Was Borgholzhausens Bürgermeister Dirk Speckmann 2018 alles voran treiben will Speckmann: »Bürgerbeteiligung ist wichtig«

Borgholzhausen (WB). Bürgermeister Dirk Speckmann will 2018 weitere große Veränderungen in Borgholzhausen voran treiben. In diesem Prozess will er die Bürger aber ausdrücklich mitnehmen. »Es ist sehr wichtig, dass die Bevölkerung einbezogen wird«, sagt er im WB-Gespräch und verweist dabei auf seiner Ansicht nach gute Erfahrungen im abgelaufenen Jahr.

Von Stefan Küppers
Bürgermeister Dirk Speckmann will nicht nur hinterm Schreibtisch sitzen. Er schätzt den Dialog mit Bürgern als politisch wichtig ein.
Bürgermeister Dirk Speckmann will nicht nur hinterm Schreibtisch sitzen. Er schätzt den Dialog mit Bürgern als politisch wichtig ein. Foto: Küppers

Drei Beteiligungsprojekte stellt Speckmann heraus. Beim Wegenetzkonzept für den weiträumigen Außenbereich wurde im Gespräch mit den Bürgern eine grundsätzliche Prioritätenliste diskutiert, die mehr Struktur in den Umgang mit den weitläufigen Gemeindestraßen bringen soll. Auch das Piumer Mobilitätskonzept wurde bei einem sogenannten Infomarkt von vielen Bürgern begleitet.

Weichen für neuen Supermarkt werden bald gestellt

Auch den Bürgerworkshop zur sogenannten Süderschließung von Borgholzhausen, die die Erweiterung der Firma Schüco und die Neuanbindung von Bartling sowie die gewerbliche Abrundung der Kernstadt ermöglichen soll, verbucht er als Erfolg. Zwar gibt es eine kritische Bürgerinitiative. Doch immerhin sei von deren Seite auch zugestanden worden, dass eine südliche Erschließung der Firma Bartling Sinn mache, stellt der Bürgermeister fest. In diesem Jahr schließlich startet die Beteiligung der Bürger an dem möglichen Erdkabel-Projekt der Firma Amprion. »Ich finde diesen Beteiligungsweg richtig und wichtig und wir müssen das bei den großen Themen in Pium weitermachen«, sagt Speckmann. Bezüglich eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK), das zum Beispiel in Halle, aber auch in anderen Kommunen angegangen wurde, zeigt sich Speckmann freilich skeptisch: »Ich sehe im Moment kein Leuchtturmprojekt, das man dafür aber bräuchte.«

Wenn der Bürgermeister gedanklich über Pium fliegt, fallen ihm eine Reihe bedeutender Entwicklungsprojekte ein. So soll schon in den nächsten Wochen Klarheit herrschen über den Bau eines Supermarktes an der Kaiserstraße im Herzen von Pium. Speckmann ist überzeugt, dass der neue Supermarkt mit etwa 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche gut den Verlust des Markant-Marktes am Uphof kompensieren und zusammen mit dem Edeka-Markt und dem Aldi die Grundbedürfnisse des täglichen Bedarfs erfüllen wird.

Dritter Bauabschnitt im IBV könnte 40 Hektar groß werden

In Borgholzhausen-Bahnhof hat die Stadt jetzt das ehemalige Bahnhofshotel gekauft, das Platz machen soll für eine moderne Mobilitätsstation, die wiederum den Ortsteil aufwerten soll.Ein wesentlicher Entwicklungspunkt bleibt das interkommunale Gewerbegebiet IBV, in dem derzeit noch elf Hektar nicht bebaut sind. »Die Flächen sind von Unternehmen aber bereits reserviert«, sagt Speckmann. Von besonderer Bedeutung sind die Entwicklungsperspektiven für das IBV rund um die

Ideen für neue Sportorganisation in Pium

Kann dieses Piumer Modell für die Bewältigung von Konflikten im Sportbereich auch ein Vorbild für andere Kommunen sein? Speckmann jedenfalls will 2018 der Zersplitterung der Vereinsstruktur im Ort entgegenwirken und so zugleich schwelende Streitpunkte beseitigen. So gibt es mittlerweile drei Tanzsportabteilungen in Pium und auch in der Leichtathletik macht man sich gegenseitig Konkurrenz. Speckmann will durch die Einsetzung eines hauptamtlichen Geschäftsführers (»Das muss ja keine ganze Stelle sein«) die Vereine zur Kooperation bringen und die Vorstände von Verwaltungsaufgaben nachhaltig befreien. »Für den Verkehrsverein bezahlt die Stadt ja auch einen Geschäftsführer«, hält Speckmann dieses öffentliche Engagement in einer Sportstadt wie Pium für gerechtfertigt.

Die entlasteten Vorstände sollen sich dann auf ihre Spartenarbeit konzentrieren können. Speckmann: »Das kann in Borgholzhausen gut funktionieren, weil wir keine identitätsstiftenden Ortsteilvereine wie andere Kommunen haben.«

Autobahnabfahrt. Dazu laufen derzeit die Gespräche zur notwendigen Regionalplanänderung mit der Bezirksregierung. Für das IBV ist laut Speckmann in einem dritten Bauabschnitt eine Erweiterung von 40 Hektar und mehr vorgesehen. Speckmann geht davon aus, dass diese IBV-Erweiterung sich auch südlich der A33 erstrecken könnte, allein schon weil hier die beteiligten Kommunen mit einiger Aussicht an die notwendigen Grundstücke kommen könnten. »Der Bedarf für neue Industrieflächen ist offenkundig, nicht nur die Logistiker suchen händeringend Flächen«, sagt der Piumer Bürgermeister.

Erneuerung des DRK-Altenzentrums bietet viele Chancen

Hoch erfreut ist Speckmann, dass es nun mit der Erneuerung des DRK-Altenzentrums Haus Ravensberg voran geht. Bekanntlich soll ein neues Bettenhaus mit 80 stationären Pflegeplätzen gebaut werden. Doch dabei bleibt es nicht. Das DRK will auch eine zusätzliche Pflegewohngruppe aufbauen. Speckmann: »So kann sich der Bürger auch in Pium mit der kompletten pflegerischen Kette versorgen, von der aufsuchenden Pflege über die Tages- und Kurzzeitpflege, schließlich zu den Wohngruppen und der stationären Pflege.« Der Bürgermeister kündigt weiterhin an, dass demnächst ein neues Projekt mit neuen Behinderten-Wohngruppen der Stiftung Ummeln öffentlich werden wird.

Digitalisierung der Arbeit im Rathaus

Zur Entscheidung stehen aktuell noch der Neubau einer fünften Kita in Pium sowie die Errichtung einer Mensa für die OGS an der Violenbachgrundschule an. Großes Thema bleibt auch 2018 die Digitalisierung, wobei hier nicht nur die Breitbandversorgung in den Außenbereichen gemeint ist. Speckmann will gerade in der Verwaltungsarbeit digital weiterkommen und verweist beispielhaft auf einen neuen Rechnungs-Workflow im Piumer Rathaus. Rechnungsein- und -ausgänge werden jetzt digital abgearbeitet, was jede Menge Zeit und Papier spart. »Weil wir eine kleine Verwaltung sind, haben wir dieses Projekt in wenigen Monaten durchziehen können. Bald wird die elektronische Akte eingeführt«, kündigt Dirk Speckmann an.

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