Gütersloh: Derzeitiges Recht verbietet Ausforstung und Training von Wildvögeln Falkner hoffen auf neues Jagdgesetz

Gütersloh (WB). Habichtdame Stella nimmt nicht am Landesjägertag 2017 teil. Sie ist vor kurzem gestorben, im Alter von 25 Jahren. Nach dem derzeit gültigen Landesjagdgesetz war es das für den Rietberger Falkner Helmut Schierl. Er darf keine Wildvögel mehr für die Jagd ausbilden.

Von Stephan Rechlin
Weil Habichtdame Stella vor wenigen Tagen gestorben ist, hat Falkner Helmut Schierl aus Rietberg diesmal einen Wüstenbussard mit zum Landjägertag nach Gütersloh gebracht. Nach derzeitigem Recht darf er keine Wildvögel mehr trainieren.
Weil Habichtdame Stella vor wenigen Tagen gestorben ist, hat Falkner Helmut Schierl aus Rietberg diesmal einen Wüstenbussard mit zum Landjägertag nach Gütersloh gebracht. Nach derzeitigem Recht darf er keine Wildvögel mehr trainieren. Foto: Stephan Rechlin

Der Inhaber der Solartechnik Schierl GmbH & Co. KG, ein Spezialist für die von den Grünen bevorzugte regenerative Energie, habe lange überlegen müssen, was er ökologisch denn die ganzen Jahre über falsch gemacht habe. Er konnte nichts finden: »In der freien Natur sterben Habichte nach zehn, elf Jahren. Weil sie sich in Stromleitungen verheddern oder von Menschen entsorgten Müll fressen.« Das sei seinen für die Jagd ausgebildeten Wildvögeln noch nie passiert.

Spuk ist vorbei

Im aktuellen Landesjagdgesetz haber hat der abgewählte Umweltminister Johannes Remmel die Ausforstung von Wildvögeln verboten. Mit Falknern wie Helmut Schierl hat er nicht groß darüber geredet, es erschien dem Minister offenbar ökologischer. Obwohl Schierl gar nichts weiter gegen die Grünen hat, macht er auf dem Jägermarkt vor der Stadthalle keinen Hehl aus seiner Erleichterung, dass dieser Spuk jetzt vorbei ist.

Dieser Markt ist das vom Landesjagdverbandspräsidenten Ralph Müller-Schallenberg erste Musterbeispiel für die von den Jägern angestrebte stärkere Öffnung gegenüber der Öffentlichkeit. Natürlich sind die rollenden Naturschulen aus den Kreisen Gütersloh, Lippe, Herford und Paderborn vertreten, ein Projekt, mit dem der Landesverband schon bundesweit für Aufsehen sorgte. Doch diesmal sind auch Bekleidungshändler dabei oder auf Jagd spezialisierte Medienunternehmen, die ihre Zeitschriftenpalette präsentieren mit Titeln wie »Wild&Hund«, »Kraut&Rüben« »Pirsch«, oder »Unsere Jagd«. Neuester Auflagenrenner ist »Food&Farm« mit Tipps und Rezepten zu gesunder Ernährung. Ein auf Wildbret spezialisiertes Unternehmen gibt Zubereitungshinweise, ein anderes bietet Lernmaterial, um die schwierigen Jagdschein-Prüfungen zu bestehen.

Jäger stehen Spalier

Die Jagdhornbläser aus Schloß Holte-Stukenbrock eröffneten den Markt. Auf den Zufahrtsstraßen zur Innenstadt standen am Samstag die Mitglieder des Kreishegerings Gütersloh Spalier. Verbandspräsident Müller-Schallenberg war so beeindruckt von der Organisation, dass er sein Lob darüber noch mit in die Begrüßungsrede vor 1000 Jägern aus ganz NRW in der Stadthalle packte: »Das alles haben Ralf Reckmeyer und der Kreishegering Gütersloh gestemmt. Lieber Ralf, das habt ihr großartig hinbekommen.«

Zu den dazu applaudierenden Gästen zählte auch der 85 Jahre alte Constantin Freiherr Heeremann zu Zuydtwyck, der langjährige Bauern- und Jagdschutzpräsident

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