Investor arbeitet an Plänen für das Nahversorgungszentrum in Bielefeld-Senne an der Windelsbleicher/Ecke Friedrichsdorfer Straße
Bis zu acht Wohnungen auf dem Rewe-Markt

Bielefeld -

Sechs bis acht Wohnungen könnten auf dem in Senne geplanten Rewe-Markt entstehen. An entsprechenden Plänen arbeitet der Investor des Nahversorgungszentrums Windelsbleicher/Ecke Friedrichsdorfer Straße. Das sagte Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt (CDU), der gleichwohl skeptisch bleibt und sich über den Auslöser für die Umplanung ärgert.

Freitag, 05.03.2021, 05:26 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 06:26 Uhr
Auf dem Areal in Senne an der Windelsbleicher Straße/Ecke Friedrichsdorfer Straße ruhen die Abrissarbeiten. Der Investor hat sie gestoppt, als Linke, SPD und Grüne den erwarteten Satzungsbeschluss plötzlich ablehnten. Um eine mehrheitsfähige Planung hinzubekommen, soll er jetzt zusätzlich Wohnraum auf dem Rewe-Markt schaffen. Foto: Peter Bollig

Die CDU würde die Wohnungen auch mittragen, sagen Haupt und Joscha Conze, CDU-Fraktionschef der Senner Bezirksvertretung: weil sie befürchten, dass das Gesamtprojekt sonst an der Mehrheit im Stadtentwicklungsausschuss scheitern könnte, nachdem schon in Senne neben den Grünen auch SPD und Linke plötzlich die Wohnungen forderten. Wie berichtet, hatten sie die Abwesenheit von CDU-Vertretern genutzt, um den Bebauungsplan in der Bezirksvertretung im letzten Moment abzulehnen, den Plan, den sie in den Jahren zuvor stets befürwortet hatten.

CDU: Unzweckmäßig

Conze und Haupt treten allerdings den Vorwürfen der SPD entgegen, die CDU und insbesondere der Bezirksbürgermeister sei gegen die Schaffung von Wohnraum. „Wir planen gerade auf zwölf Hektar neuen Wohnraum in Senne“, machte Joscha Conze klar. Die Wohnungen auf dem geplanten Rewe halten sie allerdings für unzweckmäßig: Wer dort einziehe, müsse wohl mit einer Geräuschkulisse von Lüftungsanlagen, Lieferverkehr und aus der Musikschule leben. Anwohner am Erdbeerfeld würden durch den jetzt höheren Baukörper durch Schattenwurf belastet, und die geplante Photovoltaikanlage auf dem Supermarkt lasse sich nicht mehr realisieren.

Dabei sei alternativer, zusätzlicher Wohnraum bereits geschaffen worden, betonen sie, indem die Sparkasse ihre Filiale von der Buschkampstraße ebenfalls ins Nahversorgungszentrum holen, am Altstandort auf ihrer Gewerbefläche nun den Platz für eine neue Wohnbebauung frei machen wolle.

Vor allem aber gibt es Bedenken, ob die Wohnbebauung auf dem Rewe-Markt, wie Grüne, SPD und Linke sie fordern, überhaupt zulässig ist. Im so genannten Sondergebiet sei es das nicht, wie das Bauamt immer betont habe. Es gebe bislang nur zwei Fälle in Deutschland, wo trotzdem so geplant worden sei. Beide lägen nicht in NRW, das Projekt wäre vor dem Verwaltungsgericht womöglich juristisch angreifbar, sagen Bezirksbürgermeister und Fraktionschef.

Erst mitgetragen, dann abgewürgt

Gerhard Haupt und Joscha Conze ärgern sich vor allem über den Zeitpunkt des Widerstands von SPD und Linken. Schon 2018 sei im Beirat für Stadtgestaltung klar gemacht worden, dass Wohnbebauung dort nicht erlaubt sei. SPD und Linken hätten Aufstellungs- und Entwurfsbeschluss mitgetragen. Selbst die Grünen hätten trotz Ablehnung durch ihre Beiträge an der zuletzt vorgelegten Gestaltung mitgewirkt. Der Satzungsbeschluss galt nur noch als Formsache.

Die CDU fürchtet vor allem, dass sich das Projekt jetzt mindestens um ein Dreivierteljahr verzögern, die Musikschule länger auf den Umzug in den mit dem Projekt verbundenen Neubau warten, der Optiker um so länger im Container als Provisorium arbeiten muss. Oder dass das Nahversorgungszentrum gar nicht kommt, weil der Stadtentwicklungsausschuss nicht zustimmt, wenn sich Wohnraum nicht realisieren lässt.

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