Staatsanwaltschaft Bielefeld klagt 53-Jährigen an – dreimal bei Seniorin auf Beutezug gegangen
Falscher Polizist tappt in die Falle

Bielefeld (WB/hz) -

Einem falschen Polizisten soll vorm Bielefelder Schöffengericht der Prozess gemacht werden.

Mittwoch, 21.04.2021, 11:45 Uhr aktualisiert: 21.04.2021, 11:50 Uhr
Betrüger am Telefon geben sich immer wieder als Polizisten aus und setzen Senioren unter Druck, ihre Wertsachen heraus zu geben. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den in U-Haft sitzenden Mann erhoben. Der 53-Jährige soll drei Mal im Bielefelder Süden bei einer Rentnerin (80) auf Beutezug gegangen sein, sagte Moritz Kutkuhn, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Masche der falschen Polizisten ist zwar hinlänglich bekannt. Trotzdem fallen vor allem Senioren immer wieder auf die erlogenen Schauermärchen rein, die sogenannte „Keiler“ den Opfern am Telefon erzählen.

Für diese von der Türkei aus agierenden Kriminellen war der angeklagte Pole als Beuteabholer tätig. Die Hintermänner des 53-Jährigen hatten eine 80-Jährige derart unter Druck gesetzt, dass sie am 3. und am 4. Februar zweimal kurz hinterein­ander 13.500 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von 5000 Euro übergab.

Als die „Keiler“ ein drittes Mal bei der Rentnerin anriefen und wieder Geld verlangten, übernahm die Tochter das Gespräch. Wieder wurde eine Übergabe verabredet. Was die Kriminellen nicht wussten – dieses Mal war die echte Polizei dabei. Als der Pole auftauchte, wurde er festgenommen und kam in U-Haft.

Der 53-Jährige wird vom Bielefelder Rechtsanwalt Dr. Detlev Binder vertreten. „Mein Mandant ist als Werkzeug von Hintermännern missbraucht worden. Er trug das größte Risiko bei kleinstem Profit“, sagte der Verteidiger auf Anfrage.

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