Impfkampagnen in Bielefelder Betrieben sollen für Schwung sorgen
Bei Dr. Oetker ist man vorbereitet

Bielefeld -

Die Hausärzte sind jetzt im Boot bei der Impfung gegen das Coronavirus. Aber auch einige Betriebe stehen parat und haben sich teilweise schon darauf vorbereitet, die Mitarbeiter zu impfen. Gesundheitsamt und Impfzentrum sind mit ihnen im Gespräch.

Donnerstag, 08.04.2021, 02:26 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 02:30 Uhr
Auch Betriebe in Bielefeld stehen parat, um ihre Mitarbeiter gegen Corona impfen zu lassen. Foto: Sven Hoppe/dpa

Eines der Unternehmen ist Dr. Oetker. 1700 Mitarbeiter zählt das Unternehmen in Bielefeld und Oerlinghausen, sie sollen die Chance haben, sich gegen Covid 19 impfen zu lassen. „Wir werden das organisieren, die Durchführung liegt beim Betriebsarzt“, sagt Sprecher Dr. Jörg Schillinger.

Und vorab ist so einiges zu organisieren und zu planen – von den Räumlichkeiten und der Wegeleitung über die Planung der Abläufe bis hin zum Einkauf von Kanülen und Abfallbehältern. „Alles da“, sagt Schillinger. Fehlt eigentlich nur noch der Impfstoff, der vom Betriebsarzt über das Bielefelder Impfzentrum oder den Pharmagroßhandel geordert werde. „Als Nahrungsmittelproduzent sind wir in die Kategorie 3 eingeordnet, gelten als nicht unwichtig“, sagt Schillinger.

Impfwillige müssen verteilt werden, damit die Maschinen und Bänder weiterlaufen

Fest steht, dass die unternehmenseigene Impfkampagne in der Oetker-Welt stattfinden soll. Denn dort ist ein Einbahnstraßen-System mit verschiedenen Räumen – von Beratung über Impfen bis zur Ruhezone – gut zu organisieren. Und Sterilität und Hygiene sind für ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie ohnehin Alltag.

Gedacht ist an eine Impfwoche und eine tägliche „Öffnungszeit“ von 7 bis 23 Uhr. Schließlich müssen die Impfwilligen einigermaßen verteilt werden, damit Maschinen und Bänder weiterlaufen und auch ein etwaiger Ausfall wegen kurzfristiger Impfreaktionen kompensiert werden kann. Notwendig sei daher auch eine entsprechende Personalplanung, sagt Schillinger. Er betont, dass auch der Außendienst berücksichtigt werde: Diese Mitarbeiter können sich an einem der vier Oetker-Standorte in Deutschland (neben Bielefeld Ettlingen, Wittlich und Wittenburg) melden.

Dass es noch im April losgehen kann, mag Schillinger nicht so recht glauben. „Aber sicher im Mai.“

Selbsttests an der Kasse des Betriebsrestaurants

Parallel gibt es das Angebot von Tests: in Oerlinghausen kooperiert das Unternehmen mit zwei Apotheken, in Bielefeld mit den Johannitern, die in Sichtweite ihre Niederlassung haben. „Ab kommender Woche können sich die Mitarbeiter auch einmal pro Woche an der Kasse des Betriebsrestaurants einen Selbsttest abholen.“

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) begrüßt das Engagement der Unternehmen. „Es ist sinnvoll, sie einzubinden und die Strukturen der Betriebsärzte und des betrieblichen Gesundheitswesens zu nutzen“, sagt Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden. Ostwestfalen-weit stößt die IHK das an, mehrere Betriebsärzte haben sich auch bereits die Abläufe im Impfzentrum angeschaut, um sich daran zu orientieren. Die Stadt Bielefeld geht ihrerseits auf die Unternehmen zu und verschickt „Einladungsbriefe“. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen einen Betriebsarzt haben, sagt Stadtsprecherin Gisela Bockermann.

Die CDU-Ratsfraktion will zudem in der nächsten Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses (13. April) beantragen, dass geprüft wird, ob den Beschäftigten der Stadt durch Amtsärzte eine Corona-Impfung angeboten werde könne. Wenn voraussichtlich ab Mai mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, könne das die Impfkampagne beschleunigen, so Vincenzo Copertino. Die Stadt solle dem Beispiel der größeren Unternehmen folgen „und ihre bewährte Logistik der alljährlichen Grippeschutzimpfung auch für die Corona-Impfung einsetzen“.

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