Gütersloh: Verwaltungsgericht hebt Benutzungspflicht des Radweges auf Radfahrer dürfen auf Stadtring

Gütersloh (WB). Radfahrer dürfen auf den Stadtringen Nordhorn, Sundern und Kattenstroth künftig auf der Straße fahren. Mit diesem Urteil hat das Verwaltungsgericht Minden einen jahrelangen Streit zwischen organisierten Radfahrern und der Stadtverwaltung beendet.

Von Stephan Rechlin
Manfred Hansen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club, Kreisverband Gütersloh, freut sich, dass Radfahrer auf dem Stadtring Kattenstroth fortan die Wahl haben, ob sie auf dem Radweg oder auf der Fahrbahn fahren wollen.
Manfred Hansen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club, Kreisverband Gütersloh, freut sich, dass Radfahrer auf dem Stadtring Kattenstroth fortan die Wahl haben, ob sie auf dem Radweg oder auf der Fahrbahn fahren wollen. Foto: Stephan Rechlin

Die seit Jahren hinter geschlossenen Türen geführten Gespräche hatten offenbar zu keinem Ergebnis geführt. Ein 55 Jahre alter Gütersloher war es leid und klagte gegen die von der Stadt 2014 verordnete Radweg-Benutzungspflicht auf den Gütersloher Umgehungsstraßen. Der Kläger berief sich auf die Straßenverkehrsordnung. Der zufolge dürfe die Behörde nur dort eine Benutzung des Radweges vorschreiben, wo das aufgrund besonderer Umstände »zwingend erforderlich« sei. Das sei am Stadtring aber nicht der Fall. Der Radfahrer müsse deshalb das Recht haben, dort frei zwischen Radweg und Fahrbahn wählen zu können.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag, 6. Mai, im WESTFALEN-BLATT, Wochenendausgabe Gütersloh.

Kommentare

Das Maß der Dinge

Mit Bedenken betrachte ich die zunehmende Entwicklung
der letzten Jahrzehnte in denen nicht nur im Stadt- sondern auch Kreisgebiet
mit großem Aufwand Radwege hergerichtet und ausgebaut wurden
und nun durch die freie Wahl nicht wirklich benutzt werden.

Man könnte, mit zynischem Unterton, zwischen den Zeilen
zu dem Schluß kommen, dass es einigen Kommunen nur Recht
ist angesichts klammer Kassen, den Radverkehr auf die Straße zu lassen.

Die Mär vom freundlichen Radfahrer oder eines 'langsamen Straßenverkehrsteilnehmers'
der tunlichst im 5-Minutentakt die Kolonne hinter sich vorbeilässt, indem er zur Seite biegt
lässt sich heute schon im angrenzenden Südkreis zw. Wiedenbrück und Varensell
beobachten;

Straße: schon traditionell über Jahrzehnte eine Buckelpiste
Fahrradweg: nahezu neu, schnurgerade und kaum belegt

im Anflug der medialen Vermittlung diverser Tour de France oder Giro d'Italia
wird dennoch auf der Straße gefahren um ein echtes Live-Erlebnis
mit aufbrausenden Motoren, Hupen (außerorts nach StvO als
Überholsignal >noch< erlaubt) zu suggerieren

es grüßt euch der begeisterte Radler, der sich
trotz aller Studien und Urteile, auf dem Radweg
sicherer und wohler fühlt!

Gut So!

Radfahrer gehören nun mal auf die Fahrbahn. Und wenn es beim Überholen zu Problemen kommt, dann ist zunächst einmal der Überholende in der Verantwortung, dieses Sicher, also ohne Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmen, durchzuführen. Wenn er das nicht kann, dann muss er sich gedulden. Wer das nicht versteht, hat bei der Ausbildung wesentliche Elemente nicht verstanden und ist deshalb zum Führen einer gefährlichen Sache (dem Kraftahrzeug) nicht geeignet. Der Betreffende hat sich wahrscheinlich durch die Prüfung gemogelt oder er hat es vergessen - in beiden Fällen sollte der Betreffende das Führen von Kraftfahrzeugen unterlassen. Sollte es allerdings jemand verstanden und nicht vergessen haben so begeht er wegen Vorsatz eine Straftat - in solchen Fällen gehört der Führer eines Kraftfahrzeuges empfindlich bestraft - bis hin zu Gefängnis (Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr).

Unabhängig davon ist natürlich der Führer eines langsamen Fahrzeuges dazu verpflichtet, an geeigneter Stelle den schnelleren Verkehr durchzulassen, wenn sich mehrere Fahrzeuge hinter im befinden. Dies sollte etwa alle 5 Minuten geschehen, dann ist dieser Anforderung genüge getan. Wir sind ja nicht auf der Flucht...

Radfahrer auf der Straße sind für jeden Autofahrer eine Behinderung, insbesondere für Busse, LKW's, Auslieferungsfahrer etc.
Ich erlaube mir dieses Urteil, da ich sowohl begeisterter Radfahrer bin, als auch jahrelang tagtäglich beruflich im Auto unterwegs war. Dort jedem Radfahrer auf der Fahrbahn auszuweichen und gleichzeitig den Gegenverkehr zu beachten stellt ein hohes Risiko sowohl für Rad- als auch für Autofahrer dar. Als Radfahrer fühle ich mich definitiv auf dem Radweg sicherer, vorausgesetzt man beharrt nicht stur auf sein Recht und hält die Augen offen und wenn nötig die Bremsen in der Hand und achtet auf die anderen Verkehrsteilnehmer.
Radfahrer gehören auf den Radweg, dafür sind diese da. Gegenseitige Rücksichtnahme und das Beachten der Verkehrsregeln aller am Straßenverkehr teilnehmenden Personen würde hier viele Probleme lösen.
Erfreulich für den Kläger und den ADFC, wenn diese keine anderen Sorgen haben...

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