Stadtwerke schließen den Ausbau des „LoRaWAN“-Netzes ab
Bielefeld wird digitaler

Bielefeld -

Brauchen die Bäume entlang der Promenade Wasser? Muss im Klassenzimmer gelüftet werden, weil die CO2-Konzentration zu hoch ist? Mit einem neuen Datennetzwerk, das die Stadtwerke Bielefeld nun flächendeckend im Stadtgebiet aufgebaut haben, lassen diese und viele andere Fragen künftig schneller und leichter beantworten.

Montag, 05.04.2021, 08:00 Uhr
Stadtwerke-Mitarbeiter Roland Philipp installiert ein LoRaWAN-Gateway an der Promenade Foto: Martin Bittrich/Stadtwerke Bielefeld

Mit dem abgeschlossenen Ausbau des „LoRaWAN“-Netzes habe das Unternehmen einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Schaffung der Smart City gemacht, so die Stadtwerke. Im gesamten Stadtgebiet sind nun 42 Sendeeinheiten, sogenannte Gateways, installiert.

„LoRaWAN ist in Bielefeld nun flächendeckend einsetzbar. Und wenn nötig, können wir in Zukunft weitere Gateways bedarfsorientiert hinzufügen. Etwa dann, wenn neue Anwendungsfälle das erfordern“, sagt Martin Bittrich, Sachbereichsleiter im Geschäftsbereich Netze der Stadtwerke und verantwortlich für den Aufbau der „LoRaWAN“-Infrastruktur. Dank dieser Technik ließen sich viele Abläufe, die früher manuell durchgeführt werden mussten, digitalisieren. So können „LoRaWAN“-Sensoren etwa für das Energiedatenmanagement, Temperatur- oder Bewegungsmessung eingesetzt werden.

Wenn nötig, können wir in Zukunft weitere Gateways bedarfsorientiert hinzufügen. Etwa dann, wenn neue Anwendungsfälle das erfordern.

Martin Bittrich (Stadtwerke)

In Bielefeld sind die Sensoren bereits an vielen Stellen im Einsatz. Freie Träger von Kitas und Schulen nutzen CO2-Ampeln, um die CO2-Konzentration in der Raumluft zu messen. Steigt diese an, erhöht sich auch die Menge der Aerosole in der Luft, was besonders in Zeiten der Corona-Pandemie ein wichtiges Indiz beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen ist. Die Sensoren warnen ab einem bestimmten Messwert akustisch und optisch, so dass umgehend gelüftet werden kann. Gleichzeitig werden die Messdaten gesammelt und ausgewertet. Auf dieser Basis lassen sich Lüftungspläne erstellen und die allgemeine Luftqualität beobachten.

Auch beim Umweltschutz kommt „LoRaWAN“ bereits zum Einsatz. Zusammen mit dem Umweltbetrieb der Stadt haben die Stadtwerke an der Promenade seit einigen Monaten Sensoren für die Grünflächenüberwachung im Einsatz. Sie liefern Informationen über die Beschaffenheit des Bodens. Bewässerungspläne können auf diese Weise optimiert und einem zu trockenen Boden vorgebeugt werden.

So funktioniert „LoRaWAN“: Die Sensoren schicken Messwerte an die Gateways. Diese Geräte leiten ihre Informationen auf eine Datenplattform innerhalb der geschützten Umgebung der IT der Stadtwerke Bielefeld weiter. Von hier aus erhalten die Kunden, je nach Bedarf, Zugang zu den gewünschten Daten. Der Energieversorger investiert rund 100.000 Euro in das „LoRaWAN“-Netz.

Die Stadtwerke nutzen das Netz bereits selbst und haben Erfahrungen im Bereich Überwachung, Alarmierung und Instandhaltung ihrer Infrastruktur gesammelt. So werden zum Beispiel die Energieflüsse in Netzstationen des Stromnetzes überwacht. Auch bei Stromausfällen hilft das „LoRaWAN-Netz“, um schnell den Fehler zu finden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7897589?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Die Entschärfung läuft
Die Polizei hat das Gebiet rund um die Bombenfundstelle an der Husener Straße in einem Radius von 250 Metern abgesperrt.
Nachrichten-Ticker