Einweihungsfeier von Düpmann Gemüse mit Anekdoten aus der Firmengeschichte Alles Gute für die Gurke

Borgholzhausen (WB). Der 14-jährige Luis Düpmann weiß schon genau, dass er eines Tages auch im elterlichen Betrieb arbeiten wird. Einstweilen begnügt er sich mit einer Vorführung der elektronischen Steuerung von Hochregalen im künftigen Tiefkühllager. Firmenintern wird wohl niemand bezweifeln, dass die Düpmann GmbH auch in fünfter Generation als Familienunternehmen geführt wird.

Von Johannes Gerhards
Das Tiefkühllager soll im September fertig sein. Einstweilen dürfen die Besucher noch anderweitig gekühltes Speiseeis zu sich nehmen.
Das Tiefkühllager soll im September fertig sein. Einstweilen dürfen die Besucher noch anderweitig gekühltes Speiseeis zu sich nehmen. Foto: Johannes Gerhards

»Wir sind bekannt für die etwas unkonventionelleren Veranstaltungen«, sagt Sylvia Düpmann und erinnert an die schon legendäre »Stützenparty« am ersten Oktober 2016 . Wenn man in einem Jahr mit boomender Wirtschaft baue, könne das auch bedeuten, dass eine Verzögerung viele andere nach sich ziehe, fügt sie erklärend hinzu und empfängt die zum 150-jährigen Betriebsjubiläum angereiste internationale Gästeschar zur improvisierten Feier im Rohbau des neuen Firmengebäudes.

Die überreichten Präsentkörbe werden umgehend für einen guten Zweck versteigert. Von links Klemens Keller, Dirk Speckmann, Michael Meyer-Hermann, Heinz und Sylvia Düpmann und Andrea Schneider

Ihr Mann und Geschäftsführer Heinz Düpmann beginnt den offiziellen Teil mit einem Rückblick auf 150 Jahre Firmengeschichte. Sein Urgroßvater Anton machte sich 1867 als Kutscher selbstständig und transportierte zunächst die Mönche aus Marienfeld in die umliegenden Klöster. Heinrich Düpmann übernahm später den Betrieb, der sich inzwischen auch mit dem Handel und Vertrieb von Kunstdünger befasste.

Rückschläge im Zweiten Weltkrieg

In beiden Weltkriegen mussten die Ehefrauen vorübergehend das Firmenruder übernehmen. »Vor allem der Zweite Weltkrieg traf unseren Betrieb bis ins Mark«, berichtet Heinz Düpmann. Drei Brüder seines Vaters Rudolf, der 1950 nach kaufmännischer Ausbildung ins Unternehmen einstieg, starben. In den 1970er Jahren erwies sich der Handel mit geschälten Kartoffeln und Zwiebeln als erfolgreiche Marktlücke.

Er habe es sich 1985 bei seinem Eintritt in den Betrieb nicht vorstellen können, heute vor 300 geladenen Gästen die Begrüßungsrede zu halten, gibt Heinz Düpmann zu. Weil es am Standort Marienfeld keine Expansionsmöglichkeiten gab, habe man sich für das interkommunale Gewerbegebiet entschieden und am 8. August 2016 mit dem Bau einer neuen Niederlassung begonnen. Auf knapp 4500 Quadratmetern Gebäudefläche entstehen neben den hochmodernen Verarbeitungsanlagen für Zwiebeln, Möhren und Gurken auch ein Tiefkühllager und Büro- und Sozialräume der Abteilungen Ein- und Verkauf.

Bürgermeister rollen roten Teppich aus

»Ihr habt uns den roten Teppich ausgerollt«, sagt Heinz Düpmann an die Adresse der Bürgermeister aus Versmold und Borgholzhausen, Michael Meyer-Hermann und Dirk Speckmann. Ebenso gilt sein Dank Piums früherem Bürgermeister Klemens Keller als einem visionären »Vater des interkommunalen Gewerbegebiets«. Dieser betont Düpmanns Bedeutung für die regionale Landwirtschaft, weil deren Produkte direkt vor Ort weiter verarbeitet werden.

Voraussichtlich im September soll das Tiefkühlhaus seinen Betrieb aufnehmen.

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