Mitarbeiter des Bielefelder Autozulieferers warten auf zugesicherte Lohnerhöhung von 3,3 Prozent
Gestamp zahlt nicht

Bielefeld (WB) -

1200 Mitarbeiter des Bielefelder Autozulieferers Gestamp Umformtechnik warten seit Anfang des Jahres auf eine ihnen zugesicherte Lohnerhöhung von 3,3 Prozent. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sei derzeit nicht gegeben, argumentiert die Geschäftsführung des Werkes.

Freitag, 05.02.2021, 04:24 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 12:00 Uhr
Das Werk des Autozulieferers Gestamp in Bielefeld. Foto: Peter Bollig

„Das stimmt gar nicht“, wettert Ute Herkströter, Chefin der Industriegewerkschaft (IG) Metall in Bielefeld. „Deshalb pochen wir auf die Zahlung. Das Unternehmen hält sich einfach nicht an bestehende Verträge.“

Tatsächlich war die genannte Lohnerhöhung schon 2015 im Rahmen eines Zukunftstarifvertrages vereinbart und auf den Sommer 2020 datiert, dann aber auf Januar 2021 verschoben worden. Die Mitarbeiter verzichteten laut Ute Herkströter auf insgesamt mehr als 18 Millionen Euro, damit ihr Arbeitgeber, der spanische Gestamp-Konzern, mehr Spielraum für Investitionen hatte.

Das Unternehmen hält sich einfach nicht an bestehende Verträge.

Ute Herkströter, IG Metall Bielefeld

Vereinbarungsgemäß sollte die Belegschaft 2021 schrittweise wieder an die Tariflinie herangeführt werden. Doch schon der erste Schritt blieb aus. „Wir sehen nicht, dass die wirtschaftliche Lage so katastrophal ist, dass 3,3 Prozent Lohnerhöhung rückwirkend nicht drin wären“, sagt die IG-Metall-Chefin. „Wenn die Zahlung nicht erfolgt, werden wir das Geld rechtlich für jeden einzelnen Mitarbeiter einfordern.“

Mit der Februar-Abrechnung werde zudem eine vereinbarte Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro fällig, mahnt Betriebsratsvorsitzende Daniela Krob-Schmidt. „In der jüngeren Geschichte des Werkes Brackwede – und ich bin jetzt seit 36 Jahren dabei – hat es solch einen Affront noch nicht gegeben“, sagt sie. „Stärker hätte der Divisionsleiter seiner Belegschaft nicht vor den Kopf stoßen können. Das kann man nicht mehr gut reden. Die Kooperation ist gestört.“

Aus der Geschäftsführung war am Donnerstag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

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