Bielefelder Rettungsdienst wirbt für Impfung – Vakzin „zu Unrecht schlecht geredet“
In die Bütt für Astrazeneca

Bielefeld (WB) -

„Ich habe gemerkt, dass ich eine Impfung in den Arm bekommen habe. Das war‘s aber auch schon“, sagt Saskia Kilian. Und Celina Castor ergänzt, dass sich ihre Impfstelle lediglich angefühlt habe wie ein blauer Fleck.

Mittwoch, 03.03.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 06:38 Uhr
Heiner Hofmannn, Saskia Kilian, Daniel Wicklein und Celina Castor (von links) haben sich mit dem britisch-schwedischen Vakzin impfen lassen. Foto: Bernhard Pierel

Kilian und Castor sind Rettungsassistentinnen beim Rettungsdienst Bielefeld. Und sie beide haben ebenso wenig wie Notfallassistent Daniel Wicklein gezögert, sich mit dem britisch-schwedischen Vakzin Astrazeneca gegen Covid 19 impfen zu lassen. Sie gehen dafür in die Bütt: „Wir wollen definitiv für diesen Impfstoff werben“, sagt Wicklein. Dabei hatte er durchaus Nebenwirkungen: Er fühlte sich am Tag „danach“ müde und abgeschlagen, hatte Kopfschmerzen und am Abend Fieber. „Aber am nächsten Tag war ich durch, und alles war im Rahmen dessen, womit man rechnen musste.“

Vor allem aber erspare man sich die Erkrankung, die bei schweren Verläufen eben auch Intensivstation und Beatmungspflicht bedeuten könne, ergänzt Heiner Hofmann, Geschäftsführer des Rettungsdienstes, in dem Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter-Unfall-Hilfe sich zu einer gGmbH zusammengeschlossen haben.

Keinerlei Sofortreaktionen nach Impfung

Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes sind auch im Impfzentrum als Sanitäter eingesetzt. „Und auch dort haben wir bisher keinerlei Sofortreaktionen nach einer Impfung beobachtet – auch nicht bei Menschen mit Vorerkrankungen“, sagt Kilian.

Hofmann gesteht ein, dass es nach den ersten Berichten über Nebenwirkungen Diskussionen in der Mitarbeiterschaft gegeben habe. „Aber einer hat eben auch erzählt, dass er sich nur für einen Urlaub gegen Gelbfieber habe impfen lassen – mit ebenfalls starken Nebenwirkungen.“

Was er allerdings anraten würde ist, nicht zu viele Mitarbeiter in einem Rutsch impfen zu lassen, damit ein Ausfall für ein oder zwei Tage zu verkraften sei. „Wir hatten für unsere Mitarbeiter erst einen Impfplan für drei Wochen aufgestellt, dann, als viel Astrazeneca geliefert wurde, auf zehn Tage verkürzt, um schnell durch zu sein und nach den Erfahrungen der ersten beiden Tage mit Ausfällen von gut 60 Prozent wieder auf drei Wochen gestreckt.“ Und das habe gut geklappt.

Impfrate liegt bei 97 Prozent

Die Impfrate bei den 150 Mitarbeitern des Rettungsdienstes liegt bei 97 Prozent, vereinzelt gebe es derzeit gute Gründe für einen Verzicht, sagt Hofmann. Immerhin wissen die Rettungs- und Notfallsanitäter, worum es geht: 1270 Covid-Patienten haben sie bereits in die Krankenhäuser gebracht und erlebt, wie schlecht es ihnen ging.

Auch deshalb appelliert Hofmann, die Chance nicht zu vertun und eine Impfung auch mit Astrazeneca nicht abzulehnen: „Das Vakzin ist zu Unrecht schlecht geredet. Es hat nach neuen Zahlen eine Wirksamkeit von 84 Prozent. Und bei einer Infektion erspart es den Krankenhausaufenthalt, weil der Verlauf milder ist.“

Der Rettungsdienst Bielefeld hat im vergangenen Jahr 12.000 Krankentransporte und 9.200 Notfallrettungen durchgeführt, 2500 mit Notarzt. Die 150 Rettungssanitäter, -assistenten und Notfallsanitäter besetzen täglich zehn Kranken- und vier Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und einen Einsatzleitwagen.

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