Franziskus Hospital in Bielefeld wird Partner des universitären onkologischen Spitzenzentrums CCC-Niedersachsen
Seite an Seite gegen den Krebs

Bielefeld -

Jetzt ist es amtlich: Das Franziskus Hospital in Bielefeld wird Partner des onkologischen Spitzenzentrums „Comprehensive Cancer Center“ (Umfassendes Krebszentrum) Niedersachsen, kurz CCC-N.

Montag, 08.02.2021, 05:30 Uhr
Das Franziskus Hospital ist Partner des onkologischen Spitzenzentrum (von links): Geschäftsführer Dr. Georg Rüter, Dr. Oliver Micke, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, und Universitätsprofessor Dr. Jörg Thomas Hartmann.  Foto: Thomas F. Starke

Zur Gründung des CCC-N gehen die Medizinische Hochschule Hannover und die Universitätsmedizin Göttingen künftig gemeinsame Wege. Sie wurden nach mehr als einjähriger Prüfung am 3. Februar von der Stiftung Deutsche Krebshilfe als onkologisches Spitzenzentrum anerkannt.

Ziel des landesweit agierenden Krebszentrums ist die Bündelung von interdisziplinärer Krebsforschung und besonderer Expertise in der Patientenversorgung. Um dieses Ziel überregional zu verwirklichen, werden auch nicht-universitäre Versorgungseinrichtungen der Krebsmedizin über die Landesgrenzen hinweg eng einbezogen.

„Das Franziskus Hospital ist seit 18 Jahren akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover und eines von sechs ausgewählten Krankenhäusern, die die besondere Expertise sowie personelle und apparative Ausstattung vorweisen können. Was das anbelangt, stehen wir der Medizinischen Hochschule Hannover in nichts nach“, berichtet Geschäftsführer Dr. Georg Rüter nicht ohne Stolz.

Neben dem Franziskus Hospital wurden die Kliniken in Braunschweig, Wolfsburg, Celle, Hildesheim und des Kreises Hannover mit in den Verbund des CCC-N aufgenommen.

„Ausschlaggebend waren für uns auch die hohen Stückzahlen, die wir für die wissenschaftliche Expertise liefern können. Allein im Brustzentrum Bielefeld-Herford werden fast 400 Patientinnen pro Jahr behandelt“, erklärt Rüter. „Das sind mehr als am Brustzentrum der Universitätsklinik Münster behandelt werden“, weiß Professor Dr. Oliver Micke, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Strahlenmedizin am „Klösterchen“.

Micke und sein Kollege, Universitätsprofessor Dr. Jörg Thomas Hartmann, Leiter des Interdisziplinären Tumorzentrums, sowie Dr. Rüter freuen sich darauf, künftig die niedersächsische Landeshauptstadt als „ostwestfälische Landsmannschaft“ vertreten zu können und betonen, in der nun 151-jährigen Geschichte des Franziskus Hospitals sei dies ein wichtiger Meilenstein zur Verbesserung der Patientenversorgung der Region OWL.

Konkrete Vorteile ergeben sich durch den Zugriff der Bielefelder Ärzte auf Studienplattformen sowie Bio-Datenbänke wie das sogenannte Molekulare Tumorboard. „Gerade im Bereich seltener Tumorarten ist das von unschätzbarem Wert. Wir bekommen Material über molekulare Veränderungen, auf das wir sonst verzichten müssten. Langfristig können wir aus diesen Erkenntnissen neue Therapien entwickeln“, verdeutlicht Dr. Hartmann.

Dr. Micke verweist auf den nunmehr möglichen Zugriff auf eine Vielzahl klinischer Studien. „Wir können jetzt schauen, ob es für unsere Patienten bereits geeignete Studien gibt. Wer im Rahmen einer Studie behandelt wird, lebt länger, weil er die bessere Betreuung erhält“, betont Micke.

Zudem soll sich innerhalb des CCC-N ein eigener Verbund der Strahlentherapeuten bilden, der sich auf gemeinsame Behandlungsstandards einigt. Micke: „Bislang verläuft die Behandlung nicht systematisch.“

Letztendlich, resümiert Dr. Hartmann, profitieren die Patienten des Franziskus Hospitals durch präzisere Behandlungsmethoden und mehr Lebensqualität. Abgesehen davon rät Hartmann allen Patienten, Screenings zu nutzen und bei Beschwerden rechtzeitig zum Arzt zu gehen: „Während der Corona-Pandemie kommen leider immer mehr Patienten mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung zu uns. Das hat dazu geführt, dass die Mortalität bei Krebs derzeit wieder ansteigt. Niemand muss befürchten, dass das Krankenhaus ein Ort ist, an dem man sich mit Covid 19 ansteckt.“

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