Martina Schwarzmann unterhält 290 Zuschauer in der Stadthalle Gütersloh Glückstage und andere Absurditäten

Gütersloh (WB). Eine, die auszog, um den Menschen Freude zu bereiten, war am Donnerstag Martina Schwarzmann aus Oberbayern, die mit ihrem fünften Programm »Gscheid gfreid« (»Richtig gefreut«) den Abschluss der Kleinkunstreihe SchLaDo (Schöner langer Donnerstag) im kleinen Saal der Stadthalle gekrönt hat.

Von Gabriele Grund
Charmant und sympathisch unaufgeregt berichtet Martina Schwarzmann vom bayrischen Alltag – auch mit Gitarre und Gesang. 290 Zuschauern in der Stadthalle gefällt das.
Charmant und sympathisch unaufgeregt berichtet Martina Schwarzmann vom bayrischen Alltag – auch mit Gitarre und Gesang. 290 Zuschauern in der Stadthalle gefällt das. Foto: Gabriele Grund

290 Besucher wollten in dem damit nahezu ausverkauften Haus live erleben, wie die überaus brav daherkommende Komödiantin, übrigens Mutter von drei Kindern, ihre Sicht der Dinge erzählte und besang. Dabei wurde schnell deutlich, das sie ihren Mitmenschen sehr genau »aufs Maul« schaut.

Vom Landleben als Mutter und Ehefrau

Charmant und sympathisch unaufgeregt berichtete Martina Schwarzmann im besten oberbayerischem Dialekt, mit streng nach hinten gekämmten Haaren und in einem 80er-Jahre-Kleid aus dem Second Hand-Shop, von ihrem Leben auf dem Land als Mutter und Ehefrau.

Dabei nahm sie die Eigenheiten ihrer Verwandtschaft, wie ihrer Cousine Berni – der »fleischgewordenen Menopause« – genauso aufs Korn, wie auch den »Knaller« in der Familie, den Mann der Cousine, der sich nach ordentlich Bier im großen Familienkreis darüber beklagt, das »nix mehr laffd«.

Auch ein Exhibitionist hat mal Pech

Angereichert mit Tante Hedis Schuhcremeherstellung aus alten Autoreifen im Thermomix, den zum Glück eigenen Zahn im Krapfen, der Unterhosen bügelnden Freundin und dem besungenen »Glückstag« – bei dem unter anderem eine Joggerin auf einen Exhibitionist trifft, dessen »Hosentürl« klemmt – bescherte Martina Schwarzmann zweieinhalb Stunden eine schöne Melange aus schrägen Parodien, bösem Spott, Ironie und netten Reimen und Gedichten, die stets mit viel Beifall belohnt wurden.

Wo selbst Einbrecher verzweifeln

Und weil es im Hause Schwarzmann mit drei lebensfrohen Kindern und den mittels Fußbodenheizung aus Essenresten hergestellten Bananenchips auch stets irgendwie chaotisch aussieht, haben nicht mal Einbrecher Interesse. »Die dad’n ja glei wieder fahren, weil’s moanan, da scho welche do gewesen sein«.

Frei Haus gab es von der Oberbayerin auch wertvolle Tipps. So kauft sie Unterhosen immer eine Größe kleiner, damit sie beim Anziehen glatt sind und sie nicht gebügelt werden müssen. Bastelfreudigen Kindern reiche nach einem Waldspaziergang auch ein gefundenes Schneckenhaus und zwei Streichhölzer, um ein Hundewürstel in ein kreatives Kunstwerk zu verwandeln. Schön, wenn sie dann mal auf Tour gehen kann, bei der die »Leit freiwillig kommat« und sie auch noch Spaß hat.

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