Haus von Walter Kroemmelbein in Borgholzhausen lädt zum »Tag des offenen Denkmals« ein.
Künstlerhaus öffnet die Pforten

Borgholzhausen (WB). »Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur« lautet in diesem Jahr das Motto des bundesweiten Tages des offenen Denkmals. Zum 26. Mal haben Besucher die Gelegenheit, historische Bauten und Stätten zu besichtigen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Zum dritten Mal beteiligt sich auch die Kroe-Stiftung und lädt ins Künstlerhaus »Am Tempel 10« ein.

Freitag, 06.09.2019, 08:00 Uhr
Am Tag des offenen Denkmals gibt es wieder viel zu entdecken. Carl-Heinz Beune, Sigrid Heidbrede und Klemens Keller von der Kroe-Stiftung laden zu einem Besuch des etwas versteckt aber idyllisch gelegenen Künstlerhauses Kroe ein. Foto: Johannes Gerhards

»Die Hektik des Alltags bleibt hinter solchen Mauern zurück«, sagt Stiftungsvorstand Klemens Keller. Das ehemalige Wohnhaus Walter Krömmelbeins und seiner Familie findet nach seinen Worten auch im südlichen Kreisgebiet zunehmend Anklang. Herausgeputzt, um- und aufgeräumt präsentiert sich das Künstlerhaus am 8. September zwischen 14 und 17 Uhr den interessierten Besuchern.

»Von architektonischem Umbruch, der eigentlich an den schnörkellosen und nüchternen Bauhausstil erinnern soll, ist hier nichts zu spüren«, räumt Carl-Heinz Beune in der »guten Stube« des ehemaligen Kötterhauses ein. Der Wandel habe sich nicht am Gebäude, wohl aber in Kroes Kunst besonders radikal und kompromisslos vollzogen. Ab 1952 verschrieb er sich ausschließlich der »ungegenständlichen, absoluten Malerei«.

Exzentrische Persönlichkeit

Dieser künstlerische Umbruch passt nach Beunes Ansicht gut zum Motto des »offenen Denkmals«. Er beweise, dass »wir gar nicht so träge sind auf dem Land«. Kroe sei der Liebe wegen nach Borgholzhausen gezogen und habe dennoch den Anschluss an die damals richtungsweisende Kunstrichtung des Informel nicht verloren. Sein oftmals unterschätztes künstlerisches Erbe zu bewahren und zu würdigen gehört neben der Pflege des Kroe-Hauses zu den vorrangigen Aufgaben der vor drei Jahren gegründeten Stiftung.

Am Sonntag wird ständig ein fachkundiger Vertreter vor Ort sein und Fragen zu Kroes Schaffen und Wirken beantworten können. Immer noch tauchen verschollen geglaubte oder bisher unbekannte Werke des Künstlers auf. Einige charakteristische Bilder hängen nach wie vor im Künstlerhaus und verdeutlichen seine Entwicklung vom gegenständlichen und dokumentarischen Illustrator von Lehr- und Schulbüchern zum experimentellen und avantgardistischen Maler.

Zweiter Öffnungstag

Kroe habe sich als exzentrische Persönlichkeit aktiv in die Belange der Öffentlichkeit eingemischt und auch die politische Obrigkeit kritisiert, so erinnern sich Klemens Keller und Carl-Heinz Beune. Einige seiner Ideen hätten sich erst viel später durchgesetzt. Das Haus und der umgebende parkähnliche Garten sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Wer es diesmal nicht schafft, kann eine Woche später einen zweiten Versuch starten. Am 15. September zwischen 11 und 18 Uhr stehen Haus und Park im Rahmen der offenen Gartenpforten ein letztes Mal vor der Winterpause interessierten Besuchern zur Verfügung.

Sigrid Heidbrede kümmert sich seit zwölf Jahren um Kotten und Gelände und legt Wert darauf, Stimmung und Areal möglichst im Sinne des Künstlers zu erhalten.

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