Blankes Entsetzen in den Parteien – Zukunft der Spielstätte ungewiss FCG-Aus wird zum Politikum um das Heidewaldstadion

Gütersloh (WB). Die Entscheidung ist gefallen. Der insolvente FC Gütersloh muss den Spielbetrieb Ende Mai endgültig einstellen. Alle Bemühungen, den Verein in letzter Sekunde vor dem Kollaps zu bewahren, sind gescheitert. Die Zerschlagung des FCG und die Zukunft des Heidewaldstadions werden jetzt zu einer politischen Herausforderung.

Von Wolfgang Wotke
»Auf Wiedersehen im Heidewaldstadion« heißt es am Ausgang der Spielstätte. Ein Wunschgedanke für die Fans.
»Auf Wiedersehen im Heidewaldstadion« heißt es am Ausgang der Spielstätte. Ein Wunschgedanke für die Fans. Foto: Wolfgang Wotke

Die Stadt hat in ihrem Haushaltsentwurf für dieses Jahr Investitionen von 250.000 Euro in das Heidewaldstadion vorgesehen. Weitere 120.000 Euro sollen dafür 2018 fließen. Die Haupttribüne soll damit saniert und die Leitbeschilderung für die Rettungswege erneuert werden, weitere 1,05 Millionen Euro sind in den Folgejahren für sichere Stehränge eingeplant.

So soll die Kapazität von 10.500 Zuschauerplätzen gewährleistet werden. Auch der Pachtvertrag zwischen dem Eigentümer des Stadions, der Gütersloher Schützengesellschaft, und der Stadt soll verlängert werden. An diesen Plänen, so ist aus dem Rathaus zu hören, soll sich auch nichts ändern, obwohl es den FC Gütersloh bald nicht mehr geben wird.

Fragen sind erlaubt: Wer soll dann in den nächsten Jahren dort überhaupt noch spielen? Wie soll diese Stätte in Zukunft genutzt werden? Das Ende des Vereins sorgt für politischen Zündstoff.

Das sagen die Politiker

Markus Kottmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, ist enttäuscht: »Das alles macht uns sehr traurig. Die Rettungsversuche hätten eine Chance verdient gehabt. Die Story hat jetzt eine mittelbare, politische Dimension erreicht. Ich erkenne eine gewisse Ohnmacht und kann in diesem Moment keine Antwort darauf geben, wie es weitergeht. Wir müssen uns der Situation stellen.«

SPD-Fraktionschef Thomas Ostermann ist entsetzt: »Wir sind gegen eine Zerschlagung des Vereins und werden uns heute in einer Fraktionssitzung damit intensiv beschäftigen«, erklärte er am Mittwoch. Man brauche vernünftige Vorschläge.

BfGT-Boss Nobert Morkes ist verärgert: »Wir haben bereits im Januar vorgeschlagen, eine Sondersitzung des Sportausschusses einzuberufen. Daraus ist leider bis zum heutigen Tag nichts geworden. Die Gründe kenne ich nicht.«

Manfred Reese (Die Linke) sieht für das Heidewaldstadion keinen politischen Handlungsbedarf mehr: »Das alles ist bedauerlich, aber teure Investitionen lohnen sich in diesem Fall nicht.«

Birgit Niemann-Hollatz von Bündnis 90/Die Grünen sagte: »Das FCG-Aus ist betrüblich. Es ist aber zu früh, über die weitere Nutzung des Stadions zu diskutieren.«

Peter Kalley (UWG): »Das muss ich erst einmal verdauen. Vielleicht können dann die FSV-Frauen dort kicken.«

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