Der Bielefelder Grafik-Designer Peter Zickermann gibt vielen Projekten in der Stadt ein Gesicht
Vom Fuchs bis zum Hotzenplotz

Bielefeld (WB) -

Seinen Zeichnungen oder Illustrationen ist wohl fast jeder in Bielefeld schon einmal begegnet. „Das kann in der Tat gut sein, denn mit meinem Tätigkeitsspektrum bin ich wohl so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau“, sagt Peter Zickermann über sich selbst.

Dienstag, 02.03.2021, 07:09 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 17:29 Uhr
Peter Zickermann präsentiert einen der Bielefelder „Statthocker“, auf dem der von ihm entworfene „Olderdissen-Fuchs“ zu sehen ist. Foto: Bernhard Pierel

Der vielseitige Diplom-Designer hat im Laufe der Jahre zahlreichen Projekten in der Stadt ein Gesicht gegeben. So war es Zickermann, der vor knapp 20 Jahren das Logo für den Tierpark Olderdissen kreiert hat. „Das war eher ein Zufallsprodukt. Ich sollte etwas entwerfen, habe ein paar Skizzen auf ein Blatt Papier gekritzelt, und daraus ist der Fuchs entstanden.“ Dieser danach im Detail noch etwas „überarbeitete“ Fuchs ist mittlerweile zum Olderdissen-Maskottchen geworden, ziert die Merchandising-Produkte des so beliebten Ausflugsortes. „Das Logo habe ich dem Tierpark damals kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie können es verwenden, wie sie wollen“, berichtet Zickermann.

In seinem „Büro Z“ in der Ernst-Rein-Straße tüftelt Peter Zickermann an immer neuen Projekten.

In seinem „Büro Z“ in der Ernst-Rein-Straße tüftelt Peter Zickermann an immer neuen Projekten. Foto: Bernhard Pierel

Schnell sind weitere Tiere hinzugekommen. „Das Licht der Welt erblickten sie in Form einer Postkarten-Serie mit zehn Tier-Motiven“, erinnert sich der 56-Jährige. Besonders beliebt sind die Olderdissen-Becher mit den charakteristischen Tier-Illustrationen von Peter Zickermann. Sie haben inzwischen schon so etwas wie Kultstatus erlangt. Mehr als 30 solcher Motive hat der Bielefelder im Laufe der Jahre entworfen – von Fuchs über Bär, Storch, Biber, Schaf und Eule bis hin zum Kaninchen. Fuchs oder Schaf prägten vor einigen Jahren auch die Olderdissen-Edition des Bielefelder Statthocker-Projekts (www.statthocker.de).

Klare Formen und Farben sowie menschliche Gesichtszüge sind bezeichnend für die Illustrationen. „Am Anfang stehen immer die Skizzen. Daraus entsteht dann ein Bild. Und das muss zu dem Projekt passen. Die Kunst besteht dabei auch im Weglassen. Es geht um eine möglichst einfache, passende Struktur“, erklärt Zickermann.

Das Kinderbuch war auch für mich eine Premiere und hat sehr viel Spaß gemacht.

Peter Zickermann

Was passt, ist seit mehr als 15 Jahren auch die Zusammenarbeit mit der Bielefelder Kinderrockband Randale. „Da kann man mich wohl als Haus-Grafiker bezeichnen“, schmunzelt Peter Zickermann. Seit Gründung der Band im Jahr 2004 hat der Designer nahezu alle Motive für CDs, T-Shirts, Plakate oder Aufkleber der weit über Bielefeld hinaus bekannten Band entworfen. „Das ist eine super Zusammenarbeit“, sagt der Illustrator, der zu Randale-Sänger Jochen Vahle seitdem ein freundschaftliches Verhältnis pflegt.

So kam im Corona-Jahr 2020 auch das Kinderbuch „Antonius Priemelmann“ zustande, das im Bielefelder tpk-Verlag erschienen – unter www.antonius-priemelmann.de können zudem Mal- und Bastelbögen kostenlos heruntergeladen werden – und mittlerweile bereits mehr als 1000 Mal verkauft worden ist. „Jochen Vahle hat geschrieben, ich habe illustriert. Das Buch war auch für mich eine Premiere und hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt der Grafik-Designer, der sich bereits in jungen Jahren selbstständig gemacht hat und seit mehr als zehn Jahren das „Büro Z – visuelle Kommunikation“ (www. buero-z.de) in der Ernst-Rein-Straße betreibt.

Auch in der Bielefelder Kulturszene tauchen die Arbeiten von Peter Zickermann immer wieder auf. So gestaltet er Programmhefte mit den Kinder- und Jugendveranstaltungen für die Bielefelder Philharmoniker oder die CD-Ausstattungen für „Soundz of the city“, einem alle zwei Jahre erscheinenden Sampler der Bielefelder Musikszene.

Seit dem Jahr 2016 entwirft der kreative Kopf zudem die Plakate für die Weihnachtsmärchen am Theater Bielefeld. So auch für den „Räuber Hotzenplotz“, der 2020/21 coronabedingt nur online präsentiert werden konnte. „Ich habe mir überlegt, wie ich Hotzenplotz darstellen kann, ohne sein Gesicht zu zeigen und ohne ihn zu verfremden. Da kam mir die Idee, ihn hinter einem Baum zu verstecken und nur den Hut mit der Feder und eine Kaffeemühle zu zeigen.“

Die Typografie ist enorm wichtig. Dabei geht es um Orientierung und Lesbarkeit.

Peter Zickermann

Seine Ideen holt sich Peter Zickermann in diesen Zeiten verstärkt in seinem Homeoffice in Bielefeld-Senne, wo er seit seiner Kindheit lebt. Und dem Facettenreichtum sind keine Grenzen gesetzt. „Ich beackere viele Felder, das macht auch den Reiz aus. Im Laufe der Jahre hat man sich dann ein gewisses Netzwerk aufgebaut“, sagt er. So gestaltet Zickermann neben Orientierungsplänen (zum Beispiel für das Haus der Geschichte in Bonn oder das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig) auch viele Bücher; darunter wissenschaftliche Werke. „Die Typografie ist enorm wichtig. Dabei geht es um Orientierung und Lesbarkeit“, sagt der Senner, der an der Fachhochschule Bielefeld Grafik-Design studiert hat und seit vielen Jahren an der FH im Fachbereich Gestaltung (Fach Typografie) doziert.

Und Peter Zickermann, der eigentlich Tierarzt werden wollte („Eine Tierhaar-Allergie hat mir allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht“), geht immer wieder neue Projekte an. So hat er jüngst zu dem Kinder-Podcast „Eddy Erdmännchen“ die passende Figur geschaffen. Und ganz gewiss werden noch viele weitere kreative Ideen folgen...

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