37-jähriger Mann wollte so seine Drogensucht finanzieren Mit falschen Papieren Autos gekauft

Gütersloh (WB). Die gefälschten Papiere hat er sich auf Umwegen in Berlin besorgt, die Gehaltsbescheinigungen am eigenen Computer nachgemacht. Am Freitag ist der 37-jährige Mann zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er unter falschen Namen und getürkten Dokumenten in Gütersloh und Salzkotten Autos gekauft hat.

Von Wolfgang Wotke
Vor Gericht räumt der drogenabhängige Mann die Taten ein.
Vor Gericht räumt der drogenabhängige Mann die Taten ein.

Dabei soll ein Schaden von mehr als 56.000 Euro entstanden sein. Der Angeklagte war geständig, räumte die drei Taten in einem Gütersloher und Salzkottener Autohaus ein und ließ vor dem Schöffengericht eine Erklärung seines Verteidigers verlesen.

Das seien nicht die einzigen Straftaten, sagte sein Anwalt, zuvor habe er ähnliche begangen, die bereits abgeurteilt worden seien. Der Beschuldigte sitzt zurzeit eine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Heidering (Berlin) ab und wurde auch von dort aus zur Verhandlung nach Gütersloh gefahren.

Gefälschte Gehaltsbescheinigungen

Sein Mandat sei seit seinem 14. Lebensjahr drogenabhängig und sei immer wieder rückfällig geworden. Von einem Hafturlaub sei er nicht wieder zurückgekehrt. »Dann hat er bei einer Freundin in Lippstadt gewohnt und die strafbaren Handlungen in Gütersloh fortgesetzt«, erklärte Rechtsanwalt Axel Czapp aus Berlin. Das bestätigte der Angeklagte und gab zu, dass die zu Unrecht erstandenen Autos »versilbert« werden sollten, um so seine Rauschgiftsucht zu finanzieren.

Der Angeklagte, der in Innsbruck geboren wurde, geschieden ist und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, schilderte dem Gericht genau, wie er die Betrügereien begangen hat. »Ich beschaffte mir gefälschte Ausweise mit Fantasienamen.« Mal sei er als Marek J., mal als Marek R. aufgetreten. »Es war einfach, die erforderlichen Gehalts- und Meldebescheinigungen am Computer nachzumachen.«

Täter taucht unter

Dann habe er im Dezember 2013 in Salzkotten einen VW Golf gekauft. Er beantragte eine darlehensweise Finanzierung durch die Volkswagenbank und verpflichtete sich, die Gesamtsumme in Höhe von 18.093,21 Euro in Monatsraten zurückzuzahlen. Im Januar 2014 bestellte er auf gleiche Art und Weise bei einem Gütersloher Autohaus einen Ford-Transit-Kastenwagen für 11.782 Euro und einen VW Transporter für 26.370,08 Euro.

Die Volkswagenbank führte auch diese beiden Finanzierungen ohne Probleme durch. »Eine Woche später habe ich die Fahrzeuge dann mit einem Kumpel abgeholt. Ratenzahlungen habe ich nie geleistet.« Kurz danach sei er in Nürnberg untergetaucht und später von der Polizei wieder festgenommen worden.

Wo die Fahrzeuge heute sind, wisse er nicht. Ihm sei die Sache damals zu »heiß« geworden, deshalb habe er sich ohne den Golf und die Transporter abgesetzt. Der Angeklagte will jetzt eine Therapie beantragen, berichtete sein Verteidiger. Nur so könne er seine Sucht bekämpfen.

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