»Gefakte« Accounts beschäftigen die Gütersloher Polizei – schon zehn Strafanzeigen eingegangen Warnung vor falschen Facebook-Freunden

Gütersloh (WB). Mit »gefakten« Accounts missbrauchen anonyme Betrüger das Vertrauen unter Facebook-Freunden. Allein in den vergangenen 14 Tagen sind zehn Strafanzeigen bei der Gütersloher Polizei eingegangen.

Die Betrüger kopieren private Facebook-Seiten und kontaktieren die Freunde des Nutzers. Die Polizei warnt jetzt davor.
Die Betrüger kopieren private Facebook-Seiten und kontaktieren die Freunde des Nutzers. Die Polizei warnt jetzt davor. Foto: dpa

»Diese Leute kopieren einfach private Facebook-Seiten und kontaktieren betrügerisch Freunde des eigentlichen Users«, erklärte Polizeisprecherin Corinna Koptik. So gelinge es ihnen immer wieder, auf fremde Kosten Online-Bezahldienste zu nutzen, die über Handyverträge abgerechnet werden. Betroffen seien »offene« Facebook-Accounts mit öffentlichen Freundeslisten. »Diese fiese Masche ist längst noch nicht bei allen Nutzern sozialer Netzwerke bekannt.«

Die Kriminellen legten ein neues Facebook-Profil an, in das Einträge und Fotos eines bestehenden Accounts inklusive des Profilbildes kopiert werden. Koptik: »Die geklonten Seiten sehen dann genauso aus wie die echten.« Unter dem Vorwand, die Zugangsdaten zum eigenen Profil verloren zu haben, werde ein Freund des echten Profils mit einer neuen Freundschaftsanfrage kontaktiert. Akzeptiere der Kontakt die Anfrage, sei auch der Kriminelle ein echter Freund.

Dieser bittet wiederum um die Handynummer des neuen Freundes oder der Freundin, weil zum Beispiel das Handy abgestürzt ist und man müsse deshalb jetzt alle Kontakte neu anlegen. »Hat der Betrüger die Nummer, setzt er sie für Internet-Bezahldienste ein, die per SMS funktionieren. Der Freund oder die Freundin bekommen dann eine SMS mit einer PIN-Nummer, die für den Abschluss der Bezahlung erforderlich ist.«

Die Übermittlung des Codes, so Koptik,  fordere der Kriminelle per Facebook-Chat ein.  Der Handybesitzer könne mit der SMS vermutlich zunächst nichts anfangen und bekomme durch den Chat eine fadenscheinige Erklärung. »Dem Betrüger ist es allerdings nur wichtig, so schnell als möglich an die PIN-Nummer zu gelangen und pocht auf die Übermittlung der Kombination im Chat.«

Werde die Nummer übermittelt und beim Bezahlvorgang des Täters, meistens für Online-Spiele oder Internet-Lotterien, eingesetzt, tauche der Betrag auf der nächsten Handyrechnung des Opfers auf. Von all dem bekomme der echte Inhaber des kopierten Profils nichts mit.

Bei der Gütersloher Polizei haben sich einige Facebook-User gemeldet, die betrügerische Kontakte dieser Art rechtzeitig bemerkt hatten und kein Geld an die Kriminellen verloren haben. Andere haben den Betrug erst entdeckt, als bereits Bezahlvorgänge abgewickelt waren. Corinna Koptik: »Meistens geht es um Summen im zweistelligen Bereich, aber haben die Kriminellen erst ein Opfer gefunden, bleiben sie dran.«  Der Betrug lasse sich nur mit Aufmerksamkeit erkennen und verhindern. Bei jedem Datenaustausch im Internet, wie zum  Beispiel die Weitergabe einer Handynummer, sei höchste Sensibilität gefragt, warnt jetzt die Polizei.    Erhaltene Bezahlcodes,  egal ob selbst angefordert oder ohne eigene Anforderung erhalten,  dürften niemals  weitergegeben werden, »denn Betrüger setzen auch auf andere Maschen, um über ihre Opfer Bezahlcodes verschiedenster Provider zu beziehen und einzusetzen.«

Hier noch ein guter Tipp: Damit nicht jeder auf die persönlichen Kontakte auf Facebook zugreifen kann, muss in den Privatsphäre-Einstellungen die Sichtbarkeit der Freundkontakte auf »nur ich« eingestellt sein. Im Falle eines Betrugsverdachts sollte sofort die Polizei und der gesamte Freundeskreis informiert werden.

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