Larissa Menkhaus (24) aus Borgholzhausen vermarktet ihre pfiffige Geschäftsidee
Bausatz für gehäkelte »Grinsetiere«

Borgholzhausen (WB). »Handarbeit ist sehr modern geworden«, sagt Larissa Menkhaus über eine Tätigkeit, die in manchen Augen ein eher angestaubtes Image hat. Sie hat 2012 ihr Ein-Frau-Unternehmen »LaCritza« gegründet und Anfang 2018 den Sprung in die vollständige Selbständigkeit gewagt.

Mittwoch, 06.03.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 14:52 Uhr
Jungunternehmerin Larissa Menkhaus aus Borgholzhausen zeigt ihren kleinen Privatzoo mit den selbst entworfenen »Grinsetieren«. Sie ist inzwischen selbstständig. Foto: Johannes Gerhards

Die 24-Jährige ist in Osnabrück geboren und häkelt seit ihrem fünften Lebensjahr. Nach dem Abschluss ihres Studiums »Management sozialer Dienstleistungen« in Vechta hat sie sich in Borgholzhausen niedergelassen und vertreibt ihre kreativen Produkte über den eigenen Online-Shop. Als eine von 16 Handarbeits- und Designbloggern aus dem deutschsprachigen Raum beteiligt sie sich am einzigartigen und einmaligen Projekt »Häkeln und Stricken – das Designermagazin«. Dieses wird Mitte März als gedruckte Ausgabe erstmals in Dortmund bei der CREATIVA, der größten und vielfältigsten Kreativmesse Europas, vorgestellt und ist danach über die Webseite www.lacritza.de erhältlich.

Sammelbergriff »Amigurumis«

»Die Grinsetiere sind meine eigene Erfindung, wenn ich einen Lauf habe, kommt jeden Monat eins dazu«, sagt Larissa Menkhaus über ihre Geschäftsidee, die sich zum Selbstläufer entwickelt habe. Der Sammelbergriff »Amigurumis« für die freundlichen Viecher ist eine Zusammensetzung der beiden japanischen Verben »amu« für Stricken und »kurumu«, was einhüllen oder verpacken bedeutet. Mehr als 30 verschiedene Tierarten von Affen über Fledermäuse bis zu Drachen und Schlangen bevölkern LaCitzas Privatzoo im Regal ihrer Geschäftsräume.

»Auch wenn es extrem klischeehaft klingt, kommt bei mir Kundenzufriedenheit auf jeden Fall vor Gewinnmaximierung«, betont die selbstbewusste Unternehmerin. Sie vertreibt ihre gehäkelten Figuren nicht als fertiges Produkt sondern im Bausatz oder als »Do-it-yourself-Kit« im Materialpaket. Separat dazu verschickt sie detaillierte und bebilderte 15-seitige Anleitungen für häkelbegeisterte Kunden. Diese sollten allerdings schon etwas geübt sein und mit Geduld zu Werke gehen, damit ihre Eigenerzeugnisse den Qualitätsstandard von Larissas Originalen erreichen.

»Ein Vertrieb der fertigen Tiere oder gar die offizielle Einstufung als Spielzeug würde sich wirtschaftlich nicht lohnen«, betont die Häkelspezialistin. So überlässt sie es lieber ihrer Kundschaft, die sympathischen Grinsetiere als Sammelobjekte, Dekorationsartikel oder Spielzeug zu nutzen.

Favorit ist der Grinsebär

Der persönliche Favorit von Larissa Menkhaus ist immer noch der Grinsebär, gleichzeitig war der Verwandte des Teddys auch die allererste Figur ihrer Kollektion. Schnecken seien dagegen die Publikumslieblinge und Verkaufsrenner - trotz komplizierter »Friemelarbeit« und gelegentlich mangelnder Standfestigkeit - weil das gewundene Schneckenhaus die Statik durcheinander bringt. Ihre Kunden findet »LaCritza« über soziale Netzwerke oder das Internet, aber auch die analoge Mund-zu Mund-Propaganda spielt nach ihren Angaben immer noch eine Rolle.

Neben ihrem Häkelzoo beschäftigt sich Larissa Menkhaus zur Abwechslung auch mit Accessoires wie Schals, Tüchern, Mützen und Stirnbändern oder selbstgestalteten Postkarten. Sie liebt ihre unternehmerische Unabhängigkeit und orientiert sich je nach Lust und Laune lieber an ihrer Tagesform als am vorgefertigten Businessplan. So könne sie sich frei entfalten und jeder Idee nachgehen. Das Leben auf dem Lande zieht sie der zunehmenden Unruhe in der Stadt vor. »Wenn man irgendwohin in Urlaub fährt, geht es doch meistens dahin, wo es ruhig ist, dann kann man auch gleich da wohnen«, so erklärt sie ihre Vorliebe für Borgholzhausen.

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