Bielefelder Werkzeugmaschinenhersteller spürt 2020 Folgen der Corona-Pandemie - rund 500 Mitarbeiter weniger
DMG Mori: Einbruch bei Gewinn und Umsatz

Bielefeld (WB) -

2020 war ein Ausnahmejahr: Corona-Pandemie plus Konjunkturschwäche, geopolitische Unsicherheiten, industrieller Strukturwandel. Die weltweite Nachfrage nach Werkzeugmaschinen war corona- und konjunkturbedingt deutlich rückläufig.

Dienstag, 09.02.2021, 12:12 Uhr
Symbolbild Foto: DMG Mori

Auch der Bielefelder Werkzeugmaschienenhersteller DMG Mori AG konnte sich diesen Folgen nicht entziehen: Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis lagen nach vorläufigen deutlich unter dem Rekordjahr 2019. Um Kosten zu sparen, hat der Konzern unter anderem die Zahl der weltweit tätigen Mitarbeiter um rund 500 von 7200 auf 6700 gesenkt. Am Stammsitz Bielefeld gibt es kaum Veränderungen. Hier seien weiterhin rund 1000 Mitarbeiter tätig.

Der Auftragseingang erreichte 1,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,56). Der Umsatz lag bei 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,7). Die Ertragslage entwickelte sich trotz erschwerter Markt- und Rahmenbedingungen erfolgreich, teilte der deutsch-japanische Konzern am Dienstag mit. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern beläuft sich auf 81,7 Mio. Euro - im Vorjahr waren es 221,7 Mio Euro.

Vorstandsvorsitzender Christian Thönes ist gleichwohl nicht unzufrieden: „DMG Mori hat seine Prognosen erfüllt, hält Kurs und richtet sich zukunftsstark aus. Die Pandemie hat vieles beschleunigt. Vor allem die Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Mit diesem strategischen Dreiklang sowie unserem globalen Footprint, breiten Maschinenportfolio und weitreichenden Service-Angeboten sind wir gut aufgestellt.“

Der weltweite Werkzeugmaschinen-Verbrauch soll sich im laufenden Jahr nach dem starken Rückgang 2020 langsam erholen. Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinen (VDW) und das britische Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics prognostizieren ein Wachstum von +17,7 Prozent auf 64,9 Mrd Euro (Vorjahr: -23,2 Prozent; 55,1 Mrd Euro). Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass diese Prognosen aufgrund der weiterhin bestehenden globalen Unsicherheiten sowie der Corona-Pandemie samt Virus-Mutationen unterjährig angepasst werden müssen, heißt es bei DMG Mori. Thönes: „DMG Mori ist strategisch und finanziell gut aufgestellt, um die Krise zu bewältigen und gestärkt daraus hervorzugehen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7809750?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Linnemann sieht „Systemfehler“
Carsten Linnemann fordert Nachbesserungen bei der Öffnungsstrategie.
Nachrichten-Ticker