Vorstand zieht wegen Streit mit Anwohnern Absage in Betracht Schützenfest steht auf der Kippe

WB). »Wenn weitere Einschränkungen auf uns zu kommen, wird das Schützenfest als Maßnahme der Schadensbegrenzung für den Verein abgesagt.« Klare Worte fand die Vorsitzende des Piumer Schützenvereins, Martina Frehsmann-Pryce bei der außerordentlichen Jahreshauptversammlung.

Von Johannes Gerhards
Außerordentlich gut besucht war der Kompanieabend des Piumer Schützenvereins. Mit den sich ständig verschärfenden Auflagen sind die Mitglieder nicht einverstanden.
Außerordentlich gut besucht war der Kompanieabend des Piumer Schützenvereins. Mit den sich ständig verschärfenden Auflagen sind die Mitglieder nicht einverstanden. Foto: Gerhards

Der Streit mit einem Anlieger, der sich per Anwalt an die Stadt gewandt hat, um die Traditionsveranstaltung einzuschränken oder zu verhindern, nagt am Selbstverständnis. Unlängst hatte NRW-Umweltminister Johannes Remmel einen novellierten Erlass zum Umgang mit Freizeitlärm vorgestellt und die Zahl möglicher Veranstaltungen pro Fläche und Jahr von zehn auf 18 Tage erhöht. Die im Bundesimmissionsschutzgesetz festgelegten Lärmobergrenzen bleiben im Grundsatz.

Nach Auffassung von Martina Frehsmann-Pryce lässt dieses Gesetz Ausnahmen ohne Begrenzungen bei Uhrzeit und Lautstärke zu. Sie erinnerte daran, dass »wir bis vor einigen Jahren freitags und samstags noch bis vier Uhr morgens feiern durften«. Inzwischen verzichte man auf den Freitag völlig, dafür werde aber seit 2008 die vor allem bei der Jugend sehr beliebte Party »Achtung Wild« am Mittwoch vor dem Himmelfahrtstag gefeiert.

Einnahmen werden dringend gebraucht

»Wir haben dafür gesorgt, dass wieder Schwung in die Veranstaltung kommt«, erklärte Steffi Welpinghus als zweite Vorsitzende. Davon zeuge die hohe Besucherzahl von bis zu 1000 Jugendlichen aus der Region. »Das ist die einzige Veranstaltung für die Altersgruppe in Borgholzhausen. Wir haben etwas geschaffen, das Bestand haben sollte«, betonte Frehsmann-Pryce unter Beifall der Gäste. Nicht zuletzt dienten die Einnahmen dieser Party der Finanzierung des gesamten Schützenfestes.

Schon in den vergangenen Jahren seien Auflagen wie die Umzäunung des Geländes, ein Sicherheitskonzept und lärmreduzierende Maßnahmen eine Herausforderung für den Verein gewesen. Bisher war um drei Uhr morgens Ende. Falls die Stadt wie im Gesetz vorgesehen eine Beschränkung auf zwei Uhr beschließe, sei das nicht hinnehmbar. Zum einen fehlten dann wichtige Einnahmen, zum anderen seien Tumulte zu befürchten oder die Leute würden erst gar nicht kommen. Hermann Ludewig, in Doppelfunktion als stellvertretender Bürgermeister und Vereinsmitglied bei der Versammlung dabei, stellte klar, dass die Stadt das Schützenfest wie gewohnt zu genehmigen denke. »Wir sind uns parteiübergreifend einig und werden alles dafür tun. Es wäre ein Skandal, wenn das Fest ausfallen müsste«, sagte Ludewig.

Abgespeckte Version? Nein danke

Er regte nochmals an, sich mit dem Anlieger im persönlichen Gespräch zu einigen. Alle diesbezüglichen Versuche sind bisher gescheitert. »Wir wollen am Mittwoch und Samstag bis drei Uhr feiern, freitags und montags haben wir die Sperrstunde schon auf 24 Uhr vorverlegt, und sonntags ist bereits um 20 Uhr Schluss«, faste die Vorsitzende die Beschränkungen zusammen. Eine abgespeckte Version sei mit dem amtierenden Vorstand nicht zu machen.

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