Trotz des Wintereinbruchs kommen viele Menschen in die Impfzentren
Impfarzt: „Die alten Menschen sind unendlich dankbar“

Bielefeld (WB) -

Nach einem langen Tag war Dr. Michael Hanraths am Montagabend zufrieden: „Trotz des Wetters sind 90 Prozent der Menschen zu uns zum Impfen gekommen. Das ist spitze!“, sagte der Leiter des Impfzentrums für den Kreis Gütersloh, wo 205 Menschen ihre Spritze bekamen.

Dienstag, 09.02.2021, 11:02 Uhr
Seit dem 15 Dezember standen 53 Impfzentren in NRW bereit, aber der Impfstoff fehlte. Am Montag ging es endlich los. Diese drei Ärzte und viele andere sehen ihre Zentren gut aufgestellt.

Hanraths war am Morgen schon fünf Stunden vor dem Start der Einrichtung vor Ort gewesen, um telefonisch zusätzliches Personal für den Dienstag zu besorgen: „Wir wussten ja nicht, wie viele Menschen wegen des Schnees zu Haus bleiben und erst am Dienstag kommen würden.“ Denn die Ansage aus dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf war erst am Sonntagabend gekommen: Alte Menschen, die ihren Termin am Montag nicht einhalten konnten, sollten am Dienstag versorgt werden – eine organisatorische Herausforderung, aber keine unlösbare.

Dr. Gregor Haunerland, Leiter des Impfzentrums im Kreis Paderborn: „So ein Impfzentrum ist für uns alle etwas Neues. Darum hatten wir vorsichtshalber für die ersten beiden Tage mehr Personal eingeplant, als eigentlich benötigt. Das kommt uns jetzt zugute.“

Die Impfzentren wollen als erstes die über 80-Jährigen impfen, die noch in der eigenen Wohnung leben. Der Kreis Herford erreichte am Montagvormittag 141 von 153 Menschen, die einen Termin hatten, telefonisch. Krisenstabsleiter Markus Altenhöner: „Für diejenigen, die Hilfe bei der Anfahrt brauchten, haben wir den Transport organisiert.“ Feuerwehren, DRK und Bundeswehr hätten geholfen. Das wolle man auch am Dienstag so machen.

Doch solche Angebote gibt es nicht überall. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte, wer in den kommenden Tagen wetterbedingt nicht in sein Impfzentrum kommen könne, könne einen Tag später erscheinen. „Wir setzen darauf, dass die Leiter der Impfzentren pragmatische Lösungen finden.“ Denn der Impfstoff von Biontech, der zu fixen Terminen tiefgefroren an die Impfzentren geliefert wird, kann dort im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad aufbewahrt werden – nach Angaben der Europäischen Arzneimittelagentur EMA bis zu fünf Tage lang. Deshalb haben die Impfzentren bei Terminschwierigkeiten einen kleinen Spielraum.

In der Großstadt Bielefeld, wo die Entfernungen kürzer sind als in den sechs Kreisen Ostwestfalen-Lippes, erschienen am Montag „überraschend viele“ Menschen zum Impfen, wie der Leiter Dr. Theodor Windhorst sagte: „Am Nachmittag waren alle vier Impfstraßen in Betrieb. Die Menschen freuen sich, dass es los geht.“

Das NRW-Gesundheitsministerium stellte in einem Erlass noch einmal klar, dass Impfdosen von Biontech und Moderna ausschließlich an über 80-Jährige und an Menschen über 65 verimpft werden dürfen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen (siehe Kasten). Das gelte auch für überschüssige Dosen.

Dr. Michael Hanraths vom Impfzentrum Gütersloh ging am Montagabend mit einem guten Gefühl nach Hause: „Die Menschen, die wir heute versorgt haben, waren unendlich dankbar.“

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