500 Zuschauer erleben Premiere von »Blots keen Püttjerkraam« im Piumer Bauerntheater Skandal im Hotelgetriebe

Borgholzhausen (WB). Etwa 500 Zuschauer wollten die Premiere des neuen Stücks vom Piumer Bauerntheater miterleben. »Jetzt hätten wir die Tore schließen müssen, weil man hinten nichts mehr verstehen kann«, sagt Platzwart Reinhard Kleimann. Zum Glück gibt es in den nächsten Tagen noch vier weitere Vorstellungen.

Von Johannes Gerhards
Stammgast Hein Klasen (Friedel Elbracht) ist für derbe Späße zu haben. Hier ist er mit Requisiten aus der Fundsachenkiste unterwegs.
Stammgast Hein Klasen (Friedel Elbracht) ist für derbe Späße zu haben. Hier ist er mit Requisiten aus der Fundsachenkiste unterwegs.

Ein Abend wie geschaffen für die neue plattdeutsche Komödie des Piumer Bauerntheaters. Das hat sich diesmal einen Dreiakter von Wolfgang Binder vorgenommen, der im Original »Blots keen Püttjerkraam« heißt. Der skrupellose Inhaber des Hotels Räuberhof Hinnerk Lührs, laut Selbsteinschätzung ein »widerlicher Dreckskerl«, hat seine Komplizin Lotte Struve an die Rezeption vom »Waldschlösschen« eingeschleust. Diese leitet unverfroren sämtliche Buchungsanfragen um und hält dafür die Hand auf.

Wellness-Oase für gestresste Manager

Das hintergangene Ehepaar Anke und Otto Diekmann soll so zum Verkauf ihrer Pension gedrängt werden. Lührs will diese in eine Wellness-Oase für gestresste Manager umfunktionieren. Doch dank der beiden verbleibenden Stammgäste Peter Petersen und Hein Klasen kommt man dem Ganovenpärchen auf die Schliche. Schließlich muss Hein alle Urlaubserlebnisse auf Video aufnehmen und erfährt zufällig von den intriganten Plänen.

Zum Verbündeten wird Tobias Born, der Freund von Ina Diekmann, der Tochter des Hauses. In einem Nebenstrang der Erzählung kommt heraus, dass er Ottos Sohn aus einer früheren Beziehung ist und als Koch im Räuberhof arbeitet. Weil er auch einige Semester Jura studiert hat, nimmt er den hinterhältigen Verkaufsvertrag genau unter die Lupe, den Hinnerk Lührs den Diekmanns zur Unterzeichnung vorgelegt hat.

Fiesen Hotelbesitzer mit dessen eigenen Mitteln zu schlagen

Mit vereinten Kräften versuchen nun alle, den Spieß herum zudrehen und den fiesen Hotelbesitzer mit dessen eigenen Mitteln zu schlagen. Wer genau wissen möchte, wie die Geschichte ausgeht, sollte die folgenden Aufführungen besuchen. Sie finden am 18., 23., 26. und 30. August jeweils um 19.30 Uhr auf der Freilicht- und Naturbühne in Borgholzhausen statt. Es gibt zwei etwa 15 Minuten lange Pausen, in denen sich die Zuschauer mit Speisen und Getränken versorgen können.

Anstelle eines dezenten Klingelzeichens kündigt das derbe Geschäpper von Kochtopfdeckeln die Fortsetzung des Stückes an. Auch Besucher mit eingeschränkten Plattdeutschkenntnissen haben keine Mühe, der Handlung zu folgen, die mit zahlreichen Wortspielen glänzt. So kontert Lotte Struve den Vorwurf, während der Arbeitszeit zum Friseur gegangen zu sein, mit einer trockenen Bemerkung: »Die Haare sind ja auch in der Arbeitszeit gewachsen.«

Zusätzliche Stühle herbeigeschafft

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn haben sich die Zuschauerreihen so gefüllt, dass die Theatermacher zusätzliche Sitzgelegenheiten für die mit Decken, Sitzkissen und wärmender Kleidung ausgestatteten Besucher herbeischaffen. Die Zuschauer bereiten sich auf einen langen Abend vor. Der Swingklassiker »Singin in the Rain« ertönt zur Einstimmung. Doch die Dusche von oben bleibt aus.

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