Trotz jüngster Corona-Fälle: Impfung läuft auch im Haus Ravensberg in Borgholzhausen an
Vor dem „Pieks“ kommt der Test

Borgholzhausen (WB) -

Hans Dieter Wegmann macht gegen 13 Uhr am Samstag als erster Piumer Bürger den Anfang. »Mir ist es wichtig, dass ich sicher bin und mich nicht mit Corona anstecke«, sagt der 83-Jährige, der seit fast vier Jahren in Haus Ravensberg wohnt, als ihm Michael Gödecke das Serum spritzt.

Sonntag, 03.01.2021, 16:58 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 17:02 Uhr
Hans Dieter Wegmann war der erste Bewohner im Haus Ravensberg, dem Michael Gödecke die Impfdosis gegen Covid-19 verabreichte.

 

»Wir freuen uns, dass wir mit dem Beginn der Impfung den Einstieg in den Ausstieg aus der Pandemie beginnen konnten«, so DRK-Vorstandssprecher Dennis Schwoch. Nach seinen Angaben wurden am Samstag 62 Bewohner und 88 Mitarbeiter gegen COVID 19 geimpft. Bedingung ist neben Symptomfreiheit, dass keine medizinischen Gründe dagegen sprechen und keine entsprechende Infektion durchgemacht wurde.

»Die Ärzte haben lange überlegt, ob die Aktion trotz der im Haus bekannt gewordenen Infektionsfälle zu verantworten ist«, betont Schwoch. Letztlich habe aber die Infektionslage klar auf bestimmte Bereiche eingegrenzt werden können. Derzeit befinden sich acht Bewohner noch in Quarantäne, lediglich zwei der rund achtzig Bewohner haben eine Impfung von sich aus abgelehnt. Schwochs besonderer Dank gilt den Borgholzhausener Hausärzten und ihrem achtköpfigen Helferteam aus medizinischen Fachangestellten. Denn bei der Bereitstellung des Impfstoffes sind besondere Sorgfalt und Geschick gefragt.

Jeder Impfkandidat wird vorher von freiwilligen Helfern getestet. Dann geht es im Einbahnstraßenmodus weiter. Rund um den »kleinen Pieks« gilt es, alles genau zu dokumentieren. Dazu haben alle Impfwilligen eine unterschriebene Einwilligungserklärung abzugeben. Pflegedienstleiterin Andrea Lehnert hat seit Dezember sämtliche Details und Abläufe akribisch vorgeplant. Jetzt gehören sie und Pflegekraft Tanja Rolle zu den ersten Mitarbeiterinnen, denen Dr. Hans Scheller und Dr. Birgit Gebauer die erste von zwei Impfdosen verabreichen.

Die erforderliche zweite Impfaktion soll am 23. Januar stattfinden. Für Dennis Schwoch ist es wichtig, dass sich möglichst viele Bewohner und Mitarbeiter impfen lassen. Mit der Einwilligungsquote in Haus Ravensberg zeigt er sich insgesamt zufrieden und hofft auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Als erster Schritt in diese Richtung könnte die Aufhebung des Besuchsverbotes gelten. Es bleibe jedoch so, dass bei jedem Besuch das Screening verpflichtend ist und FFP2-Masken zu tragen sind. Auch ein Schnelltest ist obligatorisch.

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