Vorbereitungen des Straßenprojektes zwischen Brake und Milse haben begonnen – Kosten dürften steigen
Im Herbst Baustart für die L 712n in Bielefeld

Bielefeld (WB) -

Jahrelang wurde um die Straße gerungen – auch vor Gericht. Nun steht der Bau des vierten Abschnitts der L 712n zwischen Milse und Brake kurz bevor. Die ersten Vorbereitungen laufen schon, im Herbst rücken dann Bagger und Planierraupen an. Fertig dürfte die Straße frühestens Ende 2025 sein – doch schon jetzt ist absehbar, dass sie teurer wird als ursprünglich geplant.

Mittwoch, 03.03.2021, 04:30 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 18:16 Uhr
Vom jetzigen Ausbauende der Ostwestfalenstraße am Kreisverkehr (rechts) soll die neue Trasse nördlich an Milse vorbei bis zur Herforder Straße führen. Foto: Thomas F. Starke

Damit wird eines der umstrittensten Straßenbauprojekte in Bielefeld Realität: die 2,3 Kilometer lange Trasse zwischen dem Ausbauende der Ostwestfalenstraße am Kreisverkehr in Milse und der Herforder Straße in Höhe der Grafenheider Straße.

Begonnen wird im Herbst mit dem Bau zweier Brücken, erklärt Sven Johanning vom Landesbetrieb Straßenbau NRW. „Als erstens werden die Brücken an der Milser Straße und über den Milser Bach gebaut“, so Johanning. Gleichzeitig beginnen die Erdarbeiten im Bereich des Kreisels in Altenhagen.

Als zeitaufwendig erweise sich der nötige Grunderwerb, erklärt Johanning. „Wir müssen Verhandlungen mit 58 Grundstückseigentümern führen“, so der Sprecher des Landesbetriebs.

Noch laufen diese Verhandlungen. Die vorbereitenden Arbeiten für den Straßenbau haben aber dennoch schon begonnen. Dies sind vor allem ökologische Ausgleichsmaßnahmen etwa zum Schutz bestimmter Tierarten. So seien im Milser Bachtal bereits 52 Fledermauskästen angebracht worden, erklärt Sven Johanning. Aktuell würden Flächen gemulcht, die später nicht wieder bewirtschaft werden sondern als Lebensraum zum Beispiel für die Feldlerche dienen sollen.

Wenn im Herbst der eigentliche Straßenbau beginnt, werden entlang der Trasse an mehreren Stellen vier Meter hohe Holzbohlenwände aufgebaut. Sie sollen dafür sorgen, dass Fledermäuse und Vögel nicht zu tief über die Fahrbahn fliegen und von Fahrzeugen erfasst werden. Johanning: „Diese bleiben so lange stehen, bis die Bäume und Büsche, die entlang der Straße gepflanzt werden, ebenfalls vier Meter hoch sind und die Tiere dann vom Tiefflug abhalten.“

Knapp 20 Millionen Euro sind bislang noch für den neuen Straßenabschnitt geplant. Doch die Zahl stammt aus dem Jahr 2013, so Sven Johanning. „Für diese Summe wird sie nicht mehr zu haben sein“, verweist er auf die überall steigenden Baukosten.

Wie teuer die Straße schließlich wird, stehe bislang noch nicht fest. Vermutlich im Herbst könne eine aktualisierte Kostenrechnung vorliegen.

Wie lange es dauert, bis Autofahrer über die L 712n von Milse nach Brake und umgekehrt fahren können, hänge von vielen Faktoren ab, so der Behörden-Sprecher: „Etwa davon, ob es strenge Winter oder verregnete Sommer mit viel Matsch gibt oder ob Firmen, die bei der Ausschreibung nicht berücksichtigt werden, dagegen klagen.“ Vier Jahre Bauzeit rechne der Landesbetrieb jedoch mindestens. Johanning: „Wenn wir Ende 2025 fertig sind, sind wir gut.“

Wie mehrfach berichtet, soll die Trasse in einem Bogen nördlich an Milse vorbeiführen. In der weiteren Planung soll die Grafenheider Straße ausgebaut werden, so dass die Straßenspange in Ost-West-Richtung perspektivisch bis zur Engerschen Straße führt.

Die Bewohner in Milse, Altenhagen und Brake hatten dies ganz unterschiedlich aufgenommen, so dass sich zwei Bürgerinitiativen – die eine für, die andere gegen den Bau – gebildet hatten. Während die Gegner zu hohe Kosten und den Flächenverbrauch kritisieren sowie Beeinträchtigungen für die Johannisbachaue, Lärm und Staus befürchten, forderten die Befürworter den Straßenbau, um die Wohngebiete in Milse und Altenhagen zu entlasten.

Schließlich hatten drei Gegner der L 712n beim Verwaltungsgericht in Minden gegen deren Bau geklagt. Ende 2017 hatte das Gericht die Klagen abgewiesen und auch keine Berufung gegen dieses Urteil zugelassen.

Dagegen wiederum hatten eine Klägerin und ein Kläger Anfang 2018 beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster einen Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt – den das OVG im Januar 2020 in beiden Fällen abgelehnt hatte.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7846275?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Klos schießt Schalke in die 2. Liga
Fabian Klos (links) zieht ab und trifft. Es ist das 1:0 für Arminia gegen den FC Schalke.
Nachrichten-Ticker