Nach Unfall mit tödlichem Ausgang an Bielefelder Kreuzung
Radlerin überrollt: Lkw-Fahrer angeklagt

Bielefeld -

Vier Monate, nachdem eine Bielefelderin (64) in Bielefeld-Gellershagen von einem Lastwagen überrollt worden und an den Folgen des Unfalls gestorben ist, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Lkw-Fahrer (58) erhoben. Der Mann aus Harsewinkel (Kreis Gütersloh) soll sich vor dem hiesigen Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten, sagte Moritz Kutkuhn, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld.

Montag, 08.02.2021, 15:15 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 15:34 Uhr
Der Prozess soll im Bielefelder Amtsgericht stattfinden. Foto: Peter Bollig

Der Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am Vormittag des 24. September vergangenen Jahres. Der Lkw-Fahrer stand mit seinem Vierachser-Kipplaster auf derVoltmannstraße vor der Jöllenbecker Straße. Rechts neben dem schweren Fahrzeug befand sich die 64-jährige Radlerin auf dem Fahrradstreifen. Beide hatten zur Unfallzeit gegen 9.45 Uhr Ampelrot und mussten auf Grünlicht warten.

Beim Anfahren bog der 58-Jährige nach rechts auf die Jöllenbeck Straße ab. Die Bielefelderin wollte mit ihrem Elektrorad geradeaus in Richtung Schuckertstraße fahren. Der Lkw-Fahrer hätte beim Abbiegen warten und die vorfahrtsberechtigte Radlerin geradeaus vorbei lassen müssen. Stattdessen setzte der Mann seinen Abbiegevorgang fort.

Die Frau wurde vom schweren Lasters überrollt und lebensgefährlich verletzt. Ihr Pedelec lag beim Eintreffen von Rettungsdienst und Polizei unter der hinteren Achse des Lkw. Am Abend des Unfalltages meldete die Polizei, dass die 64-Jährige in einem Krankenhaus verstorben ist.

Wesentliche Bedeutung wird bei der Urteilsfindung am Amtsgericht dem Gutachten eines Unfallsachverständigen zukommen. Der Experte hatte am Unfalltag auf Weisung der Staatsanwaltschaft seine Ermittlungen auf der Kreuzung in Gellershagen aufgenommen.

Vom Sachverständigen ist eine Antwort auf die Frage zu erwarten, ob die Radlerin für den Lkw-Fahrer aus seiner erhöhten Position vorm Abbiegen zu sehen gewesen ist oder ob sie sich im sogenannten toten Winkel befand.

Der Bielefelder Rechtsanwalt Dr. Detlev Binder, der den Angeklagten vertritt, spricht von einem „tragischen Unglück“. „Für den Lastwagenfahrer war es unmöglich, die Radlerin zu sehen“, sagt der Verteidiger.

Ein genauer Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

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