Bei Jahreshauptversammlung der Schützen ist auch das Verwaltungsgericht Thema Nur von Pflichten war die Rede

Borgholzhausen (WB). »Der Lärmschutzgutachter war guten Mutes, aber schriftlich liegt noch nichts vor«, sagt Martina Frehsmann-Pryce als wieder gewählte Vorsitzende des Schützenvereins Borgholzhausen bei der Jahreshauptversammlung.

Von Johannes Gerhards

Allerdings komme man am Schützenhaus »im Lebtag nicht auf die geforderten Werte von 55 Dezibel«. Insofern sei es die richtige Entscheidung gewesen, rechtzeitig eine Ausweichmöglichkeit für das gesamte Fest zu finden.

Am 16. März hatte das Verwaltungsgericht Minden das Verfahren zwar eingestellt, der Stadt aber enge Auflagen für die Genehmigung des Schützenfestes erteilt. »Für uns war es schon sehr enttäuschend«, sagt Oberst Heinrich Welpinghus, »Rechtsanwalt, Richter und Kläger waren sich einig, vom Recht auf Feiern war nicht die Rede, nur von unseren Pflichten«. Laut Welpinghus habe das Ausmaß der Bürgerbevormundung einen neuen Höchststand erreicht.

Auch Martina Frehsmann-Pryce sieht die politischen Entscheidungsträger am Zuge. »Die Lärmschutzrichtlinien müssen geändert werden«, fordert sie und schlägt an zwei bis drei Tagen pro Jahr die Möglichkeit einer Ausnahmeregelung vor. Erst im April 2016 war in einem Erlass die Anzahl der Tage, an denen an einem Ort gefeiert werden darf, von zehn auf 18 erhöht worden. Die strengen Regelungen bezüglich der Nachtruhe gelten aber weiterhin.

Die Mitglieder des Schützenvereins hoffen nun, auf dem städtischen Grundstück am Barenbergweg wieder bis drei Uhr morgens feiern zu dürfen, da das Haus des nächsten Anwohners erheblich weiter vom Ort des Geschehens entfernt liegt, als dies am Schützenhaus in der Ravensberger Straße der Fall ist. Für das dortige Grundstück besitzt der Schützenverein im Übrigen einen Erbpachtvertrag über 99 Jahre.

Durch die Querelen im vergangenen Jahr beliefen sich die Einnahmen des Schützenfestes auf 191 Euro, sagt Kassenwart Gerhard Dübber bei seinem Jahresbericht. Nur durch das Public Viewing während der Fußball Europameisterschaft habe man eine weitgehend ausgeglichene Jahresbilanz erzielen können. Die zusätzlichen Einnahmen seien aber zum großen Teil in die neue Bogenschießanlage investiert worden.

»Rund 20 Erwachsene und 30 Kinder kommen mehr oder weniger regelmäßig zum Bogenschießtraining, während die Zahlen bei den übrigen Schützen zu wünschen übrig lassen«, mahnte Inga Steinbach an. Die Vorsitzende der Bogensportabteilung ist zugleich Schießsportleiterin und wurde in dieser Funktion ebenso einstimmig wiedergewählt wie Bernd Krause als Schriftführer, Gerhard Dübber im Bereich Finanzen und Oberst Heinrich Welpinghus.

Neu zum Vorstand gehören Victoria Remane (stellvertretende Schriftführerin) und die Beisitzer Gudrun Freese und Jörg Stündl. Die Versammlung wählte darüber hinaus Marco Stuke zum Kassenprüfer. Die Mitgliederzahlen zeigen steigende Tendenz, 15 Eintritten stehen drei Vereinsaustritte gegenüber. Auch Ehrungen stehen auf dem Programm. Seit 50 Jahren ist Ulrich Ermshausen Mitglied beim Schützenverein, Gisela Seidel, Konrad Upmann, Ingeborg Willnat und Hans Ulrich Büttner bringen es auf 40 Jahre.

Das Schützenfest 2017 beginnt auf dem vom 220 Meter langen Bauzaun eingegrenzten Gelände am Barenbergweg mit der Wildside Party am 24. Mai. Am 26. Mai folgt wie gewohnt der Heimatabend, samstags die Scavi & Ray Party und am Sonntag »Rund um die Ravensburg« mit dem »Goldenen Schuss« der fünf regionalen Schützenkönige und einem Großen Zapfenstreich. Am Montag wird dann der neue Schützenkönig beim Schießen auf den von der Schützengesellschaft Halle zur Verfügung gestellten Hochstand ermittelt.

Wegen des Mehraufwandes am neuen Festgelände steht wieder jede Menge ehrenamtliche Arbeit an. Martina Frehsmann-Pryce zeigt sich zuversichtlich: »Nur mit vielen tollen Menschen kann man so etwas leisten«.

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