Stadt stellt Zeitplan für die Gesamtschule Schildesche vor – Projekt wird deutlich teurer als 60 Millionen Euro
Unterricht im Neubau ab 2026

Bielefeld -

Nach den Sommerferien 2026 soll es losgehen. Dann soll der Unterricht in dem Neubau an zwei Standorten für die Martin-Niemöller-Gesamtschule in Bielefeld-Schildesche starten. Wie viel dieser Neubau für Bielefelds größte weiterführende Schule (1500 Schüler, 160 Lehrer) letztlich kostet, dazu gibt es nach wie vor keine genaue Prognose.

Samstag, 06.03.2021, 06:00 Uhr
Der Neubau erfolgt in zwei Gebäuden – eines am jetzigen Standort (rechts), eines auf dem Sportplatz an der Ecke Westerfeld-/Apfelstraße (links oben).

Klar ist, dass die Kalkulation von 2017, in der die Planer von etwa 60 Millionen Euro ausgegangen waren, nicht mehr zu halten ist. „Ich glaube, dass wir deutlich über 60 Millionen liegen werden“, erklärte jetzt Reinhold Peter, Betriebsleiter des städtischen Immobilien-Service-Betriebes (ISB).

Denn die Baukosten stiegen stetig. Allein die Deponiekosten für das Material der alten Schule, die abgebrochen wird, schnellten rasant in die Höhe, sagte der technische Leiter des ISB. Peter stellte zusammen mit ISB-Projektleiter Jan Schwarz und Verkehrsplaner Ralf Düspohl vom Ingenieurbüro Röver in Gütersloh in der Sitzung der Bezirksvertretung Schildesche den aktuellen Stand des derzeit größten Schulbauprojekts in Bielefeld vor.

Während es für den Bauablauf des wegen seiner zwei Standorte umstrittenen Vorhabens nun einen konkreten Zeitplan gibt, ist die Frage, wie die Verkehrssituation rings um die beiden Schulgebäude und vor allen auf der Straße An der Reegt, die dann zwischen den beiden Standorten verlaufen wird, gelöst wird, weiterhin offen. Neue mögliche Varianten stellte Verkehrsplaner Ralf Düspohl am Donnerstag Schildesches Kommunalpolitikern vor. Welche davon bevorzugt wird, soll frühestens in drei Wochen feststehen.

Den Stand der Vorbereitungen für die Neubauten stellte Jan Schwarz vor. Die Workshops, bei denen das Lehrerkollegium den Bedarf an Flächen noch einmal skizziert habe, seien Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen und die Ergebnisse in die Pläne des Architekturbüros “Staab Architekten“ aus Berlin eingearbeitet worden. Dabei habe sich gezeigt, dass die Planung der Architekten sehr gut gewesen sei, sagte Jan Schwarz. „Bei insgesamt 13.000 Quadratmetern Nutzfläche gab es zu den Vorstellungen der Lehrer nur eine Abweichung von 170 Quadratmetern.“

Bauarbeiten von Sommer 2023 bis Frühjahr 2026

Das Gebäude Nord – also der neue Standort auf dem Gelände an der Ecke Westerfeldstraße/Apfelstraße – soll von August 2023 bis Mai 2026 errichtet werden. Das Gebäude Süd am jetzigen Standort soll fast genau parallel dazu von Oktober 2023 bis Mai 2026 gebaut werden. Jan Schwarz: „In den Sommerferien 2026 können dann beide Gebäude bezogen werden.“ Damit weicht der Plan allerdings von dem ursprünglichen Vorhaben ab, zunächst das neue Gebäude Nord zu errichten, bevor dann Teile der jetzigen Schule abgerissen werden, um Platz für einen dortigen Neubau zu schaffen. Die jetzige Lösung sei aber einfacher und günstiger und der Schulbetrieb werden durch die Bauarbeiten nicht gestört, erklärte Reinhold Peter. „Auch die Schule hat uns gesagt, dass das kein Problem ist.“

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Ein Projektsteuerungsbüro ist seit zwei Monaten mit im Boot, Planer für Statik und Brandschutz sollen demnächst beauftragt werden. Auch auf mögliche Weltkriegs-Bomben sei das Gelände inzwischen untersucht worden, „Dabei hat es keine Verdachtspunkte gegeben“, sagte Schwarz. Auch ein Artenschutzgutachten liege vor.

Für den weiteren Ablauf stellte der Projektleiter nun diese Zeitplan vor: Bis April dieses Jahres soll es einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan geben. Nach Beratungen und Abwägungen soll dann im Herbst der Entwurfsbeschluss folgen. Ein Satzungsbeschluss sei dann nächstes Jahr im Frühjahr möglich.

Im November 2022 sollen dann die Vorbereitungen für den Teilabbruch des jetzigen Schulgebäude beginnen, bei denen unter anderem die Versorgungsleitungen mit Strom und Wasser zu den Gebäudetrakten, die abgerissen werden, gekappt werden. Bis Oktober 2023 soll der Abbruch dann erfolgt sein.

Zu den Kosten betonte Reinhold Peter erneut, dass es sich bei der immer wieder genannten Zahl von 42 Millionen Euro stets nur um die Höhe der Fördermittel des Landes gehandelt habe, nie um die gesamten Baukosten.

Bei den Kostensteigerungen für Bauprojekte rechne der ISB üblicherweise mit vier bis fünf Prozent pro Jahr. Peter: „Welche Auswirkungen die Pandemie darauf haben wird, ist schwer abzuschätzen.“

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