Zu viel Flächenverbrauch und Überplanung von für die Natur und die Umwelt wichtiger Flächen in Bielefeld
Die Kritik am Regionalplan wächst

Dornberg/Gadderbaum/Heepen -

Zu viel Flächenverbrauch, Überplanung von für die Natur und die Umwelt wichtiger Flächen – nach der Kritik, die Umweltverbände an der Aufstellung der Stadt Bielefeld für den Regionalplan geäußert haben, sehen auch die Kommunalpolitiker in den Stadtbezirken manche Flächenausweisungen skeptisch.

Montag, 01.03.2021, 04:37 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 04:40 Uhr
Diese Ackerflächen sollen nicht zu Bauland werden. Kommunalpolitiker der Bezirksvertretung Dornberg fordern, dass mehrere Bereiche aus dem Regionalplan wieder heraus genommen werden.

Dass zwischen Uni und Babenhauser Straße im Entwurf zum Regionalplan weiterhin große Flächen für Wohnen und Gewerbe vorgehalten werden sollen, ärgert eine breite Mehrheit in der Bezirksvertretung Dornberg maßlos. Mit viel Mühe sei ein Ortsteilentwicklungskonzept entstanden, dessen Inhalte in den Regionalplan-Entwurf nun kaum aufgenommen worden seien. Lediglich Kai Kleinholz (FDP) kann sich dort eine Entwicklung vorstellen.

„Die Bereiche Auf dem Esch, Sundermann und Poggenpohl müssen aus dem Plan herausgenommen werden werden“, forderte Susanne Stelbrink (Grüne). Eine Bebauung vorstellen kann sie sich etwa am Leihkamp oder am Hasbachtal zwischen Niederdornberg und Deppendorf – wenn dort hohe ökologische Standards Anwendung fänden.

Norman Graeser (CDU) kritisierte, dass Verkehrsflächen nicht ausreichend gekennzeichnet seien. Auch seiner Ansicht nach müssten die 50 Hektar am Poggenpohl aus dem Plan gestrichen werden.

Ulrich Paus (CDU) richtete einen eindringlichen Appell an die Regionalplaner. „Wir können nur Empfehlungen abgeben, aber hört auf die Lokalpolitiker, die kennen sich vor Ort am besten aus.“

Das sagt das Bauamt

Indes heißt es aus dem Bauamt, Abteilung gesamträumliche Planung, dass die Ausweisung des Bohnenbachtals sowie der Grünzüge in anderen Bezirken als allgemeine Siedlungsbereich der Systematik der Bezirksregierung und der damit verbundenen generalisierenden Darstellung geschuldet seien. Die Stadt Bielefeld erklärt im Regionalplan in ihren Ausführungen, dass die Entwicklung von Fließgewässern sowie innerörtliche Freiraumbelange bei künftigen Planungen berücksichtigt werden sollen. Exemplarisch werden Flächen nördlich des Baderbachweges in Oldentrup und zum Beispiel der Ost-West-Grünzug in Sennestadt als Flächen genannt, die von baulicher Nutzung frei zu halten sind. Aber das seien nur Beispiel, heißt es aus dem Bauamt.

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Auch in der Bezirksvertretung Heepen gab es Kritik an der jetzigen Fassung des Regionalplans. Denn darin seien nun Flächen als Allgemeine Siedlungsbereiche ausgewiesen, die nach Beschlüssen des Heeper Gremiums ausdrücklich als Grün- und Freifläche erhalten bleiben sollen, sagte Thomas Euler (SPD). Dazu zählen auch die Bereiche am Sieben-Teiche-Bach, am Baderbach und am Oldentruper Bach, so Euler. Als weitere Bereiche nannte er die Flächen an der Friedrich-Hagemann-Straße und den Bereich Niedermeiers Feld. Wichtig seien darüber hinaus auch Kaltluftschneisen, so Euler.

Guido Elsner (CDU wies auch auf die Fläche entlang des Ostrings hin. „Und unter anderem an der Friedrich-Hagemann-Straße sind die Bereiche nun nicht so als Grünfläche ausgewiesen, wie wir es beschlossen haben“, bemängelte aus Elsner.

Christine Thenhaus vom städtischen Baumt wie darauf hin, dass die Flächen, die als Allgemeiner Siedlungsbereich ausgewiesen seien, nicht automatisch auch bebaut würden. „Darin sind auch Frei- und Grünflächen enthalten.“

Dennoch fordern die Heeper Bezirkspolitiker, dass ihre Beschlüsse vom Mai des vergangenen Jahres auch in dem Regionalplan berücksichtigt werden. Mit diesem Zusatz stimmten sie bei einer Enthaltung von AfD-Vertreter Jonas Vriesen der Beschlussvorlage zum Regionalplan zu.

Auf Nummer sicher wollen auch die Bezirksvertreter aus Gadderbaum gehen. Ihnen missfällt, dass das Bohnenbachtal im aktuellen Regionalplan Teil der Fläche ist, die als Allgemeiner Siedlungsbereich ausgewiesen ist. Im alten Plan aus dem Jahr 2004 ist das Landschaftsschutzgebiet noch explizit ausgeklammert gewesen.

Wenn der Grünzug Teil des Allgemeinen Siedlungsbereiches werde, könne das Begehrlichkeiten wecken, befürchtete Ole Heimbeck (SPD). „Das Gebiet wird angeknabbert“, ergänzte Oeter Brunnert (Bündnis 90/Die Grünen). Einstimmig sprachen sich die Gadderbaumer Bezirksvertreter deshalb für eine Erweiterung des Beschlusses aus. Die Kommunalpolitiker ergänzten ihn um die Forderung, das Bohnenbachtal aus dem allgemeinen Siedlungsbereich auszuklammern.

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