Experte aus Bielefeld gibt Tipps: Temperaturen bis zu unter zehn Grad sind angekündigt
Frost: Wie schütze ich die Pflanzen?

Bielefeld -

Wenn der Dauerfrost ab Sonntag mit Minusgraden bis zu zehn Grad für eisige Verhältnisse in Bielefeld sorgt, ruft das die Gartenbesitzer und Pflanzenliebhaber auf den Plan. Die große Frage lautet: Wie schütze ich meine Pflanzen?

Samstag, 06.02.2021, 09:30 Uhr aktualisiert: 06.02.2021, 16:08 Uhr
Diese Olive, erläutert Johannes Wilking, sollten im Kübel geschützt werden, ausgepflanzt im Beet bringe sie eine gewissen Frostfeste. Foto: Thomas F. Starke

Insbesondere seit der Pandemie gibt es viele neuePflanzenliebhaber. Viel Zeit und Langeweile haben offenbar dazu geführt, das Zuhause oder auch den Garten mit Pflanzen optisch zu verschönern. Den Eindruck hat auch Johannes Wilking, Inhaber von Blumen Wilking GmbH: „Sehr viele haben ihren Balkon oder ihren Garten wiederentdeckt und nicht nur die typische Standardpflege betrieben, sondern in Pflanzen investiert, um es sich schön zu machen.“

Bei den eisigen Temperaturen gilt es nun zu wissen, wie man diese Pflanzen am besten schützt. Johannes Wilking blickt den Minusgraden allerdings nicht besonders besorgniserregend entgegen. Den meisten Pflanzen bedürfe es gar nicht an großartigem Schutz vor der Kälte: „Es kommt natürlich immer auf die Pflanzen an. Die hiesigen Pflanzen sind frostfest, die dürften das auch problemlos alle überstehen.“

Mediterrane Pflanzen wie Oleander und kleinere Oliven sollten in einem frostfreien Raum.

Johannes Wilking

Dennoch ist bei einigen Pflanzenarten besondere Vorsicht geboten. So sollten mediterrane Pflanzen wie Oleander und Olive die niedrigen Temperaturen in einem frostfreien Raum – zum Beispiel der Garage- überdauern. „Eine Woche oder auch zwei machen denen nichts, danach können sie einfach wieder rausgestellt werden. Wenn sie allerdings langfristig in der Garage stehen, bekommen sie zu wenig Licht. Olivenbäume bis zehn Zentimeter sind definitiv noch nicht frostfest genug und die sollte man im Winter dann auch nicht draußen stehen lassen“, sagt Wilking. Die ganz alten, dicken hingegen können bedenkenlos draußen bleiben. Hält die Kälte allerdings über einen längeren Zeitraum an, kann es sinnvoll sein, auch die Töpfe von Kübelpflanzen und heimischen Bäumen gut zu verpacken. „Das kann man einfach mit Laub und einem großen Sack machen – dann frieren die Wurzeln nicht ein.“

Eine Kamelie wie diese wird den Winter problemlos überdauern.

Eine Kamelie wie diese wird den Winter problemlos überdauern. Foto: Thomas F. Starke

Rosenstämmchen sollten mit einem Laken abgedeckt werden, damit das Stämmchen vor dem Schneefall geschützt ist. Diese können allerdings auch durch die Schneelast kaputt gehen – da ist besondere Vorsicht geboten. „Kamelien haben auch viele in ihren Gärten. Die können eigentlich auch draußen überwintern, der schnelle Temperaturwandel bedeutet Stress für die Pflanzen. Wenn diese in der Sonne stehen, sollte man sie auf jeden Fall auch abdecken.“

Auf jeden Fall sollten die Pflanzen nicht in der Sonne stehen gelassen werden. Wenn es so kalt ist, kann die Sonne gerade in den Morgenstunden sehr schnell auftauen. Das führt zu Blattschäden.

Johannes Wilking

Was viele nicht bedenken ist die Tatsache, dass die Sonne viel Schaden anrichten kann, auch oder gerade weil die Temperaturen so niedrig sind.: „Auf jeden Fall sollten die Pflanzen nicht in der Sonne stehen gelassen werden. Wenn es so kalt ist, kann die Sonne gerade in den Morgenstunden sehr schnell auftauen. Das führt zu Blattschäden, und die Pflanze kann auch kaputt gehen“, mahnt Wilking. Er betreibt den Blumenbetrieb bereits in dritter Generation. 30 Mitarbeiter sind hier tätig. Seit mehr als 90 Jahren ist das Garten-/Pflanzencenter als Familienbetrieb etabliert und wird in naher Zukunft an Tochter Mona und damit an die bereits vierte Generation übergeben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7802738?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Corona-Beschränkungen für über 100 Länder gelockert
Sonne, Strand Meer: Die Einreise nach Spanien ist jetzt schon aus allen EU-Staaten möglich - ohne Quarantäne.
Nachrichten-Ticker