Räumdienst kommt gegen die Schneemassen nicht an – Kitas und Schul-Notbetreuung teilweise geschlossen
Der Altkreis im „Flockdown“

Altkreis Halle (WB) -

Solche Mengen Schnee hat der Altkreis Halle viele Jahre nicht gesehen. Die Räumdienste waren am Sonntag rund um die Uhr und noch länger im Einsatz und kamen doch nicht gegen die Massen an, die den ganzen Tag über vom Himmel fielen und vom Ostwind munter verweht wurden. Eine Sisyphos-Arbeit auch für alle, die zu Hause Wege und/oder Autos freischaufeln mussten.

Sonntag, 07.02.2021, 19:06 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 19:49 Uhr
Leute mit Trecker sind sehr gefragt – sei es zum Auto Freiziehen wie hier vorm Haller Rathaus oder zum Weg Freischieben. Foto: Malte Krammenschneider

 

Wobei die meisten die Warnungen beherzigten, den Wagen wenn möglich stehen ließen und daheim blieben. Das spiegelt sich in der Unfallstatistik der Polizei wider: Sie berichtet von einem normalen Einsatzgeschehen und zählte über den Tag im gesamten Kreisgebiet nur zehn glättebedingte Unfälle (Sachschaden rund 34.000 Euro). In der Nacht von Samstag auf Sonntag waren es sechs.

Auch die Feuerwehren, die sich auf die Extrem-Wetterlage vorbereitet hatten, brauchten nicht auszurücken. „Keine Einsätze“, meldet nicht nur Steinhagens Feuerwehrsprecher Andreas Kramme – wahrlich keine Selbstverständlichkeit.

Polizist Roland Wicknig

Polizist Roland Wicknig Foto: Malte Krammenschneider

Was nicht bedeutet, dass das Wetter nicht den ein oder anderen in die Bedrouille gebracht hätte. Schneefräsen, Schaufelbagger, Trecker mit Frontschild: Wohl dem im Außenbereich, der einen kennt, der mit so etwas aushelfen kann.

Denn die städtischen Bauhöfe waren mehr als genug damit beschäftigt, die Hauptwege frei zu halten. „Mann und Maus sind im Einsatz und machen, was möglich ist – zeitlich wie auch von den Zuwegungen her“, sagt Veith Lemmen, Bürgermeister in Werther, wo in den Außenbezirken auch Landwirte mit im Einsatz sind. Gleiches bestätigt Stadtsprecher Timo Klack für den Haller Bauhof, und doch sei es Sonntag selbst auf der großen Alleestraße zu Beeinträchtigungen gekommen. „Die Nebenstraßen sind nicht befahrbar“, sagte er und gab eine Bitte der Kollegen weiter: „Der Schnee von den Gehwegen soll nicht auf die Straßen geschaufelt werden.“

Halle Gartentraße

Halle Gartentraße Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Vom Lockdown in die „Flockdown“ wechseln zum Teil Kitas und Notbetreuungen in den Schulen. So gab die Stadt Halle bekannt, das die Kitas am Montag nicht öffnen, gleiches gilt für die Kita Ströhen in Steinhagen und nach Absprache mit Schulrat und Kreisschulbehörde für die Notbetreuungen in den Steinhagener Grundschulen. Und wie geht es Montagmorgen sonst weiter? Das blieb bis Sonntagabend ein Blick in die Glas- oder besser gesagt: die Schneekugel. Weitere Niederschläge bis in die Nacht waren angekündigt, so dass die Verkehrsbetriebe nicht absehen konnten, ob sie den Betrieb wieder aufnehmen. „Die Sicherheit unserer Fahrgäste steht an oberster Stelle“, sagt etwa MoBiel-Sprecherin Kristine Greßhöner. Bergstrecken seien in jedem Fall außen vor.

Dass es zu Behinderungen kommen wird, ist absehbar. Nicht nur im Berufsverkehr, der trotz Homeoffice-Pflicht einsetzt, sondern auch bei der Müllabfuhr.

Wichtiger Hinweis für alle, die einen Impftermin ergattert haben: Das Impfzentrum Gütersloh nimmt wie geplant seinen Betrieb auf. Der Winterdienst auf der Zufahrt und auf dem Gelände sei gesichert, heißt es von der Kreisverwaltung. Wer sich trotzdem nicht in der Lage sieht zu erscheinen, kann stattdessen am Dienstag, 9. Februar, zur vereinbarten Zeit kommen.

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