Unbekannte besprühen Wagen der Wuppertaler Schwebebahn in Gütersloh Blickfang verschandelt

Gütersloh (WB). Mit der Wuppertaler Schwebebahn ist das wohl markanteste Nahverkehrsmittel Nordrhein-Westfalens modernisiert worden. Einige der 40 Jahre alten Waggons stehen zum Verkauf. Zwei davon sind jetzt in Gütersloh zu bewundern.

Von Wolfgang Wotke
Zwei Waggons der Wuppertaler Schwebebahn stehen als Blickfang auf dem Baugelände »Gleis 13« und wurden besprüht.
Zwei Waggons der Wuppertaler Schwebebahn stehen als Blickfang auf dem Baugelände »Gleis 13« und wurden besprüht.

In der vergangenen Woche sind die zusammenhängenden Wagen der Wuppertaler Schwebebahn auf der Großbaustelle »Gleis 13« am alten Güterbahnhof angekommen. Die Borchard Group und die Unternehmensgruppe Hagedorn hatten sie ersteigert und mit schwerem Gerät über die Autobahn bis in die neue Heimat befördert.

»Das ist eine Unverschämtheit«

Eigentlich wollte die Hagedorn-Gruppe einen bekannten Graffitikünstler beauftragen, der die Waggons mit Motiven aus Gütersloh besprüht. Doch nach der ersten Nacht in der Dalkestadt sind diesem Vorhaben unbekannte Sprüher zuvorgekommen.

»Das ist eine Unverschämtheit«, schimpft Revital-Geschäftsführer Rick Mädel. Jetzt müsse man prüfen, ob die »Schmierereien« entfernt werden können, um dann neu zu beginnen. Die alten Wagen der Linien 6 und 12 dienen als Bauleiterbüro. Optisch passten sie einfach super zur beeindruckenden Ingenieurskunst des »Haus IV«, das genau wie einst die Bahn über dem Boden »schwebt« und demnächst das Fitnessstudio »FitX« beherbergen werde, erklärte Mädel.

Länger als ein Tennisplatz

Der Festpreis beträgt 5000 Euro. »Das ist in etwa der Schrottwert«, sagt Wuppertal-Stadtwerke-Sprecher Holger Stephen. Allerdings sei es damit für den Käufer nicht getan: Allein der Transport der zerlegten Wagen auf Tiefladern im Stadtgebiet koste rund 2000 Euro. Wer das für den hängenden Betrieb konstruierte Gefährt aufstellen will, muss ein Fundament bauen und eine Baugenehmigung haben.

Im Internet warnten die Stadtwerke davor, die Wagen zu unterschätzen: Sie seien immerhin 24 Meter lang – länger als ein Tennisplatz. Hagedorn hatte vorgesorgt und ein Fundament erstellt, auf dem die Wagen fest montiert sind. Mädel: »Wir hatten überlegt, die Waggons auch an einer Sonderkonstruktion aufzuhängen. Doch das hätte uns mindestens 200.000 Euro gekostet.«

Wer will, kann im Waggon ein Fest feiern

Die alte Wuppertaler Schwebebahn-Flotte, bestehend aus 25 Wagen, sauste seit den 1970er Jahren auf der 13 Kilometer langen Trasse und war in die Jahre gekommen. Die Schwebebahn ist mit täglich 85.000 Fahrgästen nicht nur Rückgrat des Nahverkehrs in Wuppertal, sondern die Touristenattraktion schlechthin.

Mit den zwei Waggons hat Gütersloh nun auch einen neuen Blickfang. Zwei Jahre lang sollen sie dort fest verankert sein, meint Mädel. Man könne sie auch für Veranstaltungen oder Feste buchen. »Irgendwann werden wir sie dann einem Kindergarten schenken.«

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