Apotheker und PTA bereiten Impfstoff passgenau auf
Einsatz in der Herzkammer des Bielefelder Impfzentrums

Bielefeld (WB). -

Das Bielefelder Impfzentrum in der Messehalle der Stadthalle nimmt am Montag seinen Betrieb auf. Für den reibungslosen Verlauf der Impfungen der über 80-Jährigen sorgen mehr als 100 freiwillig tätige Apotheker und PTA aus der Region.

Freitag, 05.02.2021, 14:39 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 14:42 Uhr
Ist der Impfstoff aufbereitet, wird das Injektionsfläschchen auf Verunreinigungen geprüft. Anschließend werden aus jedem Fläschchen sechs Spritzen aufgezogen, mit einer Kappe versehen und mit größter Vorsicht dem medizinischen Personal zum Verimpfen übergeben. Foto: Thomas F. Starke

„Sie sind gleichsam in der Herzkammer des Impfzentrums tätig und bereiten passgenau den Impfstoff auf“, erklärt Apothekerin Barbara Limberg, Pharmazeutische Leiterin im hiesigen Impfzentrum. Das pharmazeutische Personal macht die Impfung mit dem neu entwickelten Impfstoff überhaupt erst möglich.

Gewissermaßen wecken sie das Vakzin aus dessen Winterschlaf: Gekühlt wird der Impfstoff geliefert, bei Raumtemperatur muss er dann unter keimarmen Bedingungen im Hintergrund und ohne Patientenkontakt mit einer genauen Dosis Kochsalzlösung gemischt werden. Die Bereitstellung des Impfstoffs durch pharmazeutisches Personal ist alles andere als trivial. „Mehrfach umgedreht, aber nicht geschüttelt“ lautet frei nach James Bond die Devise. Denn jeder noch so kleine Fehler würde die Wirksamkeit gefährden.

Daher gibt es eine exakte Verfahrensanweisung, an die sich die Apotheker und PTA auch im Impfzentrum der Stadt Bielefeld akribisch halten. Denn: „Wird der Impfstoff in diesem Zustand auch nur einmal kräftig geschüttelt, muss er verworfen werden“, erläutert Limberg die Brisanz im Umgang mit dem hochsensiblen Impfstoff, der keine Fehler verzeiht und noch dazu weltweit gefragt und daher schwer zu bekommen ist.

Barbara Limberg ist die Pharmazeutische Leiterin im Bielefelder Impfzentrum.

Barbara Limberg ist die Pharmazeutische Leiterin im Bielefelder Impfzentrum. Foto: Christina Ritzau

Ist der Impfstoff aufbereitet, wird das Injektionsfläschchen auf Verunreinigungen geprüft. Anschließend werden aus jedem Fläschchen sechs Spritzen aufgezogen, mit einer Kappe versehen und mit größter Vorsicht dem medizinischen Personal zum Verimpfen übergeben. Auch hier muss man Vorsicht walten lassen: „Schlagen die Spritzen beim Transport in einer Schale aneinander, kann der Impfstoff seine Wirkung verlieren.

„Hinzu kommt noch eine genaue Dokumentation, da das Vakzin nach Aufbereitung nur zwei Stunden lang verimpft werden darf“, so Limberg, „wir überlassen hier im Impfzentrum nichts dem Zufall.“ Schließlich ist man in der Messehalle der Stadthalle schon bereits seit Mitte Dezember „impfbereit“.

Die exakten Abläufe und die Aufteilung der Arbeitsschritte im heilberuflichen Team von Apothekern und Ärzten wurden vielfach durchgespielt. Allein für das Impfzentrum der Stadt Bielefeld haben sich bei der Apothekerkammer Westfalen-Lippe mehr als 100 Freiwillige gemeldet, landesweit sind es inzwischen für die 53 NRW-Impfzentren fast 6000 Apotheker und PTA.

„Das zeigt die hohe intrinsische Motivation in unserem Beruf. Wir möchten und wir werden auch unseren Beitrag leisten, dass wir durch massenhafte Impfungen zu einer Herdenimmunität gelangen und die Corona-Pandemie bewältigen“, sagt Limberg – wissend, dass die pharmazeutischen Mitstreiter bestens vorbereitet und geschult sind: Seit Dezember haben mehr als 8000 Apotheker und PTA die Impfschulungen der beiden Apothekerkammern in NRW durchlaufen.

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