein neues, digitales Vertriebskonzept. Geschäftsführerin Anne-Catrin Schürer: »Wir bieten unserem Kunden künftig nicht nur einen Apparat mit biologisch abbaubaren Lösungsmitteln für dessen Produktion an, sondern auch die gesamte Wartung, Überwachung und Nachfüllung des Apparates. Alles auf digitaler Basis.«

Taktgeber für Industrie 4.0

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl überreichte gestern an der Schulstraße die Förderbescheide: »Es sind Projekte wie diese, die Ostwestfalen-Lippe zu einem deutschland- und europaweit angesehenen Taktgeber in der ›Industrie 4.0‹ machen.« FH-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk und Dekan Prof. Dr. Lothar Budde werteten den Förderbescheid als einen weiteren wichtigen Beitrag zum geplanten Ausbau des FH-Standortes Gütersloh: »Die Forschungsinhalte überzeugen, die Themenstellung ist hochaktuell und das Konzept des Studienortes Gütersloh ist innovativ. Es freut mich sehr, dass hier etwas entstehen kann, das Wissenschaft und Wirtschaft noch intensiver zusammenbringt und so dazu beiträgt, den Standort Gütersloh im Wettbewerb mit anderen Regionen gut aufzustellen.«

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