Verein Biker-Union auf großer Fahrt – 130 Kuttenträger knattern auf ihren schweren Motorrädern durch Gütersloh Mit Rockern nichts am Helm

Gütersloh (WB). Eine imposante Kolonne von etwa 130 Motorrädern ist gestern von der Polizei eskortiert durch Gütersloh gefahren. An einer Tankstelle an der B 61 legten die Biker eine Rast ein.

Von Carsten Borgmeier
In wenigen Minuten werden die schweren Maschinen wieder gestartet und es geht weiter Richtung Bundeshauptstadt: Dörg »Koordi« Pfefferkorn (50, rechts) aus Herne und Joachim Seise (52) aus Gütersloh gehören zu den etwa 130 Motorradfahrern, die gestern an der B 61/Marienfelder Straße einen Tankstopp eingelegt haben.
In wenigen Minuten werden die schweren Maschinen wieder gestartet und es geht weiter Richtung Bundeshauptstadt: Dörg »Koordi« Pfefferkorn (50, rechts) aus Herne und Joachim Seise (52) aus Gütersloh gehören zu den etwa 130 Motorradfahrern, die gestern an der B 61/Marienfelder Straße einen Tankstopp eingelegt haben. Foto: Carsten Borgmeier

Viele von ihnen sehen in ihren schwarzen, mit Aufnähern übersäten Lederkutten etwas verwegen aus, erweisen sich aber als völlig harmlos und auskunftsfreudig. Denn mit ihrer alle zwei Jahre stattfindenden Sternfahrt nach Berlin wollen die Mitglieder der Biker-Union Werbung in eigener Sache machen. Sie sehen sich als die guten Motorradfahrer, möchten keinesfalls mit kriminellen Rockern in einen Topf geworfen werden.

Ferner fühlen sie sich von der Politik mehr und mehr diskriminiert – im Straßenverkehr sei alles nur auf das Auto ausgerichtet, sagen sie. So demonstrieren die Biker mit ihrer Tour quer durch Deutschland beispielsweise gegen »Bitumenpfusch« auf Autobahnen und zunehmende Straßensperrungen für Motorräder in Städten.

Streng reglementiert

»Das Motorradfahren in Deutschland wird immer strenger reglementiert, das hat mit Freiheit auf zwei Rädern bald nichts mehr zu tun«, klagt Dörg »Koordi« Pfefferkorn aus Herne. Der 50-Jährige hat sich in Hamm gemeinsam mit Biker-Kumpel Joachim Seise (52) aus Gütersloh der elften Sternfahrt angeschlossen.

Am Sonntag will die Truppe in Berlin angekommen sein, insgesamt rechnen die Organisatoren des 1986 in Mannheim gegründeten Vereins mit mehreren Tausend Teilnehmern, die aus allen Himmelsrichtungen auf ihren Feuerstühlen heranknattern.
Bereits zum sechsten Mal dabei ist Klaus Bremer (73) aus Hamburg.

Auch ein Freund aus Schweden dabei

Er war vor wenigen Tagen in Kiel zur Sternfahrt dazugestoßen. Geschlafen wird im Zelt auf Campingplätzen, für den eingefleischten Motorradfan ist die Tour ein Höhepunkt im Jahr. »Doch mit den jüngeren Fahrern ist nicht mehr viel los, die schlafen lieber im Hotel«, meint Bremer augenzwinkernd und fügt an: »Echte Biker duschen nicht, doch wenn ich die Youngster morgens schon mit ihren feinen Kulturtäschchen sehe...«

Erstmals konnte Bremer, der seit 1962 auf dem »Bock« sitzt, einen Biker-Freund aus Schweden zu der Fahrt der Biker-Union begeistern: Lars Lind (64) aus einem kleinen Dorf nahe Mariestad organisiert selbst Motorradtouren, von der Stimmung und der Atmosphäre auf dieser Route ist er aber angetan – man kennt sich von unzähligen Biker-Treffen.

Nach ihrer bei der Gütersloher Polizei ordentlich angemeldeten Durchfahrt ging es über Bielefeld auf die Autobahn 2, dann vorbei an Herford und der Porta Westfalica. Mehr zur Sternfahrt unter

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