Nach der Party am 1. Mai muss die Stadt den Abfall entsorgen 25 Kubikmeter Müll in den Dalkeauen

Gütersloh (WB). Katerstimmung nach der ausgiebigen Maiparty in den Dalkeauen in Gütersloh: Mitarbeiter des Grünflächenamtes kehren am Montagmorgen 25 Kubikmeter Müll zusammen, die mehr als 3000 junge Menschen zurückgelassen haben.

Von Wolfgang Wotke
Insgesamt haben die Mitarbeiter des Grünflächenamtes der Stadt Gütersloh mehr als 25 Kubikmeter Müll in den Dalkeauen entsorgt.
Insgesamt haben die Mitarbeiter des Grünflächenamtes der Stadt Gütersloh mehr als 25 Kubikmeter Müll in den Dalkeauen entsorgt. Foto: Wolfgang Wotke

»Die Leute haben den Spaß, wir die Arbeit«, kommt Max Waldemar angesichts der Müllberge die gute Laune abhanden. Zusammen mit acht Kollegen ist der 49-Jährige bereits um 6.45 Uhr vor Ort. Mit Rechen und Harken durchkämmt das Team den Feier-Bereich vom Sonntag: Flaschen, Dosen, Becher, Essensreste, Verpackungen, Kronkorken, Plastik – alles verteilt sich wild über die Wiese.

Selbst zahlreiche Wegwerf-Grills aus Metall sind liegengeblieben. Aber auch Schlafsäcke oder Decken finden die fleißigen Grünflächenamt-Arbeiter. Illegale Lagerfeuer und Grillstellen verbrannten Teilstücke des Rasens.

Bierflaschen-Weitwurf sorgt für Scherben

Der 1. Mai ist der »Tag der Arbeit«. Dass es dabei um die eigene Arbeit geht, nicht aber darum, anderen mühselige Arbeit zu bereiten, haben einige Zeitgenossen mal wieder nicht verstanden. Das beweist der Müll, den dort meist Jugendliche hinterlassen haben. Obendrein hatten sie wohl überschüssige Kraft.

Dafür spricht der Haufen von Glasscherben, weil sich einige wohl im Bierflaschen-Weitwurf betätigt haben. »Auch aus der Dalke haben wir viele leere Flaschen gezogen«, berichtet Marcel Trittin. Zuvor haben bereits Pfandflaschensammler die Wiese »abgegrast«, auch auf der Suche nach Wertvollem, wie zum Beispiel verlorene Handys oder Euro-Münzen. »Die finden hier immer was und sind meist schon kurz nach Sonnenaufgang hier unterwegs.«

Reinigungsaktion kostet 3000 Euro

Es habe vor Jahren einmal ganz klein und friedlich in der Idylle an der Dalke angefangen. In den vergangenen Jahren, so Fachbereichsleiter Bernd Winkler, habe sich der 1. Mai dort mehr und mehr zu einer riesigen, unkontrollierten Großveranstaltung – übrigens ohne offiziellen Veranstalter – entwickelt.

Mit allen seinen negativen Begleiterscheinungen, beschreibt er die Situation. Warum die Besucher die vielen Mülltonnen nicht genutzt haben, die von der Stadtverwaltung dort aufgestellt wurden, sei ihm schleierhaft. »Die meisten sind heute Morgen leer«, verrät er und findet das alles sehr traurig. Und trotzdem: Die Bilanz der Mai-Feierlichkeiten auf dem öffentlichen Teil der Freizeitanlage an der Herzebrocker Straße sei jedoch nicht verheerender gewesen als im vergangenen Jahr.

Ärgerlich seien vor allem die zerschlagenen Glasflaschen. Glassplitter auf der Wiese oder im Sand des Dalkeufers stellten auch noch Wochen später Gefahren für andere Besucher und spielende Kinder dar. Die Kosten für die große Reinigungsaktion beziffert Bernd Winkler auf mehr als 3000 Euro.

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