Mut zum Wandel – Corona beschäftigt auch Kirchenkeissynode in Werther
Nicht alles geht auf Dauer digital

Werther (WB). Zu einem Abschied vom Geist der Furcht und der zurückblickenden Verzagtheit, zu mehr Mut zum Wandel ruft Walter Hempelmann auf. Bei der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises in Werther legte der Superintendent den Schwerpunkt auf die Situation der Kirche in der Corona-Krise. Vieles habe man absagen, verschieben oder in alternativer Form durchführen müssen – auch die Synode selbst.

Mittwoch, 09.09.2020, 04:00 Uhr
Der neue Kreissynodalvorstand besteht aus (von links) Superintendent Walter Hempelmann, Torsten Böhling (Steinhagen), Kurt Dyszak (Werther), Assessor Dirk Leiendecker (Versmold), Eva Appelhans-Schröder (Harsewinkel), Birgit Gillmann (Bockhorst), Uta Ahnen (Borgholzhausen), Dr. André Heinrich (Brockhagen) und Edeltraud Schlüter (Halle). Foto: Kerstin Panhorst

Der Mensch, für den alles machbar, planbar und steuerbar zu sein schien, wurde eines besseren belehrt.

Superintendent Walter Hempelmann zum Coronavirus

„Das Virus hat ein Gottesprädikat, es ist allgegenwärtig. Der Mensch, für den alles machbar, planbar und steuerbar zu sein schien, wurde eines besseren belehrt“, sagt Hempelmann. Umso beeindruckender sei, wie die Gemeinden auf die veränderte Situation reagiert haben. Schnell wurden neue Formen des Miteinanders gefunden mit Podcasts, Youtube-Videos, Video- und Telefonkonferenzen oder Online-Gottesdiensten. Umarmungen, Singen und auch der Friedensgruß seien aber nicht auf Dauer digital ersetzbar: „Kirche lebt von der Gemeinschaft, von der Begegnung.“

Da ein Ende der Pandemie noch nicht absehbar sei, könne man auch die Auswirkungen, etwa finanzielle Folgen, noch nicht absehen. Finanziell sei der Kirchenkreis aber wohl mit nur „einer Delle“ davon gekommen, auch wenn sich momentan noch keine exakten Zahlen nennen lassen.

Zu viel Bürokratie beklagt

Neben der Pandemie gibt es weitere Themen, die die Kreissynode beschäftigen: Das gemeinsame Evangelische Kreiskirchenamt (EKKA), insbesondere die Abstimmung von Prozessen innerhalb des EKKA sowie zwischen dem EKKA und den Kirchengemeinden, bedürfen der Optimierung. Auch die Synodalen berichten von Problemen mit der Verwaltung und zu viel Bürokratie. Auch weiter sinkende Gemeindegliederzahlen waren Thema und der Wunsch nach neuen Möglichkeiten, dem entgegen zu wirken. In Bezug auf die Corona-Pandemie wurden Fragen zur Durchführung des Abendmahls, der Zukunft der Kinder- und Jugendfreizeiten und der digitalen Grundausstattung der Gemeinden diskutiert.

Die 61 Teilnehmer wählten Annette Petrick zur Kreiskantorin und Ursula Schmolke zur Stellvertreterin. Pfarrerin Silvia Schultz (Borgholzhausen), Dieter Hagemeyer (Halle) und Klaus Härtner (Bockhorst) wurden aus dem Kreissynodalvorstand verabschiedet. Neue Mitglieder sind Edeltraud Schlüter (Halle), Uta Ahnen (Borgholzhausen) und Pfarrerin Birgit Gillmann (Bockhorst).

Das macht die Kreissynode

Die Kreissynode ist die oberste Instanz und das Parlament des Evangelischen Kirchenkreises. Zum Kirchenkreis Halle gehören die acht evangelischen Gemeinden Bockhorst, Borgholzhausen, Brockhagen, Halle, Harsewinkel, Steinhagen, Versmold und Werther.

Der Kreissynodalvorstand (KSV) ist das Leitungsgremium des Evangelischen Kirchenkreises Halle und führt zwischen den Tagungen der Kreissynode die Amtsgeschäfte des Kirchenkreises. Er setzt sich zusammen aus dem Superintendenten, dem Assessor (stellvertretender Superintendent), dem Scriba (Schriftführer) – diese drei sind ordinierte Theologen – sowie einer weiteren Theologin und fünf nicht-theologischen Mitgliedern.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7573447?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516074%2F
Chaotische erste TV-Debatte von Trump und Biden
US-Präsident Donald Trump (l) und Herausforderer Joe Biden liefern sich einen Schlagabtausch.
Nachrichten-Ticker