Bielefeld: 1951 zogen die ersten Bewohner in die Siedlung am Alten Dreisch in Stieghorst ein
70 Jahre Zusammenhalt

Bielefeld -

Der Hellweg war noch ein rumpeliger Weg aus Erde und Sand, der bei Regen zur Matschpiste wurde. Die Häuser, die oberhalb gebaut wurden, lagen weit draußen am Rande der Stadt. Sie hatten kein fließendes Wasser und wurden mit Kohleöfen beheizt. Vor 70 Jahren zogen die ersten Bewohner in die neu errichtete Siedlung Alter Dreisch ein – vor allem Menschen, die aus dem Osten Europas stammten und durch den Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat gerissen worden waren. Von Hendrik Uffmann
Dienstag, 04.05.2021, 04:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 04.05.2021, 04:00 Uhr
Sandra Cooper (von links), Bezirksbürger Foto: Hendrik Uffmann
Was als Behelfsunterkunft gedacht war, hat sich seitdem jedoch zu einem ganz besonderen Quartier entwickelt, in dem seit seiner Gründung vor allem zwei Dinge zählen: Gemeinschaft und Zusammenhalt. Heute ist die Siedlung an den Straßen Am Alten Dreisch und An den Gehren ein idyllisch gelegenes Quartier am Rande des Teutoburger Waldes – mit einer nach wie vor lebendigen und aktiven Nachbarschaft. Diese hatte eigentlich ein großes Fest geplant, um das 70-jährige Bestehen der Siedlung zu feiern, sagt Sandra Cooper, Vorsitzende der Bürgerinitiative Alter Dreisch. „Durch die Corona-Pandemie ist das derzeit natürlich nicht möglich. Aber sobald es geht, wollen wir das nachholen.“ Im April 1951 waren die erste Bewohner in die Häuser oberhalb des Lipper Hellwegs eingezogen. Gebaut worden waren diese auf Initiative des gerade erst gegründeten Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR mit Geld aus dem Marshall-Plan, mit dem die USA den Wiederaufbau in Deutschland förderten. Gedacht waren die Gebäude für „Displaced Persons“ – Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Verschleppte vor allem aus Polen, der Ukraine und dem Baltikum. So wie die Eltern von Zbignief Kozakiewicz.
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