Aktions- und Kontrolltag im Kreis Gütersloh – 722 Radfahrer gestoppt Radler im Visier der Polizei

Gütersloh (WB). Erwischt hat es am Donnerstag viele: 50 Polizeibeamte haben an 57 Kontrollstellen im Kreis Gütersloh 722 Radfahrer gestoppt. Für mehr als die Hälfte der Radler endete die Kontrolle mit einem Verwarngeld oder einer Ordnungswidrigkeit.

Von Wolfgang Wotke
Ansage: Bei diesem Rentner war das Fahrrad in Ordnung. Trotzdem gibt Polizeihauptkommissar Andreas Koptik Tipps.
Ansage: Bei diesem Rentner war das Fahrrad in Ordnung. Trotzdem gibt Polizeihauptkommissar Andreas Koptik Tipps. Foto: Wolfgang Wotke

»Fast jeder zweite Radfahrer missachtet die Verkehrsregeln«, weiß Polizeihauptkommissar Andreas Koptik. Der hiesige Leiter des Verkehrsdienstes berichtet, dass 2016 die Beteiligung von Radfahrern an allen Verkehrsunfällen mit Personenschäden im Kreis bei 32 Prozent gelegen hat. Alarmierend sei die Entwicklung im Zusammenhang mit der Nutzung von Pedelecs: »Hier stieg die Anzahl der Verunglückten um 146,15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.« Grund genug, um einen Aktions- und Kontrolltag »Radfahrer« durchzuführen.

Oft waren Radfahrer auf dem Bürgersteig unterwegs

Mit dieser Maßnahme will die Polizei langfristig für mehr Sicherheit sorgen und die Akzeptanz der Verkehrsregeln erhöhen. So zumindest lautet das Ziel. In den meisten Fällen waren Radfahrer am Donnerstag verbotenerweise auf dem Bürgersteig unterwegs oder radelten auf einem Radweg in verkehrter Richtung oder bei Rotlicht über die Ampel, einige Räder wiesen technische Mängel auf. Häufig fehlten Front- und Heckreflektoren, Klingeln, Bremsanlagen waren mangelhaft oder defekt, Beleuchtungseinrichtungen wurden ganz oder teilweise vermisst.

Handy-Nutzung kann teuer werden

Beim Radfahren mit dem Handy zu telefonieren, ist gleich in mehrfacher Hinsicht riskant, auch in rechtlicher. Denn was im Auto während der Fahrt nicht geht, ist auch auf dem Fahrrad tabu. »Die Benutzung ist komplett verboten«, sagt Andreas Koptik. Egal, ob das Handy also zum Telefonieren, SMS schreiben oder Fotos machen benutzt werde, sobald die Hände im Spiel seien, kann es ein Knöllchen geben. Das koste 25 Euro. »Ein Bußgeld kann fällig werden, wenn das Handy nur in der Hand gehalten wird.«

Polizei will Bürger sensibilisieren

Verstöße gegen all diese Vorschriften gehörten zu den Hauptunfallursachen im Zusammenhang mit Radfahren, berichtet Polizeisprecherin Corinna Koptik. Man wolle sie durch Kontrollen sensibilisieren. »Unser Ziel ist es, sie zu schützen und Unfälle mit schweren Folgen zu verhindern.« Deshalb hatte die Polizei auch Autofahrer im Fokus: Parkt ein Fahrzeug auf dem Radweg? Achten Fahrer auf die Radler? Halten sie die Geschwindigkeit ein? Da verhängten die Beamten 30 Verwarngelder.

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