Ordnungs-Dezernent des Kreises Gütersloh hält diese Vorsorge für „nicht erforderlich“ Feuerwehr Borgholzhausen sagt wegen Corona Versammlung ab

Halle/Borgholzhausen/Gütersloh(WB). Begründet mit Risiken durch das Corona-Virus haben Feuerwehren im Kreis Gütersloh Dienstversammlungen abgesagt. So hat zum Beispiel die für den Freitagabend angesetzte Versammlung der beiden Feuerwehrlöschzüge in Borgholzhausen nicht stattgefunden. Dabei werden die Risiken durch Corona offenbar sehr unterschiedlich eingeschätzt.

Von Stefan Küppers
Einige Feuerwehren im Kreis Gütersloh haben als Vorsorgemaßnahme gegen das Corona-Virus Dienstversammlungen abgesagt. Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Bewertungen.
Einige Feuerwehren im Kreis Gütersloh haben als Vorsorgemaßnahme gegen das Corona-Virus Dienstversammlungen abgesagt. Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Bewertungen. Foto: WB-Symbolfoto

Corona-Quarantäne für Löschzüge würde Gefahrenabwehr schwächen

Denn die Dienstversammlung der Gesamtwehr von Halle am kommenden Freitag soll nach den Worten von Wehrführer Wilhelm Köhne wie geplant stattfinden. Derweil hat am Freitag der für das Ordnungswesen zuständige Dezernent beim Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch, die von Teilen der Feuerwehr getroffenen Vorsorgemaßnahmen als „nicht erforderlich“ eingeschätzt.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Udo Huchtmann aus Borgholzhausen bezeichnete auf Anfrage des WB die Absage der Dienstversammlung in seinem Heimatort als „reine Vorsichtsmaßnahme“ und sprach von „einem gleichlautenden Signal der Feuerwehren“. Es gehe darum, Risiken zu minimieren. Denn wenn wegen eines Corona-Falls in den eigenen Reihen ganze Löschzüge in Quarantäne müssten, sei das nicht gut für die allgemeine Gefahrenabwehr.

Stellvertretender Kreisbrandmeister verweist auf Regelungen in anderen Kreises

Huchtmann verwies auf die voran gegangenen Versammlungs-Absagen von Werksfeuerwehren zum Beispiel bei Mohn-Media, auf eine abgesagte Dienstversammlung beim Löschzug Gütersloh-Spexard sowie auf Regelungen in den Kreisen Steinfurt und Minden-Lübbecke, in denen ebenfalls Feuerwehr-Versammlungen abgesagt worden seien. Im Kreis Steinfurt werde außerdem auf Ausbildungsveranstaltungen verzichtet. Huchtmann betonte, dass die Feuerwehren im Kreis weiterhin ihren normalen Übungsdienst verrichteten und im Ernstfall einsatzbereit seien.

Ordnungsdezernent des Kreises hält das Risiko für „vernachlässigbar gering“

Auf die Frage, welches Signal Feuerwehren mit den Absagen in die Öffentlichkeit sendeten, nahm Ordnungs-Dezernent Thomas Kuhlbusch deutlich Stellung. „Wir haben im Kreis Gütersloh 365.000 Einwohner und aktuell keinen bekannten Corona-Fall. Deshalb halte ich auch das Risiko bei Dienstversammlungen der Feuerwehr für vernachlässigbar gering.“ Er empfehle allen Bürgern, sich an die Hinweise des Robert-Koch-Institutes zum vorbeugenden Infektionsschutz zu halten wie zum Beispiel zur Nies-Etikette oder dem regelmäßigen Händewaschen (www.rki.de).

Er persönlich würde bei der „derzeit unkritischen Lage im Kreis Gütersloh“ auch weiterhin auf Vereinsversammlungen oder auch Geburtstagsfeiern gehen, sagte Kuhlbusch. Abschließend wies der Dezernent darauf hin, dass die Lage mit der klassischen Grippe-Influenza mit etwa 20 gemeldeten Fällen pro Tag im Kreis Gütersloh deutlich auffälliger als die beim Corona-Virus sei.

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