Aktuelle Straßenbaumaßnahmen an der Borgholzhausener Peripherie
»Schleichwege« werden saniert

Borgholzhausen (WB). Jahrelang hatten die Bürger im Süden von Borgholzhausen nicht nur unter dem Autobahnbau zu leiden. Viele fühlten sich auch durch den Abkürzungsverkehr auf den offenbar nicht nur Ortskundigen bekannten »Schleichwegen« belästigt. Neben den Menschen wurden auch die Straßen stark in Mitleidenschaft gezogen. Jetzt sollen die Herbstferien genutzt werden, um die heftigsten Schäden zu beheben.

Samstag, 03.10.2020, 05:00 Uhr
Der Sanierungsstau von Gemeindewegen in Pium wird nach der Fertigstellung der Autobahn jetzt behoben: (v.l.) Magnus Lindner, Fred Peters (beide Stadt Borgholzhausen), Arnold Weßling (Vorsitzender Bauausschuss), Rainer Bekkötter (Straßenbauunternehmen) und Bürgermeister Dirk Speckmann.         

»Wir haben jahrelang Unterhaltungsmaßnahmen auf das Nötigste beschränkt, den Anliegern aber versprochen, nach dem Lückenschluss die Gemeindewege über Deckenerneuerungen wieder instand zu setzen«, sagt Bürgermeister Dirk Speckmann. Den Anfang machen der Eschweg auf einer Länge von rund 750 Metern zwischen Bahnübergang Bödinghausen und Stockkämper Straße, ein etwa 300 Meter langes Teilstück der Oldendorfer Straße und die Holtfelder Straße, wo auf 1.700 Metern bis zur Autobahnbrücke Asphaltdecke und Bankette erneuert werden.

Neue Methoden gegen Risse

Vor allem im letztgenannten Bereich kommen dabei erstmals in Borgholzhausen neuartige Methoden der Asphaltbewehrung zum Einsatz. »Dabei wird zwischen den oberen Schichten ein spezielles Glasfasergewebe eingezogen«, erläutert Fred Peters vom Fachbereich Planen und Bauen. So sollen Rissbildungen im Asphalt durch Wurzelaufbrüche und Verdrückungen vor allem in den Bereichen mit altem Eichenbestand verhindert werden. Hier handelt es sich nach Angaben von Magnus Lindner um den Versuch, das Prinzip der Nachhaltigkeit auch im Straßenbau anzuwenden.

Für ihn ist die vorbereitende Planung eine seiner letzten Amtshandlungen gewesen. Er wechselt aus privaten Gründen nach Bad Iburg und wird nach Ansicht von Arnold Weßling eine merkliche Lücke beim Bauamt hinterlassen, wie er als Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses mit großem Bedauern anmerkt. »Wir freuen uns im laufenden Bewerbungsverfahren über weitere kurzfristige Bewerbungen von Tiefbauingenieuren«, bestätigt auch Dirk Speckmann. Er kündigt an, dass die Verwaltung für das Straßenunterhaltungsprogramm 2021 dem neuen Rat bei den kommenden Haushaltberatungen keine größeren neuen Maßnahmen empfehlen wird. Neben knapper Finanzen liege das auch an der angespannten personellen Ressourcenlage in der Bauverwaltung, räumt Speckmann ein.

Start in Holtfeld

Der Ausführungszeitraum der Baumaßnahmen an Eschweg und Oldendorfer Straße liegt zwischen dem 5. und 23. Oktober, für die Holtfelder Straße kommt wegen des Schulbusverkehrs nur die Zeit vom 12. bis zum 23. Oktober in Frage. Anwohner müssen sich auf temporäre Sperrungen und mögliche Umleitungen einstellen. Den Kostenrahmen für diese drei Baumaßnahmen beziffert Magnus Lindner auf rund 215.000 Euro.

Deutlich kostspieliger werden weitere Projekte, für die aber unterschiedliche Fördermittel in Anspruch genommen werden können, sofern sie noch in diesem Kalenderjahr beginnen. Hier handelt es sich um den Neubau der Hörster Straße inklusive Brückenbauwerk (Ende Oktober bis August 2021), die Sanierung von Hesselner Straße (bis Ende November 2021) und Bödinghausen mittels Ausweichbuchten und einer Allee- und Heckenstruktur. Von den geplanten Investitionskosten in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro könnten rund 820.000 Euro aus diversen Zuschusstöpfen kommen.

Etwas anders stellt sich die Situation am Holzweg dar, wo die zahlreichen Baufahrzeuge bei ihren Bodentransporten erhebliche Schäden an den dafür nicht ausgelegten Gemeindewegen verursacht haben. Im Gegensatz zu den übrigen Straßen, für die ja Umleitungen ausgeschildert waren, könnte sich hier der Landesbetrieb Straßen.NRW an den Sanierungskosten beteiligen. Unklar ist aber bisher, was mit den noch bestehenden Bodenlagern geschehen soll. »Es laufen Gespräche, zwei Lager unangetastet zu lassen«, sagt Fred Peters über die seiner Ansicht nach kostengünstigste Alternative. Die beiden »angeknabberten« sollten aber zumindest platt gewalzt werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7613780?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516074%2F
Gesundheitsminister Spahn hat Corona
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Nachrichten-Ticker