Insektenparadiese auf 446.000 Quadratmetern
Bielefeld blüht weiter auf

Bielefeld -

Margerite, Hahnenfuß, Schafgarbe, Mohn, Malven, Sonnenblumen – als der Umweltbetrieb vor einigen Jahren Straßentrennungen, Verkehrsinseln und Grasland zu Blühwiesen machte, war die Begeisterung groß. Jetzt soll Bielefeld weiter aufblühen: mit dem Wiesenkonzept der städtischen Grünunterhaltung. In allen Bezirksvertretungen – etwa in den fünf, die an diesem Donnerstag tagen – steht das Konzept zur Verabschiedung an.

Donnerstag, 04.03.2021, 05:31 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 06:28 Uhr
Bereits in diesem Jahr sollen Blühwiesen auf 141 Einzelflächen im Stadtgebiet wie hier an der Osnabrücker Straße entstehen: als „Hingucker“, vor allem aber als „Insektenparadiese“ Foto: Markus Poch

Der Umweltbetrieb hat eine Förderzusage des Landes über 80.400 Euro für die Anlage von Blühflächen im Stadtgebiet. Bezahlt werden soll mit dem Geld unter anderem die Beschaffung von regionalem Saatgut, sagt Sebastian Richter von der Grünunterhaltung im Umweltbetrieb. Die Ausschreibungen liefen.

Vor einigen Jahren habe man zum Stadtjubiläum Samen der „Mössinger Sommermischung“ aus Süddeutschland verwendet. Dabei seien aber dann auch Pflanzen gewachsen, die am Teutoburger Wald nicht heimisch seien. Ziel sei es, nicht nur „Wiesengesellschaften“ zu schaffen, die ob ihrer bunten Blüten „Hingucker“ seien, sondern die umgestalteten Flächen sollten, so Richter, „der Fauna dienen“, also der Tierwelt zur Verfügung stehen. Deshalb könne es durchaus sein, dass die ein oder andere Wildblühwiese tatsächlich „wild“ aussehe. Geplant sei, nach einer gewissen Zeit Flächen auch sich selbst zu überlassen – von gelegentlichem Mähen abgesehen.

Regionales Saatgut

Der Umweltbetrieb hat jedenfalls seine „Hausarbeiten“ gründlich gemacht. So erfahren die Bezirksvertreter, dass Areale mit einer Gesamtfläche von 446.525 Quadratmetern zu (Blüh-)Wiesen werden sollen. Dabei handele es sich um 141 Einzelflächen. Die sind zwischen 83 und rund 16.000 Quadratmeter groß. Die Flächen werden teilweise von Kurzrasen umgewandelt, eingesät und unterschiedlich selten gemäht (eine Blühwiese maximal zweimal pro Jahr). Gemeinsam mit dem Umweltamt und dem Naturwissenschaftlichen Verein Bielefeld sei die jeweilige Qualität der Flächen bewertet worden. Für Anlage und Pflege hat der Umweltbetrieb 1872 Arbeitsstunden im Jahr errechnet.

Geplant ist, die Vorbereitung der Flächen und die Einsaat bis Ende Mai abzuschließen. Das Ziel: eben echte Insektenparadiese zu schaffen. Der Umweltbetrieb, so Sebastian Richter, verspreche sich davon mehr biologische Vielfalt im Stadtgebiet. Die Art der Blühpflanzen reicht dabei vom Wiesenschaumkraut über Nelken bis zum Wiesensalbei. An einzelnen Flächen sollen Schilder aufgestellt werden, die die Pflegeumstellung erläutern.

Werner Thole (CDU), Vorsitzender des Betriebsausschusses Umwelt, sieht sie Blühwiesen auch als Anregung für Hausgärten. Er erinnert sich an die ersten Blühflächen vor Jahren vor allem in der Stadtmitte: „Nachdem diese auf große Begeisterung gestoßen sind, haben die Bezirke auch ihre Wünsche angemeldet.“ Blühwiesen, so seine Überzeugung, seien „fürs Auge und für die Insekten“ besser als herkömmliche Blumenrabatten. Thole: „Sie sind schön und sinnvoll.“

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