Im Herbst soll die Plastik in der Bahnhofstraße wiedererrichtet werden
Der Bielefelder Spindelbrunnen kehrt zurück

Bielefeld -

Fast fünf Jahrzehnte lang prägte der Spinedelbrunnen die Fußgängerzone in der Bahnhofstraße. Vor drei Jahren war die Wasserplastik abgebaut worden. Jetzt soll sie im Herbst wiedererrichtet werden, leicht versetzt, neu umpflastert und mit Sitzgelegenheiten zum Verweilen.

Montag, 03.05.2021, 04:00 Uhr
Im August 2018 war der Spindelbrunnen in der Bahnhofstraße demontiert und zur Aufbereitung in die Kunstgießerei Schmäke Foto: Bernhard Pierel

Das ruhige Plätschern des Brunnens wirkte lange Jahre entspannend in der Fußgängerzone, in der es sonst oft hektisch und turbulent zugeht. Doch spätestens seit 2012 wurde der Brunnen reparaturanfälliger. In den sechs Jahren bis zur Demontage wurden allein 18 Störfälle gezählt. Auch galt der Brunnen als nicht mehr verkehrssicher. Die Tragestruktur war marode, die Brunnenstube undicht, die Brunnentechnik am Ende nicht mehr funktionsfähig.

Im Wortsinn hatten sich am Brunnen immer wieder auch Lieferfahrzeuge gestoßen, war es zu Kollisionen mit der frei stehenden Plastik gekommen. Nach dem Abbau war zunächst nicht sicher, ob sie überhaupt zurückkehren würde. Die Verwaltung hatte auf die hohen Sanierungskosten verwiesen und für eine Einlagerung plädiert.

Die Bezirksvertretung Mitte hatte schließlich die Entscheidung getroffen, den Spindelbrunnen am bisherigen Standort zu erhalten und ihn so wiederherstellen zu lassen, dass auch Verkehrs- und Sicherheitsaspekte berücksichtigt würden. Im Frühjahr 2020 war dann den weiteren Detailplanungen zugestimmt worden. Inzwischen ist der Brunnen in der Düsseldorfer Kunstgießerei Schmäke umfangreich saniert worden.

Der Erhalt des Brunnens an seinem bisherigen Standort war aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, weil sich eine Erweiterung der sanierungsbedürftigen Brunnenstube dort nicht realisieren ließ. Die aktuelle Kostenschätzung geht von einem Gesamtbetrag von rund 280.000 Euro aus. Ursprüngliche Berechnungen waren sogar noch darüber hinaus gegangen.

Der Spindelbrunnen war von dem Bildhauer und Grafiker Kurt-Wolf von Borries gestaltet, von Ernst Leffers zur Eröffnung der Fußgängerzone gestiftet worden. Leffers betrieb damals gleich nebenan sein Modekaufhaus. Die Bielefelder hatten für die Plastik gleich einen Spitznamen parat, nannten sie „Preisspirale“.

Die Familie Leffers hatte 2018 gegenüber der Verwaltung erklärt, kein Interesse an dem Objekt zu haben. Vorstellbar wäre für sie zum Beispiel eine Umsetzung etwa in den Ravensberger Park, dessen Geschichte zu dem »textilen« Spindelthema passen würde, aber auch der dauerhafte Abbau.

Gleich nach der Demontage der Plastik wurde der Standort neu gepflastert. An die »Spindel« erinnert derzeit nichts mehr. Doch das soll sich nun ändern. Die Landschaftsarchitekten Peter & Winter haben einen Entwurf vorgelegt, wie die Plastik wieder in die Fußgängerzone integriert und dort im Herbst 2021 erneut zu einem Ruhepol werden könnte.

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