Holi-Festival im Wapelbad: 4500 Teens bewerfen sich mit Farbbeuteln Wir wollen ja alle so bunt sein

Gütersloh  (WB). Immer, wenn sich das Freibad in eine Partywiese verwandelt, ist der Ansturm besonders groß. Am Samstag dröhnten wieder die Elektrobeats aus den Boxen im Gütersloher Wapelbad. Buntes Farbpulver flog durch die Luft und 4500 Besucher befanden sich in Feier-Ekstase.

Von Hendrik Christ
Sie kamen in Weiß und gingen in Bunt: Beim Holi-Festival im Wapelbad ließen die 4500 Besucher 25.000 Farbbeutel zerplatzen. Symbolisch sollen so gesellschaftliche und soziale Schranken aufgelöst werden.
Sie kamen in Weiß und gingen in Bunt: Beim Holi-Festival im Wapelbad ließen die 4500 Besucher 25.000 Farbbeutel zerplatzen. Symbolisch sollen so gesellschaftliche und soziale Schranken aufgelöst werden. Foto: Hendrik Christ

Die fünfte Auflage des Holi-Festivals übertraf einmal mehr Erwartungen vieler. Knapp vier Wochen nach dem Wapelbeats-Open-Air Opening folgte der nächste Straßenfeger mit Kultpotenzial: Woanders ist der Hype um das indische Frühlingsfest längst abgeklungen, im Gütersloher Wapelbad gilt Holi fast schon zu den Institutionen. »Das Interesse ist ungebrochen«, sagt Bademeister und Organisator Matthias Markstedt. »Wir können super zufrieden sein. Jung und Alt feiern gemeinsam miteinander. Teilweise kommen sogar Familien her. Es ist auch wichtig für Gütersloh, dass es Angebote in der Stadt gibt.«

Tickets schnell vergriffen

Beste Feierstimmung bei tollem Wetter – das fünfte Holi-Festival ließ kaum Wünsche offen. Foto: Hendrik Christ

Als Ende März der Vorverkauf begann, dauerte es nur wenige Stunden, ehe alle 3500 Tickets online vergriffen waren. »Zwischendurch waren sogar die Computer und Server überlastet. Deswegen haben wir noch einmal zusätzliche 1000 Tickets herausgegeben. Mehr geht nicht. Das ist die richtige Größe fürs Wapelbad«, meint Markstedt. Nachzügler brauchten Glück, um noch kurzfristig eine Karte an der Tauschbörse zu ergattern. Am Samstag selber blieb die Tageskasse geschlossen, Tickets wurden für mehr als den doppelten Preis bei Ebay gehandelt. Die Massen pilgerten am Nachmittag in ihren weißen Outfits zur Badeanstalt – alle bereit und entschlossen, sich dem Farbenrausch hinzugeben.

Um 16 Uhr öffneten dann endlich die Pforten für das Partyvolk. Bei knapp 30 Grad im Schatten ließ zunächst der Gütersloher DJ Rene Merten die Turntables glühen. Er und seine Kollegen Dirk Siedhoff aus Paderborn sowie der Bielefelder Sören Nyström sind bekannte Lokalmatadore der ostwestfälischen House-Musik und wissen, was in den Ohren ihrer Hörer ankommen muss, damit die Füße abgehen und die Körper zappeln.

Jede Stunde bunte Farbwolken

Spätestens ab 18 Uhr war der Rasen rappelvoll. Jede Stunde warfen die Leute mit ihrem farbigen Pulver bunte Wolken in die Höhe. Dieses indische Ritual soll dazu dazu dienen, symbolisch gesellschaftliche und soziale Schranken aufzulösen. Und es steht für Gemeinschaft. 25.000 Farbbeutel gaben Matthias Markstedt und sein Team im Vorfeld heraus.

Neben dem Spaß am Feiern verfolgen die Gastgeber auch einen guten Zweck: Für jeden Farbbeutel wanderte ein Euro an die Organisation »Ärzte ohne Grenzen«. Zusammen mit 15.000 Euro aus Eintrittsgeldern und weiteren Erlösen will Markstedt eine üppige Spende auftreiben: »50.000 Euro sollten zusammenkommen.«

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