Versuchter Totschlag an Sicherheitsmann: Prozessauftakt am Landgericht Bielefeld gegen Frau (39) geplatzt
Schulter-OP statt Anklagebank

Bielefeld -

Alle waren da, nur die Angeklagte fehlte unentschuldigt. Am Dienstag ist der Prozessauftakt am Landgericht Bielefeld gegen eine Ex-Studentin (39) wegen versuchten Totschlags an einem Sicherheitsmann der Deutschen Bahn geplatzt.

Mittwoch, 03.03.2021, 06:24 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 06:30 Uhr
Das Landgericht in Bielefeld. Foto: dpa/Friso Gentsch

Die Aufklärung der Tat vom 2. November 2019 gegen 19 Uhr im Bielefelder Hauptbahnhof soll nun von diesem Donnerstag an vorm Schwurgericht beginnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, gegen ihr Hausverbot im Bahnhof verstoßen und versucht zu haben, an Gleis 2 einen Mitarbeiter (49) der DB Sicherheit vor einen einfahrenden Zug zu stoßen. Obwohl alle Gleise des Hauptbahnhofes kameraüberwacht sind, gibt es keine Aufnahmen vom gescheiterten Angriff der Frau. Die 39-Jährige soll die Tat bestreiten.

Vorsitzender Richter Christoph Meiring stellte am Dienstag um kurz nach 9 Uhr im Saal 1 des Landgerichtes angesichts der fehlenden Angeklagten fest, dass die Frau vom Prozessauftakt gewusst haben muss. Die Ladung sei ihr im November ordnungsgemäß zugestellt worden, belege die Postzustellungsurkunde. Verteidiger Tim Gruner war auch ahnungslos, wo seine Mandantin abgeblieben sein könnte. Den letzten Kontakt zwischen Rechtsanwalt und seiner offenbar schwer erreichbaren Mandantin habe es Mitte Februar gegeben.

Hausverbot bereits seit Oktober 2019

Unterdessen wurde bekannt, dass die Ex-Studentin offenbar notorisch gegen das Hausverbot im Bielefelder Hauptbahnhof verstoßen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, von Anfang Oktober bis Anfang Dezember vergangenen Jahres 17 Mal das Hausverbot missachtet zu haben. Das war bereits ein Jahr zuvor im Oktober 2019 gegen die 39-Jährige verhängt worden. Das Hausverbot gegen die laut Staatsanwaltschaft polizeibekannte Schwarzfahrerin gilt noch bis zum Oktober nächsten Jahres.Die Frau wehrt sich vor dem Amtsgericht gegen eine Geldstrafe von 1200 Euro. Der Prozess soll im Mai stattfinden.

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Also entschloss sich der Vorsitzende Richter, die Polizei los zu schicken und die Angeklagte von ihrem Wohnsitz in Gütersloh zum Gericht bringen zu lassen. Da waren alle Prozessbeteiligten noch guter Hoffnung, dass die Verhandlung mit zwei Stunden Verspätung um 11 Uhr beginnen könnte.

Das war ein Irrglaube – die Frau war nicht zu finden. Nach Mitteilung von Richter Meiring soll die 39-Jährige in einem Krankenhaus in Georgsmarienhütte bei Osnabrück an der Schulter operiert worden sein. Entlassen wurde sie ausgerechnet am Dienstag, als sie eigentlich vor Gericht in Bielefeld hätte sitzen sollen. Nun sollen Polizisten die Angeklagte rechtzeitig in Gewahrsam nehmen und am Donnerstag vorführen.

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