Gütersloh: Verbandspräsident verkündet den »Landesjägertag der Wende« Laschet will Jagdgesetz überarbeiten

Gütersloh (WB). Der designierte nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet kündigt ein neues Landesjagdgesetz an. Beim Landesjägertag in Gütersloh verspricht er dabei vor allem einen anderen, partnerschaftlichen Umgang mit den Jägern.

Von Stephan Rechlin
Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen (links), kündigt dem künftigen Ministerpräsidenten Armin Laschet in Gütersloh eine sachliche, ideologiefreie Mitarbeit am neuen Landesjagdgdesetz an.
Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen (links), kündigt dem künftigen Ministerpräsidenten Armin Laschet in Gütersloh eine sachliche, ideologiefreie Mitarbeit am neuen Landesjagdgdesetz an. Foto: Stephan Rechlin

Mit einem Hinweis auf den heftigen Streit um das vom grünen Umweltminister Johannes Remmel durchgesetzte Landesjagdgesetz stellt Laschet vor gut 1000 Jägern in der Stadthalle Gütersloh fest: »Die Hege und Pflege, die unsere Jäger in der Natur Nordrhein-Westfalens leisten, ist älter als das bestehende Jagdgesetz und auch älter als der Landtag.« Die vielen unentgeltlichen Leistungen der Jäger gelte es fortan stärker zu betonen.

Kaum ein anderes Gesetz habe die CDU im Düsseldorfer Landtag als Opposition inhaltlich so begleitet wie das Landesjagdgesetz. Laschet: »Wir haben mehr als 80 Änderungsanträge eingebracht. Die dienen uns jetzt als Grundlage zur Überarbeitung.« Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, ruft den »Landesjägertag der Wende« aus: »Allein, dass Armin Laschet noch vor Abschluss der Koalitionsverhandlungen mit so einer Botschaft zu uns kommt, ist ein ganz wichtiges Signal.« Bei aller Kritik am bestehenden Gesetz kündigt Müller-Schallenberg eine rein sachliche, fachliche Kooperation der Jäger am neuen Entwurf an: »Hauptsache ideologiefrei.«

Kommentare

Wenig Fakten und viele Worte

Da schreibt ein (wohl) selbsternannter Naturschützer sich den Frust von der Seele, dass ein grün - ideologisch geprägtes Jagdrecht nun durch den Wählerwillen abgewählt wurde. Schon in der Anhörungen zu diesem Gesetz vor dem Parlament wurde von den geladenen Sachverständigen das Gesetz mit biologischen Sachargumentenl auseinander genommen. Die Regierungsfraktionen hat es nicht gestört. Der Schwanz (Grün) hat mit dem Hund (SPD) gewedelt, die es aus Franktionszwang nicht gewagt haben dem Herrn Remmel (Fachwissen: 1981 Lehramtsstudium in den Fächern Geschichte, katholische Theologie und Sport ohne Abschluss) zu widersprechen.
Zu den angeblich vorbildlichen Beispielen der Jagdruhe nur zwei Anmerkungen:
- Im Kanton Genf wird die Jagd durch Berufsjäger ausgeübt, diese Kosten und die Kosten für Wildschäden (die aus dem Ruder laufen) in Höhe mehrerer Millionen Euro trägt der Steuerzahler
- In Holland werden jährlich tausende von Gänsen vergast, da sie nicht mehr bejagt werden, dies ist sicherlich im Sinne des Naturschutzes?
Im Gegensatz zu "Hobbynaturschützern" haben Jäger zudem eine zeitaufwendige und wissensbasierte Ausbildung hinter sich, die mit einer schriftlichen und mündlichen staatlich kontrollierten Prüfung abschließt und sie müssen fortlaufend ihre rechtliche Zuverlässigkeit nachweisen.
Zu diesen und anderen Punkten könnten noch viele Argumente angeführt werden. es ist jedoch mit ideologisch belasteten Gesprächspartner schwer eine an belastbaren Fakten orientierte Diskussion zu führen. Dies war mal wieder ein Versuch, ich vermute (und hoffe es auch) jedoch, er erreicht nur eh nur den "duchschnittlich" und nicht "durchideologisierten" Bürger.

Hauptsache abknallen

@ michael schönow

Wunderbar, wenn als einziges Mittel immer nur abknallen angesehen wird. Wie wäre es mal mit Kastrationspflicht und Chipflicht von Freigängern, das würde schon sehr viele Probleme lösen. Ich halte nichts von Stubentigern draußen/als Freigänger. Ist aber leider bei vielen Katzenhaltern eine angenehme Sache, da sie sich auf diese Weise das Katzenklo weitgehend sparen.

Katzensteuer ist durchaus bedenkenswert - nur, WEM nutzt diese letztendlich? Wenn nur den überall klammen Kommunen, bringt es nichts.Sinnvoll wäre es, damit Tierheime und Vereine zu unterstützen, die sich um die Kastration und chippen von verwilderten Katzen kümmern. Katzensteuer samt Chipflicht für Freigänger wäre auch eine Variante

Aber zum Thema.

Schon Laschets Äußerung, dass Jäger auch Naturschützer sind, zeigt wo der zukünftige Ministerpräsident steht. Jäger sind zahlreich und letztendlich auch Wähler.

Grundsätzlich hat die CDU wenig bis gar nichts für Tierschutz übrig. Das ist hinlänglich bekannt.

Herr Laschet meint ja auch, dass die Massentierqualhaltung nicht so schlimm sei und die Landwirte ihre Tiere doch gern hätten. Sicher. Zum Fressen gern.

Nun also die Jäger, die Naturschützer, Heger und Pfleger. Gut, dass uns das erklärt wird.

Wenn ich schon lese, was diese Herrschaften als Beutegreifer sehen. Allen voran den Fuchs, der auf widerlichste Weise von den Lodenträgern verfolgt wird. Untermauert durch Jägerlatein. Von kompensatorischer Natalität haben die noch nie was gehört - und wenn, lieber die Ohren dicht gemacht, sonst würde eine Tierart zum Abknallen und auf widerlichste Weise zu töten entfallen.

Was äußerte Friedrich der Große, König von Preußen (1740-86):

Die Jagd ist nicht die eines denkenden Wesens würdige Beschäftigung.
Es steht zu befürchten, dass die Menschen, die sie ausüben, ebenso unmenschlich gegen Menschen werden, wie sie es gegen Tiere sind, oder dass die grausame Sitte, mit Gleichgültigkeit Schmerzen zu verursachen, ihr Mitgefühl für das Unglück ihrer Nebenmenschen abstumpft."

Prof. Dr. Theodor Heuss:

„Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.“

Wie auch immer, es geht definitiv ohne Hobbyjäger, wie längst bewiesen ist, denn die Natur regelt vieles besser als knallende Jäger und vor allem die perversen Drückjagden und ähnliche Scheußlichkeiten.

Beispiel: Der Schweizerische Nationalpark feiert 2014 sein hundertjähriges Bestehen. Mit seiner Gründung am 1. August 1914 schufen die Pioniere eine einzigartige Wildnisoase.

Von Beginn an ist dort die Jagd verboten. Und, oh Wunder, ohne all die schrecklichen "Nedenwirkungen", die es angeblich ohne die Jäger und deren Schießfreude gibt.

Bereits 1974 ist im Kanton Genf in der Schweiz ein vollständiges Jagdverbot in Kraft getreten. Seither wurden deutliche Veränderungen im Verhalten der Wildtiere festgestellt, die für alle Beteiligten (Tier, Pflanze und Mensch) eine Besserung gebracht haben: Die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich, die Tiere verlieren einen großen Teil der unnatürlichen Scheu, die durch die Jagd hervorgerufen wird, und die Menschen erhalten ein verlorengegangenes Verständnis für die Natur und ihre Zusammenhänge zurück.

Gran Paradiso ist der bekannteste und zugleich größte italienische Nationalpark. Seit 1922 ist in dem 72.000 Hektar großen Gebiet die Jagd abgeschafft.

In Belluno gibt es seit 1990 keine Jagd mehr. Auch dort alles zu größter Zufriedenheit für Mensch und Tier.

In Griechenland gilt weitgehend ähnliches und die Niederlande haben trotz massiven Widerstandes der Jäger seit 2002 nein neues, tierschützendes Naturschutzgesetz.

In Deutschland (und anderen Ländern) wehren sich immer mehr Menschen gegendie Zwangsbejagung auf ihren Grundstücken.

Hege und Pflege kann mit Sicherheit durch staatöliche Förser geleistet werden.

Das, was sich Jäger so leisen ist teils mehr als widerlich. Beispiel Fasanen, die zunächst gezüchtet und dann zwecks Abknallens ausgesetzt werden. Viele krepieren schon vorher, da auf das Leben draußen gar nicht vorbereitet. Allein die Schliefanlagen sind an Perversität kaum zu überbieten oder die "Jagd" auf Fuchswelpen, wenn der Bau "ausgehoben" wird.

Gekrönt wird dies alles von scheinheiligen Hubertusmessen. So es den Heiligen Hubertus wirklich gab, dürfte der im Grab rotieren, angesichts dessen, was die Jäger in seinem Namen veranstalten. Er, der der Jagd abgeschworen hat!!! Aber soooo genau muss man es ja nun auch wieder nicht nehmen ...

Dazu dann auch noch die Vorliebe für Bleikugeln, die den Waldboden tonnenweise belasten. Klar, auch dies ist sicher nicht gesundheitsschädlich (auch nicht im Waldboden, wo das Zeug verbleibt) weil von Jägern stammend.

Das bayerische Umweltministerium warnt vor dem Genuss von Wild - wegen der Bleibelastung. Besonders Schwangere und Kinder sollten besser auf Wild verzichten.

Nun ja, in NRW dürfen sich die Hobbyjäger freuen, dass mit der CDU/FDP wieder ein jagdfreudiger Wind durch das Land bläst.

Widerlich.







nicht das

die Jäger, die ja auf alles schießen, was sich bewegt, egal was, so was wieder dürfen, das was sie wieder machen sollen, dürfen und machen müssen, ist auf freilaufende Katzen schießen, egal wo. Dann haben wir keine Katzenschei...mehr im Garten und in den Sandkisten. Und es soll endlich eine Katzensteuer geben und Leinenzwang für Katzen.

3 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.