Johannes Schepp gibt in Borgholzhausen tiefe Einblicke in sein Lebenswerk Kunst auf allen Ebenen

Borgholzhausen (WB/jog). »In der Natur finde ich Nahrung für die Phantasie«, sagt Johannes Schepp und fügt hinzu: »Der Geist altert nicht, künstlerische Arbeit hält jung«. Das will er nun der Öffentlichkeit beweisen.

Zu jedem seiner Werke weiß Johannes Schepp viele Einzelheiten und Hintergrundgeschichten zu berichten.
Zu jedem seiner Werke weiß Johannes Schepp viele Einzelheiten und Hintergrundgeschichten zu berichten. Foto: Johannes Gerhards

Der vielseitige und im Altkreis Halle sehr bekannte Maler wohnt und arbeitet in dem laut Denkmalamt in Münster »wichtigsten und schönsten Mühlenbauwerk von Nordrhein Westfalen«, der Brincker Mühle in Barnhausen.

An mehreren Tagen im zu Ende gehenden Jahr öffnet er die Türen des vierstöckigen Baudenkmals, in dem er mit seiner Frau Angela lebt. Ein Großteil der außergewöhnlichen Technik in der ehemaligen Öl-, Korn- und Sägemühle ist gut erhalten und trägt zur inspirierenden Atmosphäre in dem beeindruckenden Bauwerk bei.

Arbeiten und Fundstücke aus aller Welt

Die sich im Mühlenteich spiegelnde Sonne habe ihn bei der ersten Besichtigung stark berührt und die Gedanken an die viele Arbeit vergessen lassen, erinnert sich der inzwischen fast 80-jährige Künstler. Auf allen Ebenen sind Gemälde, Grafiken, Skulpturen und bearbeitete Fundstücke aus aller Welt zu sehen.

Bereitwillig holt Johannes Schepp auch Jugendwerke hervor und taucht in seine eigene Vergangenheit ein. So hätten die im Matheunterricht entstandenen Comiczeichnungen letztlich den Ausschlag dafür gegeben, dass er an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen wurde. »So wurde das ›getadelt‹ im Klassenbuch nachträglich in ›geadelt‹ umgemünzt«, erzählt Schepp schmunzelnd. Obwohl selbst ein eher schlechter Schüler, sah er sich später genötigt, zur Sicherung des Lebensunterhalts mehr als 30 Jahre lang am Versmolder CJD-Gymnasium zu unterrichten.

Viel für die Region getan

»Ich habe mit Kroe am Wirtshaustisch gesessen und gemeinsam mit Hanna, der Frau von Peter August Böckstiegel, die Situation erörtert«, berichtet Johannes Schepp über die Zeit, als es »hier in der Provinz nichts gab«. Die aktuelle Lage in Halle, Werther, Borgholzhausen und Versmold sei dagegen durchaus mit der Künstlerkolonie Worpswede vergleichbar. Nicht zuletzt hätten die durch ihn initiierte Gründung der »Galerie et« oder die Sommerakademie, zu deren Dozententeam er 15 Jahre lang gehörte, entscheidend zum Ruf der Region beigetragen.

»Kunst an sich ist die Freude am Schaffen«, betont Johannes Schepp. Wenn er sich mal schlecht fühlt, macht er einen Rundgang durch seine Ateliers und erinnert sich an die vielen tollen Momente beim Finden der Objekte oder dem Entstehen von Bildern und Skulpturen. »Kunst hat etwas mit Idealen zu tun. Leider werden junge Menschen oft ihres kindlich genialen Schaffens beraubt«, kritisiert er viele in seinen Augen ungeeignete Lehrer. Selbstbestimmt wirken zu können, sei dagegen ein großes Glück. .

Die Brincker Mühle ist an folgenden Tagen für Besichtigungen geöffnet: samstags am 25. November, 9. und 16. Dezember ab 17 Uhr, sonntags am 26. November, 10. und 17. Dezember zwischen 12 und 18 Uhr und mittwochs am 29. November und 13. Dezember zwischen 17 und 21 Uhr.

Mehr auf www.johannes-schepp.de

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