293 Haushalte und vier Unternehmen in Borgholzhausen gelten als unterversorgt
Millionen fürs schnelle Internet

Borgholzhausen (WB). Für eine Flächenkommune wie Borgholzhausen ist die Versorgung mit schnellem Internet für alle Haushalte durchaus ein Problem. Gewinnorientierte Unternehmen konzentrieren sich beim Ausbau ihrer Infrastruktur im Allgemeinen auf die leicht zu erreichenden und zentralen Wohn- und Gewerbegebiete.

Montag, 03.06.2019, 08:03 Uhr aktualisiert: 03.06.2019, 08:10 Uhr
Mehrfarbige Kunststoffrohre für das spätere Einziehen von Lichtleiterkabeln für den Breitbandausbau sollen auch in Borgholzhausen verlegt werden. Foto: Jens Büttner/dpa

»Im Rahmen eines Markterkundungsverfahrens im Kreis Gütersloh wurden in Borgholzhausen 248 unterversorgte Adressen ermittelt«, erläuterte Breitbandkoordinator Jan Dübner in der jüngsten Ratssitzung. Unterhalb der »Aufgreifschwelle« von 30 Mbit/sec beim Downstream könnten dafür Fördermittel beantragt werden. Für die beteiligten Kommunen ist ein Eigenanteil von zehn Prozent der Wirtschaftlichkeitslücke vorgeschrieben.

Funktionierender Internetanschluss so wichtig wie Strom und Wasser

Im Bereich der Stadt Borgholzhausen sind für die Anbindung der als unterversorgt geltenden 293 Haushalte und vier Unternehmen insgesamt 60,37 Kilometer Trassenbau erforderlich. Inklusive Glasfaser und Leerrohr werden die Kosten dafür mit 90 Euro pro laufendem Meter kalkuliert. Bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 5.668.647 Euro schätzt der Berater die Wirtschaftlichkeitslücke auf 5.752.956 Euro. Pro Adresse beträgt die von Bund (50 Prozent) und Land (40 Prozent) geleistete Fördersumme genau 23.197,74 Euro. Der kommunale Anteil pro Adresse beläuft sich also auf 2.319,74 Euro.

Im Namen der CDU bezeichnete Arnold Weßling es als fahrlässig, »den Auftrag, die Gleichartigkeit der Bedingungen sicherzustellen, nicht wahrzunehmen«. Laut Christian Poetting (BU) ist ein funktionierender Internetanschluss so wichtig wie Strom und Wasser. Mangels verfügbarer Alternativen sei es wichtig, zukunftsfähige Infrastruktur dahin zu bringen, wo der Markt bisher versagt hat, ergänzte sein Fraktionskollege Reiner Meyerhoff. Auch Piums Bürgermeister Dirk Speckmann bezeichnete gutes Internet als unverzichtbare Daseinsvorsorge.

Mit einstimmigem Votum wurde der Kreis Gütersloh beauftragt, einen Förderantrag für den Ausbau der verbliebenen unterversorgten Haushalte zu stellen. Nach Vorliegen der endgültigen Förderbescheide kann der Kreis als Zuwendungsempfänger den Kooperationsvertrag mit dem im Ausschreibungsverfahren ausgewählten Telekommunikationsunternehmen schließen. Frühestens 2021 ist nach Speckmanns Angaben mit dem Baubeginn zu rechnen.

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